Haßfurt
Eishockey-Landesliga

In der Aufstiegsrunde ist alles drin

Der ESC Haßfurt hat mit der Qualifikation für die Aufstiegsrunde der Eishockey-Landesliga sein Ziel erreicht. Trainer und Sportvorstand sind zufrieden.
Artikel drucken Artikel einbetten
Ein strahlender ESC-Trainer:  Martin Reichert  ist mit den Leistungen seiner Mannschaft und dem Erreichen der Aufstiegsrunde  absolut zufrieden.
Ein strahlender ESC-Trainer: Martin Reichert ist mit den Leistungen seiner Mannschaft und dem Erreichen der Aufstiegsrunde absolut zufrieden.
"Wir streben es an. Unsere Mannschaft hat sich gegenüber der Vorrunde vom letzten Jahr auf jeden Fall verstärkt", sagte Trainer Martin Reichert Anfang Oktober 2017, und und Sportvorstand Andreas Kurz gab ihm Recht. Beide zeigten sich zuversichtlich, dass der ESC Haßfurt nach zuvor zwei vergeblichen Anläufen diesmal den Sprung in die Aufstiegsrunde der Eishockey-Landesliga schafft. Und dieses Ziel haben die "Hawks" vorzeitig erreicht.
Doch angesichts der starken Konkurrenz war doch ein Stück Skepsis angesagt. Nach dem 13:2-Kantersieg bei der Heimpartie gegen den EC Ulm/Neu-Ulm - sicher eine der bisherigen Enttäuschungen der Gruppe 1 - war aber klar: Die "Hawks" - die wohl größte Überraschung der Liga - haben es tatsächlich geschafft, und zwar schon vier Spieltage vor dem Ende. Mit 43 Punkten steht die mit 118 Treffern torgefährlichste Mannschaft momentan punktgleich mit dem ERV Schweinfurt an der Spitze, hat den Klassenerhalt sicher und kann in der am 19. Januar startenden Aufstiegsrunde befreit aufspielen. Aktuell würden die Haßfurter in der Gruppe C auf den ERV Schweinfurt, ERSC Amberg, EC Bad Kissingen, EV Dingolfing sowie die Bayernligisten ESV Buchloe, EV Pegnitz und EV Moosburg treffen. Vor dem Derby im Schweinfurter "Icedome" ziehen die beiden sportlich Hauptverantwortlichen eine Zwischenbilanz.

Frage: Sie haben zwar auf die Aufstiegsrunde gehofft. Doch Hand aufs Herz: Wie groß waren vor dem Saisonstart die Befürchtungen, dass die "Hawks" erneut nur um den Klassenerhalt spielen?
Martin Reichert: "Zweifel, Skepsis, egal wie man es nennt, sind vor jeder Saison da. Alle Beteiligten müssen sich finden und wieder eine Einheit werden. Bei der Betrachtung vor der Saison war auch klar, dass sich alle Mannschaften verstärkt hatten und wir nicht genau wussten, wo wir wirklich stehen werden. In der Sommerpause wurden wir zusätzlich durch Jan Slivkas Wechsel gezwungen, uns intensiv nach Spielern umzusehen. Wir konnten Michal Babkovic verpflichten und haben uns dann aufgrund der Leistung von Jakub Sramek in einem "try-out" entschieden, mit ihm einen weiteren Spieler zu verpflichten. Danach war klar, dass wir uns ordentlich verstärkt haben."Andreas Kurz: "Nein, es konnte zu diesem Zeitpunkt niemand vorhersagen, was passieren wird. Dazu kam noch, dass sich keine Mannschaft wirklich in der Tabelle absetzen konnte und alles möglich war. Somit ist es sehr gut, dass wir unser erstes Ziel erreicht haben."

Was gab letztlich den Ausschlag für den Höhenflug der Mannschaft?
Reichert: "Sicherlich hat es auch damit zu tun, dass wir bei keinem anderen Verein so wirklich als Konkurrent für die Aufstiegsrunde auf dem Zettel standen und wahrscheinlich teilweise unterschätzt wurden."
Kurz: "Wenn man von einer Überraschungsmannschaft sprechen kann, so sind das in dieser Landesligagruppe definitiv unsere "Hawks". Ich kann mich nur wiederholen: Teamgeist, mannschaftliche Geschlossenheit und das, was wir schon immer konnten, nämlich kämpfen, zeichnen die Mannschaft bis zum heutigen Tage aus."
Reichert: "Wobei wir auch hier noch Luft nach oben sehen."

