Haßfurt
Eishockey-Landesliga

Haßfurter Party in Schweinfurt

Die "Hawks" setzen sich in einer sehenswerten Partie bei den "Mighty Dogs" mit 8:6 durch.
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Tor für Haßfurt: Torschütze David Franek (links) freut sich mit (von rechts) Daniel Hora, Lucas-Andreas Thebus, Michal Babkovic und (verdeckt) Michael Breyer. Fotos: Ralf Naumann
Tor für Haßfurt: Torschütze David Franek (links) freut sich mit (von rechts) Daniel Hora, Lucas-Andreas Thebus, Michal Babkovic und (verdeckt) Michael Breyer. Fotos: Ralf Naumann
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S"Ein Derbysieg, das ist absolut geil", strahlte Christian Dietrich, nachdem er zusammen mit seinen Teamkollegen vor und mit den knapp 500 mitgekommenen ESC-Fans fast eine kleine Party gefeiert hatte, über das ganze Gesicht. "Vor solch einer Kulisse, einfach Wahnsinn", ergänzte der Kapitän der Haßfurter "Hawks", die wenige Minuten zuvor mit einem 8:6-Erfolg (1:1, 3:5, 2:2) bei den Schweinfurter "Mighty Dogs" dafür sorgten, dass die ESC-Schlachtenbummler lautstark die bestens bekannten Worte skandierten: "Die Nummer 1 am Main sind wir."


"Hat einfach nur Spaß gemacht"

Dass der letztlich hart umkämpfte, aber verdiente Auswärtserfolg der Kreisstädter im mit offiziell 1737 Zuschauern nicht ganz prall gefüllten "Icedome" auch ein Sieg des Willens war, stellte Dietrich noch einmal klar: "Wir waren von Anfang fest dahinter. Es hat einfach nur Spaß gemacht mit den Jungs."
Und wie sein Spielführer freute sich auch Falken-Dompteur Martin Reichert über einen vollauf gelungenen Abend. "Ich bin schon sehr stolz. Vor allem weil wir nach dem schlechten Spiel in Dingolfing wieder so zusammengefunden haben", gab es ein dickes Kompliment für den aus seiner Sicht "tollen Auftritt. Wir hatten zuletzt leider wenig Training. Trotzdem haben wir uns heute wieder so präsentiert, wie wir uns auch in der Aufstiegsrunde immer präsentieren wollen", sagte der Sylbacher, der freilich auch den Hausherren ein gutes Zeugnis ausstellte. "Wir haben heute zwei gleich gute Mannschaften gesehen, die ein superschönes Spiel geliefert haben. Besser kann man Eishockey in unserer Region momentan nicht präsentieren."
Vor allem kampfstark gingen die "Mighty Dogs" in die Partie. Die "Hawks" hielten freilich fest dagegen. Und dies war auch wichtig, denn auf dem Eis ging es von Anfang an zur Sache und oftmals gar nicht zimperlich zu.


Schiris müssen schlichten

Selbst eine kleine Schlägerei, die aber längst nicht die Ausmaße annahm wie beim letzten ESC-Gastspiel im "Icedome", musste das Schiedsrichtergespann Siegfried Gut und Christopher Reitz, schlichten. Es blieb aber bei insgesamt 16 zweiminütigen Bankstrafen.
Den besseren Start erwischten zwar die hochmotivierten und sehr druckvoll agierenden Hausherren, die mit ihren Großchancen aber immer wieder an ESC-Schlussmann Martin Hildenbrand scheiterten. Und wer vorne nicht trifft, wird eben bestraft: Ein Traumpass von Jakub Sramek, und Jan Trübenekr ließ Schweinfurts Torwart Benjamin Dirksen alt aussehen (11.). Doch in der Partie auf Augenhöhe markierte ERV-Verteidiger Simon Knaup nur wenig später den erstmaligen Ausgleich (14.).


