Sand am Main
Fußball-Landesliga Nordwest

Im März ist beim FC Sand Vollgas gefragt

Der FC Sand hat bisher eine höchst erfolgreiche Saison gespielt. Gleich nach der Winterpause könnte im Titelrennen eine Vorentscheidung fallen.
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So sehen Sieger aus: Spielleiter Erich Barfuß (Zweiter von rechts), Chef-Trainer Bernd Eigner (links) sowie die Spieler und Betreuer des FC Sand haben allen Grund zum Jubel, denn die Mannschaft hat seit dem 20. September keinen Punkt mehr abgegeben.  Foto: Günther Geiling
So sehen Sieger aus: Spielleiter Erich Barfuß (Zweiter von rechts), Chef-Trainer Bernd Eigner (links) sowie die Spieler und Betreuer des FC Sand haben allen Grund zum Jubel, denn die Mannschaft hat seit dem 20. September keinen Punkt mehr abgegeben. Foto: Günther Geiling
Eine besondere Rolle kommt Szymon Dynia in der Zwischenbilanz des FC Sand zu, auch wenn er gar nicht für die Sander aufläuft. Der Spieler des TSV Karlburg erzielte am 11. Oktober den bisher letzten Treffer gegen den Tabellenzweiten der Fußball-Landesliga Nordwest bei dessen 5:2-Auswärtssieg. 56 Punkte nach 22 Begegnungen, nur je zwei Unentschieden und Niederlagen: "Na klar sind wir zufrieden", sagt Egbert Mahr, der Sander Präsident. Gerade in den vergangenen beiden Monaten trumpfte der FC groß auf. Es gibt aber auch Wermutstropfen nach dieser beeindruckenden Serie.

Denn trotz dieses sportlichen Höhenflugs liegt das Team sechs Zähler hinter der DJK Bamberg zurück, die erst zwei Unentschieden hinnehmen musste. Und ein bitterer Rückschlag ist für die Sander die schwere Verletzung des Torjägers Nummer 1 der Liga, Peter Heyer.
Er erlitt nach einem Foul des gegnerischen Torwarts im letzten Spiel des Jahres (5:0 beim Baiersdorfer SV) einen doppelten Schien- und Wadenbeinbruch.

"Den Ausfall können wir sportlich und menschlich natürlich nie eins zu eins ersetzen", sagt dazu der Trainer der Sander, Bernd Eigner. Dem Baiersdorfer Schlussmann macht er allerdings keine Vorwürfe, "da geht es um Sekundenbruchteile. Von den Torhütern wird erwartet, dass sie mitspielen, und er kommt eine Idee zu spät. Das kann passieren. Er hat sich auch mehrfach entschuldigt und war selbst fix und fertig." Wie lange der 34-jährige Heyer fehlen wird, sei schwer abzusehen, erklärt Eigner, "es wird vermutet, dass es vier Monate sein könnten."
Heyers Ausfall ist der letzte in einer langen Liste, die die Sander seit Saisonbeginn zu verkraften hatten. Stefan Krines und Bernd Pankratz haben wegen Verletzungen ihre Laufbahn mittlerweile beendet.

Dinis Ribeiro und Andre Karmann stehen seit der Anfangsphase nicht zur Verfügung, die Brüder Thorsten und Danny Schlereth fehlten zudem wochenlang. Dazu kamen weitere kleinere Blessuren. Florian Pickel war aus beruflichen Gründen nur zu Anfang der Runde dabei. Tobias Krines studiert seit einigen Wochen in München und konnte seitdem gar nicht mit dem Team trainieren. "Unter diesen Voraussetzungen hat die Mannschaft Hervorragendes geleistet", sagt ihr Trainer. Denn inmitten dieser Verletzungsserie zog der Verein einen erheblichen Umbruch durch. Bernd Eigner, der den sechs Jahre lang in Sand erfolgreich tätigen Erwin Albert ablöste, hatte die Aufgabe, zehn Neuzugänge und den verbliebenen Stamm zu einer schlagkräftigen Truppe zusammenzuschweißen.

Kumpeltyp fordert Disziplin

Das, so sein Präsident, habe Eigner im Team zusammen mit seinem Assistenten und Torwarttrainer Matthias Bayer bestens gelöst, "er ist mit seinem 42 Jahren vom Alter her noch recht nah an den Spielern dran, ist ein Kumpeltyp, fordert aber auch die nötige Disziplin".