Mit derzeit 118 Treffern, durchschnittlich 6,21 pro Spiel, führen die "Hawks" die Torschützenliste an. Großen Anteil daran haben Jakub Sramek mit 30 Toren und 27 Assists sowie Michal Babkovic mit 25 Treffern und 24 Assists. Zwei Glücksgriffe für die Mannschaft?
Reichert: "Beide gehören für mich zu den besten Kontingentspieler der Landesliga Gruppe 1. Es gibt aber noch andere Gründe, warum die beiden für uns so wichtig sind. Die Schnelligkeit, und die Qualität in den Trainingseinheiten unter der Woche, haben sich mit Jakub und Mike deutlich verbessert. Somit helfen sie auch allen anderen Spielern, sich zu verbessern."

Auch die nachverpflichteten Daniel Hora und Jan Trübenekr schlugen voll ein. Gab es mit ihnen, aber auch den anderen Spielern der Mannschaft, schon Vorgespräche über einen Verbleib in Haßfurt in der nächsten Saison?
Kurz: "Ja, wir arbeiten natürlich bereits daran."

Bei 70 Gegentreffern, durchschnittlich 3,68 pro Spiel, besteht aber sicher noch Luft nach oben. Was sollte sich ihrer Meinung in den nächsten Wochen nach verbessern?
Reichert: "Stimmt grundsätzlich, allerdings kann man immer lamentieren. Einmal schießt man zu wenig Tore, dieses Jahr bekommen wir zu viele. Tatsache ist, dass wir unser erstes Ziel mehr als erreicht haben und somit bis nach dem Spiel gegen Ulm zufrieden waren. Die ganze Saison steht und fällt mit dem Abschneiden in der Aufstiegsrunde, und deshalb ist die Vorrunde und damit dieser Teil der Saison bereits abgehakt."
Kurz: "Richtig, wir bekommen zu viele Gegentreffer. Was sich hier ändern muss, wird der Trainer sicherlich mit der Mannschaft intensiv besprechen. Da mische ich mich nicht ein."

Was ist nun das Ziel in der Aufstiegsrunde, die am 19. Januar mit insgesamt acht Mannschaften startet?
Reichert: "Wir haben wirklich eine tolle Gruppe. Das verspricht spannende und packende Spiele. Letztendlich das, was wir uns für unsere Zuschauer gewünscht haben. Wir werden sehen, wie die Runde läuft. Von Platz 1 bis 8 ist alles drin. Das liegt an vielen Faktoren. Da fällt es schwer, jetzt eine Prognose abzugeben. Fakt ist, das wir auch in dieser Runde versuchen werden, jedes Spiel zu gewinnen."
Kurz: "Es wird sportlich sehr interessant, wir sehen keine Mannschaft wirklich vorne, und somit werden der Wille und die Tagesform entscheiden, wer gewinnt."

Verständlicherweise richten sich die Augen der ESC-Fans zunächst aber noch auf die Vorrunde. Vor
allem auf das Derby bei den "Mighty Dogs" in Schweinfurt am Freitagabend, wenn der Spitzenreiter auf den Tabellenzweiten trifft. Was erhoffen beziehungsweise erwarten sie nach der knappen 3:4-Verlängerungsniederlage im Hinspiel?
Reichert: "Da beide Mannschaften bereits für die Zwischenrunde qualifiziert sind, erwarte ich mir ein Spiel auf Augenhöhe mit tollem Eishockey. Taktische Zwänge sollten keine große Rolle spielen."
Kurz: "Einen Wunsch habe ich für das Spiel: Es soll auf und außerhalb des Eises fair bleiben."

Der bitterste Moment der bisherigen Saison war zweifelsohne der schwere Unfall des jungen tschechischen Stürmers Petr Krepelka bei der zweiten Pflichtspielpartie am 15. Oktober bei der SE Freising. Wie geht es ihm mittlerweile?
Reichert: "Das professionelle Handeln der beteiligten Sanitäter und Ärzte direkt nach dem Unfall bereits im Freisinger Eisstadion ist immer wieder hervorzuheben. Dies hat neben dem unbedingten Willen von Petr und dem Zuspruch seiner Familie einen großen Anteil an der bisherigen Rehabilitation. Wir sind nach wie vor betroffen und haben die Bilder vor uns, wenn wir daran denken. Allerdings macht Petr konstant Fortschritte, auch wenn es schlechtere und bessere Tage gibt. Nach wie vor hoffen wir auf eine komplette Genesung. Aktuell sind jetzt Arme und Schultern wieder beweglich, und langsam beginnen die Hände, steuerbar zu sein. Dass Petr auch seine Beine wieder spürt, nährt die Zuversicht. Auch wenn es noch ein langer Prozess sein wird."
Kurz: "Absolut. Es fällt immer noch schwer, darüber zu sprechen und an die Ereignisse zurückzudenken. Die Reaktionen und der Zuspruch aus der ganzen Eishockeyfamilie haben dem Team und uns geholfen, die Situation zu verarbeiten."
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren