Sand am Main
Fußball

FC Sand gelingt der Befreiungsschlag gegen den TSV Abtswind

Der FC Sand beendet seine Durststrecke in der Bayernliga mit einem Heimsieg gegen den TSV Abtswind.
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Der Abtswinder Adrian Graf (links) attackiert den Sander Kevin Steinmann mit einer Grätsche.  Foto: Ryan Evans
Der Abtswinder Adrian Graf (links) attackiert den Sander Kevin Steinmann mit einer Grätsche. Foto: Ryan Evans

Die Wochen ohne zählbaren Erfolg sind vorüber. Und es reichte ein Tor, um endlich wieder jubeln zu können. Christopher Gonnerts Tor nach 21 Minuten brachte dem FC Sand den vierten Heimsieg der Saison und den Anschluss an die Nichtabstiegsplätze. Dass der Sieg absolut verdient war, darin waren sich sowohl Sands Trainer Dieter Schlereth als auch sein Abtswinder Kollege Uwe Neunsinger einig. Und auch die beiden zum Zuschauen verurteilten Brüder André und Dominik Schmitt teilten diese Ansicht.

"2:1 für Sand" tippte Sands André Schmitt vor dem Anpfiff, sein Bruder Dominik, seit Saisonbeginn in Abtswind, hielt mit einem 1:2 aus Sander Sicht dagegen. Und er sollte diese kleine familiäre Wette am Ende verlieren. "Absolut verdient", hatten die beiden Schmitts den Sander Heimsieg von der Tribüne aus beobachtet, in der Abtswind erneut jegliche Bayernligatauglichkeit vermissen ließ. Und dennoch: "Natürlich wären wir gerne dabei gewesen. Das schmerzt schon, nicht mitspielen zu können. Und wenn man dann noch in der Zeitung liest, dass das Bruderduell nur an der Seitenlinie stattfindet, schmerzt das umso mehr", hätte André nur allzu gerne seinen Bruder gespielt. Doch eine Achillessehnenverletzung setzt die Geschwister außer Gefecht - und das wohl noch etwas länger.

TSV Abtswind enttäuscht komplett

Abtswind ging äußerst aggressiv in das Derby, lief früh an und störte den Sander Spielaufbau empfindlich. Doch hielt der Druck nur zehn Minuten, in der restlichen Spielzeit hatte der FC Sand das Zepter in der Hand, Abtswind reagierte nur noch, verlor nahezu jeden Zweikampf. "Wenn Du hier so auftrittst, kannst Du nicht bestehen", fasst Gäste-Coach Uwe Neunsinger die Partie am Ende kurz und knapp zusammen. Neunsinger hatte seine Mannschaft vor einer Woche trotz des 3:2-Heimsieges über Kahl mit deftigen Worten kritisiert. Und am Samstagnachmittag keinerlei Besserung erlebt.

"Wenn Du weißt, dass du einen physisch starken Gegner hast, dich wehren musst, und dann keinen Zweikampf gewinnst, keinen zweiten Ball gewinnst, dass du keine Situation lösen kannst, ohne ein Foul zu begehen, dann musst Du Dich nicht wundern. Und wenn Du siehst, wie wir uns in der zweiten Halbzeit verhalten haben, trotz Rückstand in keiner Phase Druck ausüben können, dann haben wir auch nicht mehr verdient", nahm Neunsinger erneut kein Blatt vor den Mund. "Heute hat nur eine Mannschaft gewusst, um was es geht, und das war der FC Sand", war der TSV-Trainer mehr als nur unzufrieden.

Schläfrig sei seine Mannschaft auch beim Sander Siegtreffer gewesen. Ein unnötiges Foul, ein gewaltiger Freistoß von "Joe" Bechmann, den Abtswinds Keeper Felix Reusch gerade noch zur Ecke abwehren konnte, leiteten die Entscheidung ein. Die Ecke kam an den kurzen Pfosten, wurde von André Karmann verlängert, und hinten hatte Christopher Gonnert nur wenig Probleme, den Ball zum 1:0 über die Linie zu bringen (22.).

Und auch direkt nach dem Anstoß war Abtswind nicht auf dem Platz, brachte mit einem schlechten Rückpass den nachsetzenden Gonnert erneut in den Strafraum, doch dessen Querpass haute Shaban Rugovaj in Rückenlage aus zwei Metern über das verwaiste Tor (23.).

Diether Schlereth spricht von wegweisendem Spiel

Ein Stein sei ihm vom Herzen gefallen, so Dieter Schlereth nach den Punkten 15 bis 17. "Für mich war das ein wegweisendes Spiel. Jetzt ist wieder alles möglich. Es war ein verdienter Sieg", war Schlereth sichtlich zufrieden, bemängelte lediglich, dass "wir Abtswind zu lange am Leben gelassen haben". So musste noch bis zum Schlusspfiff gezittert werden.

Abtswind machte jedoch in der gesamten zweiten Halbzeit nicht den Eindruck, die Partie drehen zu können. Mehr als einen ungefährlichen Kopfball von Nicolas Wirsching (52.) brachte der TSV nicht auf das Sander Tor. Sand hingegen hätte erhöhen und damit auch Dieter Schlereths Nerven beruhigen können, doch wischte Reusch einen 16-Meter-Kracher von Sebastian Wagner nach einem Konter über die Latte (53.), und auch der für Wagner ins Spiel gekommene Dominik Rippstein verpasste das 2:0 (75.).

Heimspiel gegen Kahl verlegt

"Wenn wir heute verloren hätten, wäre mehr als die Relegation wohl nicht mehr drin gewesen", sagte Schlereth. So aber hat Sand nur noch einen Zähler Rückstand auf die Nichtabstiegsplätze. Das für Samstag angesetzte Heimspiel gegen Kahl wurde indes auf Bitten der Gäste ins Frühjahr verlegt, die dann die wegen Unwetters ausgefallene Partie gegen den ASV Cham nachholen.

Die Statistik des Spiels

Sand: Geier - Bechmann, Topuz, Steinmann, Thomann - Karmann, D. Schlereth - Gonnert, T. Schlereth (69. Wieczorek), Wagner (73. Rippstein) - Rugovaj (81. Neundörfer).

Abtswind: Reusch - Ruft, Lenhart, Herrmann, Graf - Wirth (60. Gnebner) - Wirsching, Hillenbrand, Lehmann, Wolf (46. Hartlehnert) - Heppt (46. Hummel).

Tor: 1:0 Christopher Gonnert (22.). - Schiedsrichter: Jonas Beinhofer (TSV Murnau). - Zuschauer: 250. mle

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