Dass die Sander in dieser Saison in der Spitze mitmischen wollen, hat ihre Personalpolitik deutlich gemacht. Mit Heyer, Sven Wieczorek, Rene Finnemann sowie den Brüdern Josef und Florian Pickel kamen fünf Akteure mit Regionalliga-Erfahrung zum Verein. Aber auch talentierte Nachwuchsleute wie Dominic Leim, Lucas Wirth, Danny Schlereth und Tobias Krines überzeugten.

Eigner: Charakter gezeigt

Eigner erklärte, er freue sich schon darauf, nach der Winterpause, wenn viele Verletzungen abgeklungen sein dürften, mit einem breiteren Kader in die Vorbereitung zu gehen. Er macht aber denen, die in den vergangenen Wochen, als die Sander manchmal nur zwei Ersatzleute auf der Bank hatten, die Siegesserie schmiedeten, ein dickes Kompliment: "Keiner hat sich hängen lassen, auch wenn er gewusst hat, er spielt sowieso. Da hat die Mannschaft Charakter gezeigt." Zudem habe sie nach dem etwas schwierigeren Start "den Willen entwickelt, dass sie jedes Spiel gewinnen will. Und das ist die Voraussetzung für diesen Erfolg."

Dass die DJK Bamberg dennoch besser war, und das nicht nur im direkten Vergleich (die Sander verloren in Bamberg mit 0:2), "das respektieren wir. Die DJK spielt bisher souverän und steht verdient vorn", sagt Präsident Mahr. Normalerweise seien im Fußball sechs Punkte kein großer Rückstand, "aber angesichts der Tabellensituation ist das für uns schon ein schweres Unterfangen", weiß Mahr. Denn die drei führenden Teams, zu denen noch der TSV Abtswind gehört, der zwei Zähler hinter den Sandern lauert, seien weit weg von der Konkurrenz, "ich weiß nicht, gegen wen die noch Punkte abgeben sollen."
Umso größere Bedeutung kommt den direkten Duellen zu. Und die stehen gleich im März auf dem Programm. Nach dem Auftakt am 7. März zu Hause gegen den SV Pettstadt, wobei die Sander auch die Revanche für ihr 1:3 im Hinspiel anstreben, gastieren sie am Spieltag darauf beim TSV Abtswind. Und wieder eine Woche später kommt der Tabellenführer DJK Bamberg, der sein Programm im neuen Jahr wiederum gegen die Abtswinder eröffnet, ins Seestadion. Da sei noch einiges möglich für sein Team, sagt Eigner. Druck vom Verein gibt es allerdings nicht, "wir müssen nicht unbedingt aufsteigen", macht der Präsident deutlich.

Anspruchsvolle Vorbereitung

An der Vorbereitung wird es beim FC Sand wohl nicht liegen, denn mit dem neuen Kunstrasenplatz bieten sich Mannschaft und Trainer verbesserte Bedingungen auch bei schlechtem Wetter. Das nutzen auch viele namhafte Teams aus der Region wie der FC Schweinfurt 05, die SpVgg Bayreuth oder der TSV Großbardorf, um im Winter beim FC Sand anzutreten. Ein anspruchsvolles Testprogramm, das der Trainer aber mit Bedacht ausgewählt hat, denn "wir müssen im März hundertprozentig da sein, da gibt es keine Zeit, sich einzuspielen."
Doch nicht nur die Landesliga-Truppe, auch die Zweite und Dritte Herrenmannschaft sowie der Nachwuchs (der FC Sand stellt zwölf Jugendteams) profitieren vom Kunstrasen, macht der Präsident deutlich. Das Abschneiden des Kreisligateams, das deutlich verjüngt worden sei, und der A-Klassen-Mannschaft könne sich ebenso sehen lassen wie das der Junioren.
Doch im Blickpunkt steht meist die "Erste". Angesichts der brisanten Tabellensituation hofft Mahr darauf, dass die Zuschauerzahlen im Seestadion noch ein bisschen steigen, auch wenn die Sander mit gut 200 pro Partie auch in dieser Beziehung im Vorderfeld der Liga rangieren.
Anders als in den Jahren zuvor ist der FC auf eigenem Platz bisher eine Macht: Erst ein Unentschieden (0:0 gegen den ASV Rimpar) musste er in zehn Begegnungen hinnehmen - das soll die Grundlage sein, um im neuen Jahr zum Angriff auf die Tabellenspitze zu blasen.



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