Sand am Main
Fussball

Kritik trotz Sander Klassenerhalts

Der FC Sand freut sich über den Klassenerhalt. Doch wie die Truppe von Trainer Dieter Schlereth die Liga gehalten hat, darüber sind nicht alle begeistert.
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Sieg! André Karmann, Kevin Steinmann, Dominik Schmitt und Markus Geier (von links) feiern den Klassenerhalt. Foto: Ryan Evans
Sieg! André Karmann, Kevin Steinmann, Dominik Schmitt und Markus Geier (von links) feiern den Klassenerhalt. Foto: Ryan Evans

Der Klassenerhalt ist geschafft, doch die Vorbereitung auf die kommende Saison hat beim FC Sand längst begonnen. Während einige Spieler den Relegations-Erfolg auf Mallorca feiern, basteln die Verantwortlichen bereits am künftigen Kader. Trotz des Klassenerhalts stellt sich die Frage: Können die Sander mit ihrer Leistung zufrieden sein? Wie geht es weiter? Dabei wird auch Kritik aus den eigenen Reihen laut.

Seit vergangenem Samstag steht fest: Der FC Sand läuft auch in der kommenden Spielzeit in der Bayernliga Nord auf. Teamgeist, Fleiß und Kampf stellte Trainer Dieter Schlereth als die Qualitäten seines Teams heraus. Nichtsdestotrotz gab es auch Momente, in denen Schlereth an sich und seiner Mannschaft zweifelte: "Die 0:2-Niederlage gegen Vach in der Rückrunde stellte den einzigen Moment dar, bei dem ich dachte, dass es verdammt eng wird. Diese Pleite war auch die einzige wirkliche Enttäuschung in dieser Saison. Danach hatte ich wirklich Bedenken, ob wir die Relegation überhaupt erreichen können."

In den darauffolgenden sieben Partien mussten die Sander lediglich zwei Niederlagen hinnehmen und holten elf Punkte: "Nach diesem Match hat sich mein Team wieder zurückgekämpft und neben Leidenschaft viel Einsatzwillen an den Tag gelegt", sagt Schlereth.

Schwäche gegen direkte Gegner

Torhüter Markus Geier ist überzeugt, dass der Klassenerhalt verdient war. Geier blieb vor allem der fulminante 2:1-Sieg den Würzburger FV in Erinnerung. "Der späte Siegtreffer von Thorsten Schlereth war einfach genial", blickt der Keeper zurück. Geier gehört zu den Gewinnern der Saison, der 29-Jährige kam aus der A-Klasse nach Sand und brachte es auf 26 Einsätze. Auch Stürmer Philipp Markof, der vom TV Königsberg (Kreisliga) zum FC wechselte, lief trotz langwieriger Verletzung immerhin 16 Mal auf. Hätte sich Außenverteidiger Julian Klauer nicht verletzt, hätte er wohl bis zum Ende in der Startelf gestanden. Aus der Reserve kommend absolvierte der 27-Jährige 15 Partien.

Geier weiß jedoch auch, warum die Sander bis zuletzt zittern mussten: "Wir müssen die Niederlagen gegen direkte Konkurrenten abstellen. Wenn wir hier mehr gepunktet hätten, dann hätten wir mit der Relegation nichts zu tun gehabt." Relegationsspiele können viel Freude bereiten - das haben die Sander durch die beiden 5:1-Erfolge gegen Erlangen-Bruck gezeigt. Sie kosten jedoch auch Kraft und Nerven. Der FC Sand muss sich ungeachtet des sportlichen Erfolgs Gedanken darüber machen, wie sich in Zukunft solche Hängepartien vermeiden lassen.

Die Jugend ist die Zukunft

Für die Sander stellt die Zusammenstellung einer schlagkräftigen Truppe in jeder Saison eine gewaltige Herausforderung dar. Immer wieder verlassen wichtige Leistungsträger den Verein. Um diese gleichwertig ersetzen zu können, fehlen die finanziellen Mittel. Umso höher ist daher der Stellenwert der Jugendarbeit. Durch den DFB-Stützpunkt bietet der FC Sand beste Voraussetzungen für junge Fußballer, die U19 spielte in dieser Saison Landesliga. In der Vergangenheit verstanden es die Verantwortlichen, junge Talente zu fördern und damit Bayernligaspieler heranzuziehen. Christopher Gonnert gilt hier als Paradebeispiel.

Ab dem 12. Juni stoßen Sebastian Albert, Christian Knoblach, Sebastian Krines, André Lörzer und Luca Zeiß hinzu. "Diese fünf Spieler werden alle in der Vorbereitung der ersten Mannschaft mitmischen und danach den einzelnen Mannschaftskadern zugeteilt", sagt Sportleiter Erich Barfuß. "Ungeachtet ihrer Entwicklung werden alle fünf Talente die Wintervorbereitung des Bayernligateams absolvieren, bevor entschieden wird, in welchem Team sie bis zum Saisonende spielen."

Neben den Eigengewächsen freuen sich die Sander auf weitere Zugänge. Felix Hart (27/FSV Krum), Niklas Tscherner (20/Jahn Forchheim) und Ralph Thomann (19/Don Bosco Bamberg) verstärken den Kader.

Kritik aus den eigenen Reihen

Doch reicht das aus, um eine weitere Saison im Tabellenkeller zu vermeiden? Routinier Johannes Bechmann hat seine Zweifel: "Meiner Meinung nach reicht es nicht, den Kader in jeder Saison mit Spielern aus der Kreis- und Bezirksliga aufzufüllen", kritisiert der 31-Jährige. Neben Talenten braucht es in den Augen des Innenverteidigers auch mehr erfahrene Bayernligaspieler: "Klar wird sich der ein oder andere Spieler durchsetzen, aber in den entscheidenden Spielen wirkt sich Unerfahrenheit einfach aus." Bechmann ist sich bewusst, dass die finanziellen Mittel des Vereins begrenzt sind. Dies dürfe allerdings nicht als Ausrede gelten: "Du kannst dich nicht darauf verlassen, jedes Jahr die Relegation zu meistern. Das geht irgendwann mal schief."

Ralph Thomann (sechs Spiele) und Niklas Tscherner (vier Spiele) sind zwar noch jung, dennoch bringen sie bereits einige Bayernligaeinsätze mit. Wer den FC Sand verlässt, steht noch nicht fest. Nicht alle Spieler haben ihren Vertrag verlängert.

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