Eltmann
Volleyball-Bundesliga

Eltmanner sind gerüstet für das Oberhaus

Die Eltmanner Heitec Volleys tragen ihre Heimspiele in Bamberg aus und starten mit zehn neuen Spielern zuversichtlich in die Saison.
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Die Bamberger Brose-Arena ist die neue Heimspielstätte der Heitec Volleys Eltmann in der Bundesliga.privat
Die Bamberger Brose-Arena ist die neue Heimspielstätte der Heitec Volleys Eltmann in der Bundesliga.privat
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Sie schlugen zuletzt für Spitzenvereine in Frankreich, Griechenland, Zypern, Polen oder Italien auf. Zehn Spieler sind neu bei den Heitec Volleys, die in die Bundesliga aufgestiegen sind. 2003 war dieser Sprung schon einmal gelungen, damals noch unter dem Namen SG Eltmann. Am Samstag (19.30 Uhr) geht es los mit dem Auswärtsspiel beim deutschen Vizemeister VfB Friedrichshafen. Der erste Gast der Mannschaft von Trainer Marco Donat sind die United Volleys Frankfurt am Freitag, 18. Oktober, um 19.30 Uhr.

International geht es zu bei den Eltmanner Volleyballern. Englisch ist die Sprache der Verständigung, auch jetzt beim "media day" in der Bamberger Brose-Arena, mehr britisch gefärbt als in US-amerikanischem Slang, wie er sonst unter den Profi-Basketballern in dieser Halle zu hören ist.

Professionell präsentieren sich die Eltmanner in ihrer neuen Spielstätte in Bamberg. Gut aufgelegt absolvieren Kapitän Merten Krüger & Co. das Showtraining, gut vorbereitet moderiert Wolfgang Heyder. Die Zahl der Funktionsträger scheint größer geworden zu sein. Heyder glaubt daran, "dass sich Volleyball und Basketball in Bamberg gut vertragen". 2000 bis 3000 Volleyballfans seien schon zu früheren Erstliga-Zeiten in die Halle gekommen.

Filho wohl der Publikumsliebling

Coach Donat sieht seine Mannschaft für die Saison gerüstet, auch wenn die Nationalspieler Luuc van der Ent (Niederlande) und Mathäus Jurkovics (Österreich) erst kürzlich nach ihren Einsätzen bei der Europameisterschaft angekommen seien. Gravierende Verletzungen seien in der Vorbereitung, "die gut gelaufen ist", ausgeblieben. "Wir haben einen großen Umbruch mit zehn neuen Spielern zu bewältigen, der der Professionalisierung und dem Aufstieg geschuldet ist", erklärt Donat.

Auch wenn auf die Mannschaft eine lange und harte Saison warte, fiebere die Mannschaft dem Auftakt entgegen. "Die Stimmung ist super", lobt Donat, "wenn auch nicht immer alles Friede, Freude, Eierkuchen ist. Das soll es auch nicht. Die Mannschaft hat bereits Strukturen entwickelt, es ist ein leichtes Arbeiten mit den Spielern."

Bewährt hätten sich die Eltmanner zuletzt als Dritter bei einem internationalen Turnier in Lissabon mit zwei Champions-League-Vereinen. In der portugiesischen Hauptstadt hätten seine Schützlinge mit Aufschlaggeschwindigkeiten von bis zu 105 Stundenkilometern aufhorchen lassen. Als Leistungsträger nennt Donat Kapitän und Zuspieler Krüger, Diagonalspieler Irfan Hamzagic und Mittelblocker van der Ent. Das Zeug zum Publikumsliebling habe der stets gut gelaunte brasilianische Mittelblocker Roosewelt Filho.

Heyder: etliche neue Partner

Trainer Donat hält in der Aufstiegssaison "viel für möglich, erstes Ziel ist dennoch allein der Klassenerhalt in der Bundesliga. Wir wollen darüber hinaus den Volleyball in Bamberg ankommen lassen." Für Heyder, den Bamberger Marketingmann in Eltmanner Diensten, bedeutet dies, "dass wir bekannt werden, uns etablieren müssen. Es hat sich ja doch etwas hingezogen, bis feststand, dass in Bamberg gespielt wird. Und doch gibt es schon etliche Partner im Raum Bamberg." Die Heitec Volleys planen mit einem Etat von rund 850 000 Euro - ein Mittelwert in der Liga. Mit 6150 Plätzen wird die Brose-Arena die zweitgrößte deutsche Volleyball-Spielstätte sein hinter der Max-Schmeling-Halle (8533), in der der deutsche Meister Berlin Recycling Volleys zu Hause ist.

"In einem Entwicklungsprozess"

Wie sein Coach sieht Kapitän Krüger in den ersten beiden Partien der Saison keinen Druck auf den Eltmannern lasten. Der 28-Jährige glaubt nicht, dass da einer etwas erwarte: "Das sind zwei Champions-League-Teilnehmer." Trainer Donat sagt: "Wir können in Friedrichshafen nur gewinnen." Beide versprechen sicher stellvertretend für das ganze Team einen großen Kampf zum Auftakt zu Hause gegen die Frankfurter.

Merten weiß: "Wir wollen unseren Zuschauern in unserem ersten Heimspiel etwas bieten und uns gut verkaufen." Der Kapitän sieht die Heitec Volleys "in allen Bereichen auf einem guten Weg. Wir befinden uns in einem Entwicklungsprozess, das sind alles gute Leute."

KOMMENTAR

von Michael Schwital

Kein Risiko

Lage, Lage, Lage. Der Immobilienfachmann kennt die erste Voraussetzung für den Erfolg seiner Investition. Talent, Können, den Willen zu harter Arbeit, Erfahrung und Persönlichkeit braucht es, um im Sport Ziele zu erreichen. Diese Eigenschaften will das mit zehn Spielern runderneuerte Team der Heitec Volleys aufbieten, um als Aufsteiger in der Volleyball-Bundesliga Erfolg zu haben. Die Eltmanner bringen noch mehr mit: ein in Jahrzehnten gewachsenes Umfeld und Vereinsleben, treue Fans sowie mit Rolf Werner einen Manager, der genau weiß, was er tut.

Mehrfach haben er und seine Mitstreiter sich gegen den möglichen Sprung in die 1. Liga entschieden. Zu risikoreich erschien jedes Mal der Schritt primär aus finanziellen Gründen nach dem Rückzug 2009. Der Sponsorenpool um den Namensgeber scheint nun für Sicherheit zu sorgen. An Werners Seite steht jetzt mit Wolfgang Heyder ein Mann, dessen Netzwerk und Sportexpertise als Wert per se gelten.

Und doch ist es auch die Lage, die für die Eltmanner wichtig ist. Sie sind aus der Georg-Schäfer-Halle unterhalb der Wallburg gekommen, um in der Bamberger Brose-Arena Erfolg zu haben, nicht zuletzt, weil die Bundesliga ihren Sport in großen Hallen mit der entsprechenden Infrastruktur sehen möchte. Jetzt ist es an den Fans, die Eltmanner Volleyballer in Bamberg zu unterstützen. Zwischen den Hallen liegen 25,7 Kilometer mit dem Auto.

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