Fatschenbrunn
Fussball

Kein Mourinho des Steigerwalds

Jan Slawik über den Job als Spielertrainer, die neue Defensivstärke der Fatschenbrunner und warum er nicht mit José Mourinho verglichen werden möchte.
Artikel drucken Artikel einbetten
Jan Slawik (Mitte) ist aktuell Spieler und Co-Trainer beim SV Fatschenbrunn. In der kommenden Saison wird der 26-Jährige, der in dieser Szene zusammen mit Teamkollege Bastian Reitz (rechts) den Hermannsberger Alexander Frank (links) in die Mangel nimmt, die "Fatschis" gemeinsam mit Jakob Frank als Spielertrainerduo übernehmen.  Ralf Naumann
Jan Slawik (Mitte) ist aktuell Spieler und Co-Trainer beim SV Fatschenbrunn. In der kommenden Saison wird der 26-Jährige, der in dieser Szene zusammen mit Teamkollege Bastian Reitz (rechts) den Hermannsberger Alexander Frank (links) in die Mangel nimmt, die "Fatschis" gemeinsam mit Jakob Frank als Spielertrainerduo übernehmen. Ralf Naumann

Noch ist er mehr Spieler als Trainer. Das wird sich in der nächsten Spielzeit aber ändern: Jan Slawik, aktuell Innenverteidiger und Co-Trainer beim SV Fatschenbrunn, übernimmt den Fußball-Kreisklassisten in der kommenden Saison als Spielertrainer. Unterstützt wird er dabei von Jakob Frank, der nach der Sommerpause vom VfR Hermannsberg als gleichberechtiger Spielertrainer dazustoßen wird. Slawik im Interview über den Job als Spielertrainer, die neu gewonnene Defensivstärke der Fatschenbrunner und warum er nicht mit José Mourinho verglichen werden möchte.

Platz 8 mit 21 Punkten: Wie beurteilt der künftige Trainer Jan Slawik die Situation des SV Fatschenbrunn?

Jan Slawik: Die bisherige Runde verlief durchwachsen für uns. Wir sind super gestartet und hatten nach sieben Spieltagen bereits 15 Punkte auf dem Konto. In den weiteren acht Spielen kamen dann leider nur noch sechs dazu. Das ist natürlich zu wenig und der Grund, warum die anderen Teams uns bis auf Platz 8 durchgereicht haben.

Fatschenbrunn hat nur 24 Gegentore kassiert, die Tabellennachbarn deutlich mehr. Ist die Defensive die Fatschenbrunner Stärke?

Das könnte man meinen. Wir haben in den letzten Jahren immer mit die meisten Gegentore bekommen. Letztes Jahr waren es 63 in 26 Spielen. Deshalb haben wir im Sommer das Augenmerk darauf gelegt, besser gegen den Ball zu arbeiten und auch unser System dahingehend etwas angepasst. Dazu kommt, dass die Zahl der individuellen Fehler abgenommen hat und bei uns nun elf Mann verteidigen.

Das System angepasst - inwiefern?

Wir verteidigen inzwischen raumorientierter und nur in speziellen Fällen gegen den Mann. Das klappt bisher schon richtig gut. Außerdem agieren wir gegen den Ball nicht mehr mit drei Spitzen, sondern im 4-2-3-1. Dabei schiebt die hängende Spitze gezielt auf den spielstarken Sechser der Gegner, um den Spielaufbau zu stören. Das entlastet dann von vornherein die hinteren Reihen. Nun sieht man endlich auch mal an der Statistik, dass unsere Defensivspieler gut verteidigen können.

Das klingt als wären Sie ein defensiv orientierter Trainertyp.

Nein, ich bin wirklich kein Abwehrfanatiker, kein Mourinho des Steigerwalds. Aber im Ernst, entscheidend ist es, die richtige Balance im Spiel zu finden. Wir wollen schon wieder besser mit dem Ball agieren und im Spiel nach vorn noch eine Schippe drauflegen. Das gilt schon für die Rückrunde.

