Haßfurt
Eishockey

Die irren Sekunden von Dorfen

Der ESC Haßfurt liegt in Dorfen mit 3:4 zurück, die Uhr ist fast abgelaufen. Und dann zeigt Michael Babkovic, was in 23 Sekunden alles noch möglich ist.
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Drei Tore, zwei in der Schlussminute, als die Hawks noch mit 3:4 im Hintertreffen lagen: Michal Babkovic, der "Spieler des Abends", sorgte  in Dorfen in letzter Minute noch für den ersten Sieg des ESC. Ralf Naumann
Drei Tore, zwei in der Schlussminute, als die Hawks noch mit 3:4 im Hintertreffen lagen: Michal Babkovic, der "Spieler des Abends", sorgte in Dorfen in letzter Minute noch für den ersten Sieg des ESC. Ralf Naumann

"Wenn man so eine weite Fahrt macht, 0:3 und 1:4 hinten ist und das Spiel in letzter Minute doch noch gewinnt, da gibt es doch nicht Schöneres", fasste Martin Reichert einen unglaublichen Eishockeyabend zusammen. Michal Babkovic erzielte 36 Sekunden vor der Schlusssirene für die Haßfurt Hawks beim ESC Dorfen erst den 4:4-Ausgleich, ehe der Slowake im ESC-Dress 23 Sekunden später sogar zum 5:4-Erfolg in der Verzahnungsrunde zur Bayernliga erfolgreich war. Einfach unglaublich. ESC Dorfen - ESC Haßfurt 4:5 "Ich werde wahrscheinlich 400 Jahre alt, wenn mein Herz so etwas aushält", war Trainer Reichert, nachdem er sich von der Aufregung wieder etwas erholt hatte, zum Scherzen aufgelegt.

Dabei lief die sechste und somit bereits vorletzte Auswärtsbegegnung in der Verzahnungsrunde über weite Strecken anders als erhofft. Nicht nur, nachdem Verteidiger Felix Ribarik nach dem Aufwärmen aufgrund eines muskulären Problems im Nackenbereich passen musste.

Wobei: In der ersten Viertelstunde standen sich zwei gleichwertige Kontrahenten gegenüber, die ihre Chancen hatten. Tore fielen aber zunächst nicht. Erst, als Hauptschiedsrichter Kohlmüller in den letzten fünf Minuten vier Strafzeiten gegen die Kreisstädter verhängte. Und diese Gunst nutzten die Eispiraten. Zweieinhalb Minuten brauchten sie, um durch Treffer von Tomas Vraba, Florian Brenninger und Mario Sorsak (16./ 17./18.) schlagartig und jeweils in Überzahl mit 3:0 in Führung zu gehen. Diesen Nackenschlag steckten die Gäste aber trotzdem wieder weg, auch wenn der Dorfener Christoph Lönnig nach dem 1:3 durch Georg Lang (33.) in der Schlussminute des zweiten Abschnitts den Drei-Tore-Abstand wieder herstellte (40.). "Da hat man schon gemerkt: Wir kommen. Leider konnten wir es noch nicht so umsetzen", hatte Reichert zu diesem Zeitpunkt angesichts einiger Pfostenschüsse und guter Paraden von Dorfens Keeper Thomas Hingel aber ein gutes Gefühl, dass seine Mannschaft im Schlussdrittel noch einen Zahn zulegt. Er sollte recht behalten.

Dass es jedoch bis sechs Minuten vor Ende dauerte, ehe Babkovic die endgültige Aufholjagd startete, zehrte nicht nur an den Nerven der knapp 20 Haßfurter Schlachtenbummler unter den 230 Besuchern. In einer unglaublichen Schlussphase brachte, nachdem Reichert mittlerweile nur noch zwei Angriffsreihen aufs Eis schickte, Jan Trübenekr den ESC auf 2:4 heran (56.), ehe Babkovic zum zweiten und dritten Mal zuschlug. Saisontreffer Nummer 42 des Slowaken bedeutete bei doppelter Überzahl den 4:4-Ausgleich, Nummer 43 bedeutete den Last-Minute-Sieg.

Am kommenden Wochenende stehen die zwei Partien gegen Buchloe und in Vilshofen auf dem Terminkalender, Haßfurt geht mit breiter Brust in diese Spiele. "Das ist das, was die Mannschaft momentan auszeichnet: Sie spielt weiter, egal wie es steht und was vorher passiert ist. Sie verzagt nicht und zieht ihr Ding durch. Dann wendet sich das Blatt auch einmal zu unseren Gunsten." Reichert zollte ein "ganz großes Lob" an Kapitän Christian Dietrich und Co. "Sie haben 60 Minuten hart gearbeitet und sich am Ende noch die drei Punkte geholt. Das ist einfach Wahnsinn." ESC Haßfurt: Martin Hildenbrand, Jung - Hora, Stahl, Max Hildenbrand, Ribarik, Rambacher, Marx, Rambacher, Bates - Kurz, Trübenekr, Lang, Babkovic, Franek, Sramek, Dietrich, Zösch, Kratschmer, Breyer / SR: Kohlmüller - Haas, Daumann / ZS: 230 (20 aus Haßfurt) / Tore für Haßfurt: 3:1 (33.) Lang (Sramek, Stahl), 4:2 (55.) Babkovic (Lang, Sramek) 4-5, 4:3 (56.) Trübenekr (Sramek) 3-5, 4:4 (60.) Babkovic (Hora, Sramek), 4:5 (60.) Babkovic (Hora, Sramek) 3-4 / Strafzeiten: Dorfen 14 / Haßfurt 14.

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