Haßfurt
Eishockey-Bayernliga

Jan Michalek lässt den ESC Haßfurt jubeln

Einen besonders für die Moral sehr wertvollen Sieg hat der ESC Haßfurt in der Eishockey-Bayernliga errungen. Der Außenseiter besiegte den Höchstadter EC im Nachbarderby mit 4:3 nach Penaltyschießen (2:0, 0:3, 1:0).
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Gewühl vor dem Höchstadter Gehäuse: Haßfurts Martin Oertel (links am Boden) versucht, an den frei liegenden Puck zu kommen, während sich (von rechts) Höchstadts Richards Stütz und der ESC-Kapitän Ales Stribny gegenseitig behindern. Mit auf dem Bild Gästetorwart Ronny Glaser sowie Haßfurts Eugen Nold (hinten links) und Hauptschiedsrichter Gerhard Bauer aus Landshut.
Gewühl vor dem Höchstadter Gehäuse: Haßfurts Martin Oertel (links am Boden) versucht, an den frei liegenden Puck zu kommen, während sich (von rechts) Höchstadts Richards Stütz und der ESC-Kapitän Ales Stribny gegenseitig behindern. Mit auf dem Bild Gästetorwart Ronny Glaser sowie Haßfurts Eugen Nold (hinten links) und Hauptschiedsrichter Gerhard Bauer aus Landshut.
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"Mit einer gewissen Cleverness und Routine haben wir das eigentlich ganz gut über die Bühne geschaukelt und Gott sei Dank glücklich, aber auch irgendwie verdient den Ausgleich geschossen." Ein treffendes Fazit zog Josef "Beppi" Eckmair nach der Partie. Zum anschließenden "Glücksspiel" Penaltyschießen wollte sich der Routinier zwar nicht mehr äußern. Die Freude darüber, dass die "Hawks" am Ende mit 4:3 die Oberhand behielten und zumindest zwei Pluspunkte in der Kreisstadt behielten, war freilich groß.

Jan Michalek behielt gegen seinen Ex-Verein am Ende die Nerven und ließ beim entscheidenden Alleingang HEC-Schlussmann Ronny Glaser keine Abwehrchance. Ohnehin war der 37-Jährige der "Spieler des Abends". Er sorgte in einem hochklassigen Derby, das auch aufgrund der tollen Stimmung auf den Rängen - unter den knapp 600 Zuschauer feuerten auch 200 friedliche Gästefans ihre Mannschaft an - seinem Namen alle Ehre machte, für die wichtigen Momente.

1:0 schon nach elf Sekunden

Der Deutsch-Tscheche erzielte mit einem "Kracher" aus halblinker Position in den rechten Winkel nicht nur das schnellste Saisontor des Tabellenletzten nach nur elf Sekunden, als sich viele Zuschauer noch gar nicht auf ihren Plätzen befanden. Auch die 2:0-Führung in Unterzahl im Anschluss an ein tolles Zuspiel von Zoltan Revak mit einem Beinschuss aus kurzer Distanz geht auf sein Konto (9.) - die Stimmung bei den ESC-Fans war am Kochen.

Die hochmotivierten Gäste um Spielertrainer Daniel Jun, der in der ersten Pause "etwas laut geworden" ist, gaben sich freilich längst nicht geschlagen und wollten die Blamage beim Tabellenschlusslicht unbedingt verhindern. Während die "Hawks "im zweiten Abschnitt unverständlicherweise nicht mehr so couragiert zu Werke gingen, nahm der Druck der "Alligators" ständig zu. Jun (25.) sowie Ryan Conforth (28.) nutzten jeweils eine Überzahl aus, um auszugleichen. Das aus Haßfurter Sicht völlig unnötige 2:3 nach einem dicken Abwehrpatzer erzielte schließlich eine Minute vor der zweiten Pausensirene Thilo Grau (39.).

Hildenbrand macht zahlreiche Höchtadter Chancen zunichte

Hätte ESC-Schlussmann Martin Hildenbrand, der wieder als "Hexer" gefeiert wurde, nicht wieder einen Sahnetag erwischt, wäre die Entscheidung zugunsten der Gäste, die zahlreiche weitere Chance vergaben, wahrscheinlich aber bereits eher gefallen. "Das war einfach ein schlechtes Mitteldrittel", räumte Haßfurts Trainer Martin Reichert ein.

Doch der Wille, im Derby zu bestehen und sich vor allem für die deftige Hinspielniederlage zu revanchieren, war immens groß bei den Haßfurtern. "Beppi" Eckmair war es schließlich, der knapp vier Minuten vor dem Ende der oftmals hitzigen und immer spannenden Begegnung aus einem Gewühl heraus den 3:3-Ausgleich markierte (57.) und das dritte Penaltyschießen im Stadion am großen Anger ermöglichte.

"Überragendes Eishockey"

"Im Schlussdrittel waren wir wieder voll da", freute sich Reichert über die Punkte acht und neun, gleichzeitig ein vorzeitiges Geschenk zu seinem 50. Geburtstag am Sonntag. Er gab andererseits auch zu, "endlich einmal das notwendige Glück" gehabt zu haben. "Es war einfach ein super Spiel", so sein Schlusskommentar.

Für Eckmair besteht trotz des Erfolges kein Grund abzuheben. "Wir haben noch viel zu tun", sieht er der Abstiegsrunde eher mit einem gemischten Gefühl entgegen. "Wir haben im Training schon einige Kleinigkeiten geändert und teilweise auch schon umgesetzt", bezog er sich vor allem auf den ersten Spielabschnitt, als die Mannschaft "für unsere Verhältnisse überragendes Eishockey gespielt" habe. Dagegen dürften Fehler wie im zweiten Drittel, als sich der "Schlendrian" eingeschlichen habe, einfach nicht passieren. "Das war dann die Konsequenz, dass ein Gegner wie Höchstadt mit seinen guten Stürmern dies ausnutzt."

Schlagschuss an Knie

ESC-Verteidiger Pavel Weiß konnte in den letzten 20 Minuten indes nicht mehr mitwirken, denn er bekam den Puck bei einem Schlagschuss der Höchstadter an die Seite seines Knies, welches sofort dick anschwoll. Unschön auch der unabsichtliche Schlag von Höchstadts Andre Lenk gegen den Hals von Haßfurts Philipp Mauder, dessen Lippe anschließend stark blutete. Der gut leitende Hauptschiedsrichter Gerhard Bauer (Landshut) schickte den Übeltäter mit einer Spieldauerdisziplinarstrafe zum Duschen.









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