Haßfurt
Eishockey

Harte Arbeit für die Haßfurter zum Auftakt

Die "Hawks" des ESC Haßfurt müssen um das 7:4 in der Landesliga beim EHC Bayreuth 1b kämpfen.
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Der junge Lukas Kratschmer (rechts) hat einen Schuss von Timo Zürcher (nicht im Bild) unhaltbar für den Bayreuther Schlussmann Maximilian Müller abgefälscht. Foto: Ralf Naumann
Der junge Lukas Kratschmer (rechts) hat einen Schuss von Timo Zürcher (nicht im Bild) unhaltbar für den Bayreuther Schlussmann Maximilian Müller abgefälscht. Foto: Ralf Naumann

Die "Hawks" des ESC Haßfurt haben im ersten Pflichtspiel der Saison ihren ersten "Dreier" eingefahren und sind erster Tabellenführer der Eishockey-Landesliga, Gruppe 1. Doch für den 7:4-Erfolg beim EHC Bayreuth 1b, der deutlicher aussieht als er tatsächlich war, musste die Mannschaft von Trainer Volker Hartmann am Samstagabend im Kunsteisstadion der Stadt Bayreuth Schwerstarbeit verrichten. EHC Bayreuth 1b - ESC Haßfurt 4:7

(2:1, 1:2, 1:4) "Ich habe vorher gewusst, dass es hier ganz schwer wird. Das Wichtigste heute sind die drei Punkte", schnaufte nicht nur der neue Trainer kräftig nach der Schlusssirene erst einmal kräftig durch. Immerhin lagen die Hausherren, mit zahlreichen bayernliga-, oberliga- und sogar DEL2-erfahrenen Akteuren gespickt, mehrmals in Führung. Letztmals in der 41. Minute, als Andreas Geigenmüller mit all seiner Routine 36 Sekunden nach Beginn des letzten Abschnittes den Aufsteiger mit 4:3 erneut nach vorne brachte.

Schon in den ersten beiden Dritteln agierte der vermeintliche Außenseiter mit den "Hawks" auf Augenhöhe. Zwar konnte Timo Zürcher den Bayreuther Treffer zum 1:0 (Torschütze war Kapitän Marco Zimmer, 12.) wieder wettmachen (der Neuzugang war nach 16 Minuten erfolgreich). Doch der Jubel unter den knapp 100 ESC-Fans war noch nicht verklungen, da musste der Haßfurter Torwart Timo Jung erneut hinter sich greifen: Schweinfurt-Rückkehrer Stephan Trolda war nur 19 Sekunden später zum 2:1 erfolgreich. Und nachdem Nicolai Pleger sogar auf 3:1 erhöht hatte (28.), wurde es nur auf der ESC-Bank lauter. Daniel Hora mit einem Gewaltschuss (29.) sowie der junge Lukas Kratschmer (er fälschte einen Schuss von Jan Trübenekr ab, 38.) sorgten zumindest dafür, dass Haßfurt nicht erneut mit einem Rückstand in die Kabine musste.

"Wir haben heute nicht berauschend gespielt", beschrieb Hartmann zumindest den Zeitraum vom Eröffnungsbully bis zum vielleicht schönsten Spielzug seiner Mannschaft, als David Hornak ein tolles Zusammenspiel zwischen ihm, Michael Breyer und David Franek mit dem 4:4-Ausgleich abschloss (46.). Und als Hora mit seinem zweiten Treffer knapp fünf Minuten später tatsächlich die erstmalige Führung für den Favoriten erzielte (51.), schien es nicht nur für Hartmann, der wegen zu lautstarker Kritik an Hauptschiedsrichter Philipp Sintenis (Bayreuth) von der Trainerbank musste und von seinem Vorgänger, dem Sportlichen Leiter Martin Reichert, vertreten wurde, doch noch auf ein "Happyend" herauszulaufen.

Zwar kamen die Hausherren, die zuvor schon drei Alleingänge versemmelt hatten, weiterhin zu tollen Einschusschancen. Ein Treffer wollte ihnen auch dank des hervorragenden Timo Jungs im ESC-Gehäuse aber nicht mehr gelingen. In puncto Chancenverwertung hatten nun eindeutig die Gäste die Nase vorne, denn nachdem Michael Breyer auf 6:4 erhöht und somit für die Entscheidung gesorgt hatte (58.), traf Michal Babkovic acht Sekunden vor der Schlusssirene noch ins verwaiste Gehäuse des EHC (60.): Hartmanns Bayreuther Kollege Vaclav Drobny wollte mit einem weiteren Feldspieler noch verkürzen, was gründlich daneben ging.

"Es war sehr schwer heute", meinte der Haßfurter Doppeltorschütze Daniel Hora nüchtern. Für ihn zählen letztlich in erster Linie die drei Zähler. "Es war das erste Spiel für uns. Und wir haben die Punkte geholt. Jeder Punkt ist wichtig." Dabei wisse er sehr wohl, dass noch genügend Luft nach oben und eine spielerische Steigerung zwingend notwendig sei. "Wir haben noch einiges zu tun", redete auch der "Falken-Dompteur" den hart erkämpften und wenig überzeugenden Pflichtsieg gegen allerdings einen sehr starken Gegner nicht schön.

Und ESC-Coach Hartmann zeigte sich zugleich selbstkritisch. "Ich muss noch dazulernen, dass ich in Zukunft einfach ruhiger bleibe", konnte der 42-Jährige an alter Wirkungsstätte einige Minuten nach dem Ende auch schon wieder lachen. Für ihn ist ein Platz hinter den Glasscheiben, weg von seiner Mannschaft, jedenfalls keine Alternative für weitere Partien. "Gott sei dank ist es ja noch gut gegangen. Aber es war schon sehr bescheiden."

Die Statistik

ESC Haßfurt: Jung, Dietz - Hora, Thebus, Hornak, Stahl, Marx, Finsel - Krein, Trübenekr, Stach, Babkovic, Franek, Dietrich, Zürcher, Kratschmer, Breyer / SR: Sintenis - Fiala, Kaderabek / Zuschauer: 560 (100 aus Haßfurt) / Tore für Haßfurt: 1:1 (16.) Zürcher (Trübenekr, Hornak), 3:2 (29.) Hora (Trübenekr) 5-4, 3:3 (38.) Kratschmer (Zürcher, Trübenekr) 5-4, 4:4 (46.) Hornak (Breyer, Franek), 4:5 (51.) Hora (Hornak) 5-4; 4:6 (58.) Breyer; 4:7 (60.) Babkovic (Franek) - empty net / Strafzeiten: Bayreuth 1b 18 / Haßfurt 10

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