Sechs ESC-Tore in Drittel 2

Richtig rund ging es im weiten Rund in Abschnitt Nummer 2, den beide Mannschaften schickten die Zuschauer sprichwörtlich durch ein Wechselbad der Gefühle mit gleich acht "Einschlägen". Am Ende lagen die "Hawks" dann mit 6:4 vorn. Erneut Jan Trübenekr (22.), Jakub Sramek (34.), David Franek (39.) sowie Michal Babkovic mit einem Doppelpack (33./37.) waren dabei die umjubelten Torschützen für Haßfurt. Jonas Manger (13.), Richard Adam (30.) und Stephan Trolda (39.) hielten mit ihren Treffern derweil die Spannung offen. Als die Gäste dann aufgrund eines mächtigen Schlagschusses von Marco Hildenbrand Mitte der letzten 20 Minuten auf 7:4 erhöht hatten (51.), schien der Derbysieg zum Greifen nahe.
Das Wort "Resignation" kam für die Mannschaft des sehr engagierten Schweinfurter Trainers Zdenek Vanc freilich nicht infrage. Und Simon Knaup sowie Pascal Schäfer gelang es mit ihren Toren binnen zwei Minuten tatsächlich noch einmal, den Anschluss herzustellen sowie die merklich abgeflaute Stimmung bei den eigenen Anhängern nochmals zu mobilisieren (51./53.).
Erst als Benjamin Dirksen eineinhalb Minuten vor Schluss seinen Platz im ERV-Gehäuse für einen weiteren Feldspieler geräumt hatte, machte Jakub Sramek mit einem "Empty-net" den Sack endgültig zu (59.), sorgte für eine Massenabwanderung der Schweinfurter Zuschauer und eröffnete die "ESC-Party" im "Icedome".
"Für die Fans und alle in Haßfurt und Umgebung bedeutet der Erfolg, denke ich sehr, viel", betonte Martin Reichert nach der Partie, als seine Mannschaft gerade mit der berühmten "Eis-Raupe" vor den Fans auch ihr schauspielerisches Können unter Beweis stellte. "Wir sind jetzt in der Vorrunde die beste unterfränkische Eishockeymannschaft. Und das ist einfach toll."
Das diesjährige Schweinfurter Prinzenpaar der Faschingsgesellschaft ESKAGE, Sergey I. und Tanja II., das sich vor der Partie bei einer Ehrenrunde auf dem Eis seinen "Untertanen" präsentiert hatte, brachte jedenfalls nur den Gästen Glück.


Die Statistik

ERV Schweinfurt: Dirksen, Tscherepanow - Adam, Knaup, Kleider, Köder, Faust, Schäfer, Marquardt - Kohl, Manger, Zajic, Freund, Grüner, Campbell, Trolda, Amrhein, Stach / ESC Haßfurt: Martin Hildenbrand, Dietz - Hora, Thebus, Stahl, Max Hildenbrand, Marco Hildenbrand - Kinereisch, Trübenekr, Babkovic, Franek, Sramek, Hümmer, Dietrich, Breyer, Vollert / SR: Gut / C. Reitz / Zuschauer: 1737 (500 aus Haßfurt) / Torfolge: 0:1 (11.) Trübenekr (Lang, Sramek), 1:1 (14.) Knaup (Campbell), 1:2 (22.) Trübenekr (Sramek), 2:2 (23.) Manger (Kohl), 3:2 (30.) Adam, 3:3 (33.) Babkovic (Franek) 4-5, 3:4 (34.) Sramek (Thebus, Trübenekr), 3:5 (37.) Babkovic (Sramek, Trübenekr), 4:5 (39.) Trolda (Kohl), 4:6 (39.) Franek (Babkovic), 4:7 (45.) Marco Hildenbrand (Trübenekr), 5:7 (51.) Knaup (Campbell, Marquardt). 6:7 (53.) Schäfer (Campbell, Kohl) 5-4, 6:8 (59.) Sramek, Empty-net / Strafzeiten: Schweinfurt 20 / Haßfurt 12
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