In der Rückrunde sind Sie noch Spieler, zur neuen Saison werden Sie mit Jakob Frank vom VfR Hermannsberg die Fatschenbrunner als Spielertrainerduo anführen. Wie kam es dazu?

Jakob und ich haben gemeinsam in der Jugend beim FC Haßfurt gespielt, oft sogar zusammen als Sechser oder in der Innenverteidigung. Wir verstehen uns richtig gut, der Kontakt ist deshalb nie abgerissen. Wir tauschen uns immer wieder über Fußball aus und haben schon vor ein paar Jahren gescherzt, dass wir irgendwann gemeinsam als Trainerduo agieren wollen. Als die Fatschenbrunner Verantwortlichen uns dann im Sommer gefragt haben, haben wir uns natürlich riesig gefreut und mussten nicht lange überlegen.

Sie haben bereits Erfahrungen als Co-Trainer. Was macht den Job für Sie so reizvoll?

Ich tausche mich mit unserem Trainer Christian Krines ständig aus und habe jederzeit die Möglichkeit, mich aktiv an der Arbeit mit der Mannschaft zu beteiligen. Das ist eine Riesensache für mich. Zudem habe ich dadurch die gesamten Aufgaben des Traineramts kennengelernt. Auch die, die einem vielleicht auf den ersten Blick nicht direkt in den Sinn kommen. Das wird mir nächste Saison extrem weiterhelfen.

Welche Aufgaben sind das?

Die vermeintlichen Hauptaufgaben wie die Gestaltung von sinnvollen Trainingseinheiten oder dem Einstellen der Mannschaft auf das Spiel sind nur ein Teil der Aufgaben. Wirklich wichtig ist der persönliche Umgang mit allen Spielern. Gerade auch mit denen, die aktuell nicht so zufrieden oder verletzt sind. Das Zusammenspiel zwischen erster und zweiter Mannschaft ist ein weiterer Punkt, der Pflege und Zeit in Anspruch nimmt. Die Reserve muss auch gut aufgestellt sein. Außerdem noch organisatorische Dinge, die einfach anfallen. Das beginnt mit der Trainingsvor- und Nachbereitung, der Vorbereitung auf die Gegner und zwischen den Runden auch die Kaderplanung. Verglichen mit der Zeit, in der man Fußball spielt, ist das schon ein Haufen Zeit.

Was muss in der restlichen Saison besser laufen? Was sind die Schwächen der Fatschenbrunner?

Wir wollen spielerisch mehr zeigen. Unsere Offensive hat uns in den letzten Jahren immer ausgezeichnet und war in dieser Saison noch nicht das Gelbe vom Ei. Außerdem haben wir viel zu oft unnötig Punkte gelassen, weil wir es verpasst haben, den Sack vorher zuzumachen. Da müssen wir unsere Chancen einfach konsequenter nutzen, die gab es nämlich des Öfteren zu Genüge.

Wird es dafür personelle Verstärkung geben?

Nein, es gibt weder Zu- noch Abgänge. Ich hoffe aber, dass unser Kapitän Adrian Neundörfer nach überstandener Verletzung in der Rückrunde wieder dabei ist. Der Junge ist extrem wichtig für unser Team.

Wie schwer war die Verletzung?

Adi hat sich in einem der letzten Spiele der vergangenen Saison am Knöchel verletzt. Das wurde zunächst als Bänderriss diagnostiziert. Der Heilungsverlauf war extrem schleppend, weitere Untersuchungen haben ergeben, dass es viel schlimmer ist. Zusätzliche Schäden im Knöchel haben ein Ausheilen des Risses verhindert. Adi kam in der gesamten Runde auf keinen einzigen Startelfeinsatz. Gott sei Dank ist ein Ende dieser Leidenszeit in Sicht.

Blick an die Ligaspitze: Marschiert Unterhohenried durch?

"Höred" macht schon einen brutal stabilen Eindruck. Das ist einfach ein gefestigtes Team mit richtig viel Qualität. Ich habe sie dieses Jahr das eine oder andere mal gesehen und fand sie spielerisch nicht immer überragend, dennoch haben sie auch die knappen Dinger fast alle gewonnen. So wird man Meister.



was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren