Sand am Main
Fußball-Bayernliga Nord

Die Überraschung im Sander Seestadion bleibt aus

Der FC Sand unterliegt der spielstarken DJK Vilzing im Seestadion mit 0:2.
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FC Sand - DJK Vilzing. Der Sander Sebastian Wagner versucht, dem Vilzinger Stürmer Christian Kufner (links) den Ball vom Fuß zu kicken, was ihm aber nicht gelingt; rechts verfolgt FC-Kapitän Andre Karmanndie Szene. Foto: Günther Geiling
FC Sand - DJK Vilzing. Der Sander Sebastian Wagner versucht, dem Vilzinger Stürmer Christian Kufner (links) den Ball vom Fuß zu kicken, was ihm aber nicht gelingt; rechts verfolgt FC-Kapitän Andre Karmanndie Szene. Foto: Günther Geiling

Trotz aller (berechtigter) Kritik an der Gelb-Roten Karte für Kevin Steinmann: Nach der Partie gegen den Tabellendritten DJK Vilzing (3.) gab es am Samstag im Seestadion keine einzige Stimme, die den verdienten 2:0 (1:0)-Auswärtssieg der Oberpfälzer beim FC Sand (14.) in Abrede stellen wollte. Mit einer beeindruckenden Vorstellung holte sich die Mannschaft um Torjäger André Luge ihren zehnten Sieg in dieser Saison.

Die ersten Minuten ließen die 200 Zuschauer im Seestadion auf ein Spektakel hoffen. Beide Teams spielten schnell nach vorne. Der FC agierte mutig, griff früh an, wollte die DJK gar nicht erst ihren Rhythmus finden lassen. Doch die zeigte sich weder beeindruckt noch gewillt, den Sandern etwas vom Kuchen zu überlassen. Mit einer Ballsicherheit, die in dieser Saison in Sand noch nicht zu sehen war, spielte sich Vilzing immer wieder in die Sander Hälfte, ohne aber zunächst für Torgefahr sorgen zu können.

Das änderte sich nach 24 Minuten. Nach einem Querschläger vor dem Sander Strafraum kam der Ball zu Linksaußen André Luge. Der nahm Fahrt auf, ließ Christopher Gonnert einfach mal stehen und zog trocken zum 0:1 ins lange Eck ab. Luge, vor Jahren noch zusammen mit Nationalspieler Joshua Kimmich am Aufstieg von RB Leipzig in die 2. Liga beteiligt, brachte die Partie in die aus Sicht der Gäste erhoffte Richtung.

Sand verlegte sich dann, weil die spielerischen Mittel nicht auszureichen schienen, wieder auf das altbewährte Mittel: lange Bälle vor allem auf Thorsten Schlereth. Doch dessen Flankenläufe haben sich auch bis ins rund 240 Kilometer entfernte Vilzing herumgesprochen. Wechselnde Abwehrspieler stellten sich Schlereth entgegen, riskierten und bekamen auch jeweils Gelbe Karten, hinderten den Sander Angreifer aber immer wieder - des Öfteren auch mit unfairen Mitteln - am erfolgreichen Abschluss.

Aber auch Vilzing agierte immer wieder mit langen Bällen. Die sollte in erster Linie Luge verwerten, doch Gonnert und seine Nebenleute ließen im ersten Durchgang nichts mehr zu. Auf der anderen Seite verlebte Vilzings Schlussmann Maximilian Putz einen geruhsamen Nachmittag, weil es den Sandern erst in der Nachspielzeit der zweiten Hälfte gelang, halbwegs gefährlich vor seinem Kasten aufzutauchen - da war Routinier Johannes Bechmann auch in den Sturm gewechselt.

Den zweiten Durchgang begann Vilzing etwas bedächtiger, ließ den Ball aber mit viel Sicherheit in den eigenen Reihen laufen, während Sand versuchte, den souverän wirkenden DJK-Riegel zu knacken. Dabei sollte nach einer Stunde auch Sven Wieczorek mithelfen, der nach achtmonatiger Verletzungspause sein Saisondebüt gab. "Es war unglaublich, nach so langer Zeit wieder zurückzukommen, auch wenn wir heute verloren haben", so der Mittelfeldspieler. Dem Spiel eine Wende konnte aber auch er nicht mehr geben.

Nur wenige Minuten nach Wieczoreks Einwechslung kam es direkt vor der Sander Bank zu einem Zweikampf zwischen Kevin Steinmann und Vilzings Fabian Trettenbach mit anschließendem Gerangel. Der Schiedsrichterassistent funkte seinem Chef Dominik Fober "zweimal gelb" ins Ohr. Der aber zeigte Steinmann beide gelbe Kartons und damit gelb/rot. "Wir haben momentan richtig schlechte Karten bei den Schiedsrichtern", meinte Coach Dieter Schlereth, der dieses "zweimal gelb" ebenfalls gehört hatte und sicher ist, dass damit sowohl Steinmann als auch Trettenbach gemeint waren. "Wie kann er einem Spieler für ein Foul zweimal gelb zeigen?"

Schlereth wollte diese Szene aber nicht als Ursache für die Niederlage hernehmen. "Wenn man gegen solch eine Mannschaft bestehen will, muss alles passen", zeigte er sich durchaus beeindruckt von der Vilzinger Vorstellung.

Den Sieg der DJK machte nur wenige Minuten später an der Außenlinie Tobias Bräu perfekt. Der kam an der rechten Strafraumkante an den Ball, tanzte im Alleingang drei Sander aus und ließ Sands Keeper Markus Geier, der zuvor noch zweimal glänzend pariert hatte, beim 0:2 keine Abwehrchance. Der FCS kam in der Nachspielzeit gegen die nun nur noch auf den Abpfiff wartenden Gäste noch zu zwei Gelegenheiten, die aber nichts einbrachten.

Die Statistik

FC Sand: Geier - Topuz (61. Wieczorek), Bechmann, Steinmann, Gonnert - Karmann, D. Schlereth - Rippstein, T. Schlereth (82. Witchen), Wagner (82. Moser), Rugovaj / DJK Vilzing: Putz - Wolf, Romminger, Hoch, Huber - Trettenbach, Kufner, Wendl (89. Völkl), Kalteis, Luge (85. Hastreiter), Bräu (77. Chrubasik) / SR: Fober (Herrieden) / Zuschauer: 200 / Tore: 0:1 Luge (25.), 0:2 Bräu (71.) / Gelbe Karten: Karmann, D. Schlereth, Bechmann, Rippstein, Steinmann, T. Schlereth, Rugovaj / Hoch, Romminger, Wolf / Gelb-Rote Karten: Steinmann (67.) / -

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