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Fehlbaum übernimmt FSV Krum: "Hat wieder gejuckt"

Manfred Fehlbaum steigt wieder ins Trainergeschäft ein. Nach der Winterpause übernimmt er den abstiegsgefährdeten Bezirksligisten FSV Krum.
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Bald wieder an der Seitenlinie aktiv: Manfred Fehlbaum (rechts)  Foto: Günther Geiling
Bald wieder an der Seitenlinie aktiv: Manfred Fehlbaum (rechts) Foto: Günther Geiling

24 Stunden, zumindest einmal drüber schlafen, dann war alles fix: Manfred Fehlbaum macht's. Der 63-Jährige steigt wieder ins Fußballgeschäft ein und steht nach der Winterpause beim Bezirksligisten FSV Krum an der Seitenlinie.

Keine lange Zeit, diese 24 Stunden. Vor allem verglichen mit der Dauer, mit der die FSV-Verantwortlichen Marco Schorr und Joe Hetterich um Fehlbaum buhlten. "Die Frage, ob ich mir nicht vorstellen könne, den FSV zu übernehmen, kam in den letzten Jahren immer wieder auf. Ich kenne Marco und Joe ja schon ewig. Im November, nachdem Tobias Burger weg war, wurde es dann konkreter."

Noch konkreter wurde es, als sich Abteilungsleiter Schorr mit dem Haßfurter traf und ihm den Job anbot. Aus seinen Absichten machte Schorr dabei keinen Hehl: "Manfred war für uns die Ideallösung." Darauf folgte besagte Bedenkzeit, darauf wiederum die Zusage. "Es hat halt wieder gejuckt. Diesen Virus, den bekommst du nicht raus", sagt der designierte FSV-Coach und lacht dabei ins Telefon.

Auszeit von der Auszeit

Fehlbaum, der zuletzt dem Spielertrainerduo Louis Wlacil und Jannik Full beim Kreisligisten FC Haßfurt beratend zur Seite stand und Jugendteams trainierte, war bis April 2012 beim Krumer Ligakontrahenten TSV Gochsheim (4./31) verantwortlich. Danach wollte der ehemalige Regionalliga-Co-Trainer des FC Schweinfurt 05 eine Pause einlegen. Damit ist jetzt Schluss. "Seit Herbst bin ich Rentner. Jetzt habe ich wieder Zeit für solche Sachen", sagt Fehlbaum und lacht wieder lautstark.

Der 63-Jährige ist gut gelaunt. Ob er sich auf die Aufgabe freue? Natürlich. Ob er den FSV Krum beobachtet habe? Selbstverständlich, wenn auch erst intensiver nach Schorrs Anruf im November. Ob er sich der Lage des FSV bewusst sei? Klar. Zwar werde der Klassenerhalt "eine Herkulesaufgabe. Aber wir probieren es." Sie wollen es probieren. Aber wie? "Meine Philosophie ist klar. Mein Team muss in der Defensive stabil und geordnet stehen, aber dennoch mit Mut und Leidenschaft nach vorne agieren. Das hängt aber auch von den Spielern und ihren Fähigkeiten ab." Ein Problem sei zudem das knappe Zeitfenster. "Wir haben wenig Zeit, um uns zu retten. Wir brauchen Ergebnisse. Und das schon beim Auftakt gegen Forst."

Aus diesem Grund hat Fehlbaum, der die Mannschaft bisher noch nicht kennengelernt hat, ein Individualprogramm an die Spieler durchgeben lassen. Am Sonntag vor dem Trainingsauftakt am 29. Januar steht dann ein Leistungscheck an. Für den Haßfurter ein wichtiger Gradmesser. "Das ist entscheidend für mich. Dann sehe ich: Haben die Jungs etwas gemacht? Sind sie motiviert?"

Die Chemie stimmt

Daran besteht für Schorr kein Zweifel. Der Abteilungsleiter kennt seine Truppe, hat nach dem Abgang von Burger zusammen mit Co-Trainer Joe Hetterich die Leitung übernommen (Hetterich wird weiterhin Co-Trainer bleiben. Schorr: "Stand nie zur Debatte!"). "Die Stimmung ist überragend. Das Team steht zu 100 Prozent zusammen", sagt Schorr. An der Form müsse jedoch gearbeitet werden.

In der vergangenen Saison, als der FSV die Bezirksligarunde auf Rang 5 abschloss, seien alle Akteure bei 100 Prozent gewesen. Das sei in diesem Jahr nicht so, was Schorr zufolge verschiedene Ursachen hat. "Wir sind in eine Negativserie reingerutscht, das hat die Stimmung gedrückt. Die Unsicherheit, ob der Trainer gehen wird, tat ihr übriges. Dann sinkt die Trainingsleistung, manche sind mental nicht richtig da." Daraus würden sich individuelle Fehler ergeben, die Krum immer wieder das Genick gebrochen hätten. "Wir haben quasi 20 Eigentore geschossen. Wir haben uns die Spiele durch unsere eigenen Unzulänglichkeiten kaputt gemacht."

Hinzu kommen zwei weitere Baustellen: Krum hat keinen echten Stürmer. Die mageren 24 Tore verteilen sich auf zehn verschiedene Spieler. Flügelflitzer wie Felix Hart und Thomas Durst kommen mit Geschwindigkeit über die Außen, in der Box ist seit dem Abgang von Felix Glöckner keiner wirklich gefährlich. "Wir haben keinen, der 25 Buden macht. Keinen Neuner, der die Bälle im Strafraum festmacht oder dort die Kopfballduelle gewinnt."

Krumer sind die Bad Boys der Liga

Dann ist da noch das Problem mit den Unparteiischen. Die FSVler sind die Bad Boys der Liga, niemand sonst musste Spiele so oft in Unterzahl beenden. In 18 Spielen kassierte der FSV 42 Gelbe, fünf Gelb-Rote und fünf Rote Karten - ob berechtigt oder nicht, sei dahingestellt. "Die Platzverweise sind ein Problem. Da bist du eigentlich am Drücker, musst dann aber plötzlich mit zehn Mann noch zusehen, wenigstens einen Punkt mitzunehmen", sagt Schorr. Das hat auch Fehlbaum erkannt. "Das von außen zu beurteilen, ist schwierig. Aber das Thema werde ich ansprechen."

Bleibt noch die Frage nach dem Saisonziel, die sowohl Schorr als auch Fehlbaum klar beantworten: Klassenerhalt. "Wir müssen uns um mindestens einen Platz verbessern", sagt der Abteilungsleiter. Mehr sei nicht drin. Schorrs Favoriten sind die FT Schweinfurt (1./43) und die DJK Oberschwarzach (2./36). "Schweinfurt hat mit Saal, Geiling und Popp eine überragende Offensive, die ist nicht auszuschalten. Hinten haben sie ihre Probleme, aber dahin musst du erstmal kommen." Und die DJK sei "was Kampfgeist und Laufstärke angeht, das Nonplusultra. Wenn die in der 89. Minute das 5:0 kassieren, rennen die trotzdem noch an wie die Blöden. Das imponiert mir."

In diese Sphären muss der FSV nicht vorstoßen. Riedenberg, Unterspiesheim, Altbessingen - mit solchen Teams muss sich der FSV messen. Um sich darauf vorzubereiten, hat Fehlbaum nicht viel Zeit. Wenn er den FSV aber ähnlich schnell in die Spur bekommt, wie er sich entscheidet, ist alles möglich.



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