60 Minuten dauerte die Partie. Doch vier Minuten waren ausschlaggebend, dass die Haßfurter Hawks von ihrem ersten Verzahnungsrunden-Auswärtstrip mit leeren Händen weit nach Mitternacht wieder zurückkamen. Bei der 10:7-Niederlage in Kempten kassierten sie von der 44. bis zur 47. Spielminute vier Gegentreffer, die ihnen das Genick brachen.

ESC Kempten - ESC Haßfurt 10:7

(4:4, 1:1, 5:2)

"Da haben wir leider einfach zu viele Fehler gemacht", ärgerte sich ESC-Trainer Martin Reichert darüber, dass die Kemptener die bis zu diesem Zeitpunkt völlig offene Begegnung binnen kürzester Zeit für sich entschieden. "Kempten hat diese Chancen gut zu Ende gespielt und eiskalt ausgenutzt." Vorwürfe an seine Mannschaft, die sich bis dato glänzend präsentierte, gab es allerdings keine. "Das passiert halt", wollte er sich mit der Nullausbeute nicht lange beschäftigen und seinen Blick auf die nächsten schweren Aufgaben in Geretsried und gegen Dorfen richten.

40 Minuten auf Augenhöhe

Trotzdem: Es wäre mehr möglich gewesen, schließlich begegneten sich die Sharks und die Hawks im tiefverschneiten Allgäu zwei Drittel lang auf Augenhöhe. In dem zumeist fairen Spiel der beiden Landesligisten wechselten so auch die Führungen hin und her. Nach einem torreichen ersten Abschnitt (4:4), in dem Jan Trübenekr (4.) sowie Michal Babkovic mit einem Doppelpack (6./10.) den schnellen 1:0-Rückstand durch Kemptens Alexander von Sigritz (3.) sogar einmal in eine Zwei-Tore-Führung drehten, verliefen auch die zweiten 20 Minuten Drittel völlig ausgeglichen (1:1).

Doch die Haßfurter, die auf die drei Hildenbrand-Brüder Martin (krank), Max und Marco (beide verletzt) sowie auf David Franek (seine Muskelverletzung vom Schongau-Spiel machte dem Routinier schon beim Aufwärmen einen Strich durch die Rechnung) verzichten mussten, schafften es nicht, ihre Konzentration bis zum Ende aufrecht zu erhalten. Sie wurden von den Hausherren gnadenlos bestraft.

Einstellung der Hawks stimmt

Dass Moral, Wille und Kampfgeist nach wie vor herausragend sind, zeigte sich im Anschluss: Jakub Sramek (51.), der kurz darauf noch einen Penalty verschoss (53.) sowie Michal Babkovic (54.), brachten die Hawks noch einmal bis auf 9:7 heran. Nachdem ESC-Keeper Timo Jung seinen Kasten für einen weiteren Feldspieler verlassen hatte, traf Kemptens Schwede Adrian Kastel-Dahl zwei Sekunden vor der Schlusssirene ins verwaiste Gehäuse zum 10:7-Endstand. "Wir haben noch einmal alles probiert. Es hat nicht gereicht", bilanzierte Reichert, der die Allgäuer nochmals für ihre Aggressivität lobte. "Fehler passieren ja auch auf Druck des Gegners. Wenn keine Fehler passieren, dann würden auch keine Tore fallen. Heute waren es für mein Empfinden etwas zu viel auf beiden Seiten."

Angesichts der personellen Ausfälle war der 54-Jährige mit dem Abschneiden am ersten Wochenende dennoch zufrieden. Drei Punkte waren seine Vorgabe. "Natürlich erhofft man sich immer mehr. Aber wenn man realistisch ist, kann man niemand einen Vorwurf machen. Jeder hat alles gegeben, das ist das Entscheidende." ESC Haßfurt: Jung - Hora, Stahl, Ribarik, Rambacher, Bates - Kurz, Trübenekr, Lang, Babkovic, Sramek, Dietrich, Stach, Zösch, Kratschmer, Breyer / SR: Fischer - Zeck, Daumann / Zuschauer: 446 / Tore für Haßfurt: 1:1 (4.) Trübenekr, 1:2 (6.) Babkovic (Sramek), 1:3 (10.) Babkovic (Bates, Breyer), 3:4 (17.) Hora (Trübenekr, Babkovic), 5:5 (29.) Lang (Hora), 9:6 (51.) Sramek, 9:7 (54.) Babkovic (Dietrich, Breyer) / Strafminuten: Kempten 10 / Haßfurt 8