Eltmann
Volleyball

Heitec Volleys auf Sport 1: Kommentator Dirk Berscheid im Interview

Die Heitec Volleys Eltmann feiern am Donnerstag ihre Fernsehpremiere auf Sport 1. Für den Münchner Sender wird Dirk Berscheidt am Mikrofon sitzen, der Eltmann charmant und Volleyball hochattraktiv findet.
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Dirk Berscheidt kommentiert das Livespiel der Heitec Volleys Eltmann in Düren.  Foto: SPORT1/Rupp
Dirk Berscheidt kommentiert das Livespiel der Heitec Volleys Eltmann in Düren. Foto: SPORT1/Rupp

Dirk Berscheidt ist im Volleyballgeschäft ein alter Hase. Der 55-jährige Kölner war früher in der 2. und 3. Liga unter anderem für den SSF Bonn am Ball. Nach seiner aktiven Zeit startete Berscheidt seine Journalistenkarriere, landete über das Radio beim Fernsehen. Seit Senderstart 1993 ist Berscheidt bei Sport 1 (früher DSF) und kommentiert regelmäßig. So auch am Donnerstag (19.10 Uhr live) die Partie der Eltmanner Bundesliga-Volleyballer bei den Powervolleys Düren. Hand aufs Herz, wussten Sie vor dieser Saison, wo Eltmann liegt ? Dirk Berscheidt: Ja, wusste ich. Eltmann war ja schon einmal in der Bundesliga und da bin ich häufiger dort gewesen. Ich erinnere mich noch an die alte Halle in Eltmann. Das ist aber alles schon ein paar Jahre her. Wenn Sie an Eltmann denken, welche drei Begriffe fallen Ihnen auf Anhieb dazu ein? Das ist wirklich eine gemeine Frage (lacht). Ich habe die Nähe zu Bamberg abgespeichert. Eine fantastische Stadt. Auch die Organisation im Verein ist mir hängen geblieben. Die war damals schon richtig gut. Beim dritten Begriff muss ich aber leider passen.

Kommen wir zum Sportlichen. Wie viel haben Sie von den Heitec Volleys Eltmann in dieser Spielzeit schon gesehen? Ich habe etwa eineinhalb Stunden von den Spielen gegen Berlin und Rottenburg gesehen, um einen ersten Eindruck zu bekommen, wie das Team spielt. Die Heitec Volleys spielen wie ein klassischer Aufsteiger. Sie halten gut mit, schaffen es aber nicht, die Spiele zu gewinnen.

Aktuell haben die Eltmanner fünf Punkte Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz. Wie schätzen Sie die Chancen der Heitec Volleys für den Klassenerhalt ein? Die Chance lebt auf jeden Fall. Dafür dürfen sie sich aber keine Niederlagen gegen Mitkonkurrenten mehr erlauben. Eltmann musste vor der Saison zehn neue Spieler integrieren. Das ist schon ein Wort. Der Weg zur Stabilität ist lang, aber gerade mit der Verpflichtung von Shunsuke Watanabe auf der Liberoposition ist dem Verein eine gute Verstärkung gelungen. Vieles in Eltmann sieht positiv aus, aber langsam muss sich der Erfolg einstellen. Sonst wird es eng.

Wie schätzen Sie kleinere Vereine wie Eltmann ein? Machen solche Vereine den Charme in der Volleyball-Bundesliga aus? Charme der Liga trifft es ganz gut. Wobei ja nicht die Vereine klein sind, sondern die Orte. Ein gutes Beispiel sind die Volleys Herrsching. Sie haben über viele Jahre ihre eigene Marke geschaffen und untermauern dies mittlerweile auch sportlich. Das verfolge ich mit großer Freude. Vereine wie Herrsching und Eltmann sind eine Bereicherung für die Liga, wenn die notwendigen Grundlagen geschaffen wurden.

Für die Heitec Volleys Eltmann ist die Übertragung auf Sport 1 eine Premiere. Warum setzt der Sender auf Volleyball? Volleyball hat eine lange Tradition auf Sport 1. Wir übertragen die Spiele der Frauen- und Herren-Nationalmannschaft seit Mitte der 1990er Jahre und seitdem haben wir viele treue Zuschauer gewonnen. Vergangene Saison waren es um die 40 Live-Spiele, diese Spielzeit sind es mehr als 60. Mich muss man vom Volleyball nicht mehr überzeugen. Das ist ein hochattraktiver und geiler Sport.

Ist es nicht dennoch manchmal deprimierend, dass die Fußball-Regionalliga bei Liveübertragungen mehr Zuschauer hat als die Volleyball-Bundesliga? Das sehe ich sehr gelassen. Egal, ob Volleyball, Basketball, Handball oder Eishockey. Die ewigen Vergleiche mit dem Fußball funktionieren einfach nicht. Man muss jede Sportart einzeln für sich betrachten und da sind wir im Volleyball auf einem guten Weg.

Wagen wir einen Blick in die Zukunft. Wie sehen Sie in den nächsten Jahren die Chancen für Volleyball im Fernsehen? Bei Sport 1 wurde eine gute Basis für den Hallenvolleyball geschaffen. In den kommenden Jahren wird es nicht um die Quantität der Spiele, sondern um Qualität gehen. Dafür müssen die Liga, die Vereine und der Sender etwas tun. Die Liga braucht weitere Namen und Typen. Wer einen bestimmen Namen hört, muss sofort an Volleyball denken.

Mit welcher Einschaltquote wären Sie am Donnerstagabend zufrieden? In der Vorsaison haben nach Senderangaben im Schnitt 70 000 Zuschauer die Bundesligaspiele der Männer verfolgt. Das beantworte ich diplomatisch. Wenn wir am Donnerstag diese Zahl erreichen, wäre ich sehr glücklich.

Die Fragen stellte

Jannik Reutlinger.

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