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Haßfurt
Eishockey

Die Hawks halten dem Druck stand

Der ESC Haßfurt schlägt den Spitzenreiter der Landesliga-Aufstiegsrunde in einer nervenaufreibenden Begegnung mit 4:2.
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Jubel, Trubel, Heiterkeit: Sowohl die Mannschaft als auch die Fans der Haßfurter Hawks feiern das Tor von David Franek (Zweiter von links) zum 4:2.  Foto: Ralf Naumann
Jubel, Trubel, Heiterkeit: Sowohl die Mannschaft als auch die Fans der Haßfurter Hawks feiern das Tor von David Franek (Zweiter von links) zum 4:2. Foto: Ralf Naumann

"Wir haben uns gesagt, dass wir weiter kämpfen müssen. Um jede Scheibe. Wir müssen weiter 100 Prozent geben. Das hat sich am Ende gelohnt." David Franek, der 49 Sekunden vor der Schlusssirene mit einem Alleingang auf das leere Buchloer Tor das frenetisch gefeierte 4:2 erzielte und den Pirates somit den endgültigen "Knockout" versetzte, brachte es auf den Punkt.

Landesliga, Aufstiegsrunde

ESC Haßfurt - ESV Buchloe 4:2 (0:2, 2:0, 2:0) Der Einsatz sowie der unbändige Wille bis zur letzten Sekunde, gegen den bärenstarken Spitzenreiter der Landesliga-Aufstiegsrunde die Oberhand zu behalten, haben sich ausgezahlt. Ein 0:2-Rückstand wurde somit in einen 4:2-Sieg umgewandelt.

Und nach diesem zweiten Wochenendsieg, der aufgrund der Ergebnisse der direkten Konkurrenten immens wichtig war (Moosburg, Kempten und Amberg feierten ebenfalls Erfolge), ist das Rennen um den Einzug in die "Top 4 " noch einmal spannender geworden. Dementsprechend groß war auch die Freude bei Haßfurts Trainer Volker Hartmann, der nach einer sehr nervenaufreibenden Partie ein Sonderlob für seine Mannschaft aussprach: "Wie sie sich wieder zurückgefightet hat, dafür gibt es ein großes Kompliment", sagte der 43-jährige Bayreuther, der einzig den Start kritisierte. "Das erste Drittel haben wir leider etwas verpennt. Aber sonst war die komplette Truppe einfach gut."

Partie beginnt mit Verspätung

Die Partie begann allerdings aus einem anderen Grund kurios, beziehungsweise eben nicht: Beide Mannschaften hatten sich nach dem Aufwärmen letztmals in ihre Kabinen zurückgezogen, als es plötzlich sehr leise und fast dunkel im Eisstadion wurde. Grund war der breitflächige Stromausfall in der Kreisstadt und in weiten Teilen des Umlandes. Lediglich die Notbeleuchtung hielt dem "Black out" Stand, der erst nach 45 Minuten beendet war.

Die Dunkelheit hatte die Hausherren wohl mehr als die Gäste aus dem Ost-Allgäu beeindruckt, denn sie waren sofort wieder hellwach. Und dass sie nicht umsonst an der Spitze der Aufstiegsrunde stehen, wurde schnell sichtbar. Doch erst als Michal Petrak sowie Kapitän Alexander Krafczyk Buchloe Mitte des ersten Drittels innerhalb von zwei Minuten mit 2:0 in Führung gebracht hatten (10./12.), wurde den mehr als 500 Zuschauern der Ernst der Lage immer deutlicher. Die hochklassige Partie wog zwar hin und her, die Hawks fanden aber trotz ihrer Bemühungen keinen Weg, um Buchloes Schlussmann Johannes Wiedemann zu überwinden.

Haßfurter melden sich zurück

Dies sollte sich im zweiten Abschnitt jedoch ändern: Neuzugang Domantas Cypas markierte für die aufopferungsvoll kämpfenden Kreisstädter bei eigener Überzahl den 1:2-Anschluss. Und nachdem sie in der Folgezeit noch mehrere Hochkaräter liegengelassen hatten - unter anderem verfehlte David Franek im Liegen aus kürzester Distanz das leere Tor - , war es in der 37. Minute dann soweit: Michael Babkovic kam nach einem Gewühl vor dem Buchloer Gehäuse an den Puck und setzte ihn zum 2:2 ins Netz.

Hochspannung herrschte aber weiter. Die umkämpfte Begegnung hätte sich sowohl in die eine als auch die andere Richtung entwickeln können. Letztlich war der Druck der Haßfurter Puckjäger bei einer weiteren Überzahlsituation dann aber doch zu groß für die Gäste. Michal Babkovic schloss ein Zuspiel von David Franek mit einem platzierten Schuss zur erstmaligen ESC-Führung ab (56.). Und nachdem Pirates-Trainer Christopher Lerchner seinen Torwart für einen weiteren Feldspieler auf die Bank beordert hatte, kam Franek an die Scheibe und netzte nach kurzem Zwischenspurt zum 4:2-Endstand ein (60.).

"Ich habe immer gesagt, dass erst am Schluss abgerechnet wird. Jetzt sind wir wieder einen kleinen Schritt weiter", zog Hartmann ein sportlich positives Fazit des Wochenendes mit dem Versprechen, dass sich auch die nächsten beiden Gegner EV Moosburg und ESC Kempten "warm anziehen" können.

Das Thema David Franek ist beendet

Und das Thema David Franek? "Es ist intern alles geklärt. Das war's", wollte sich der Publikumsliebling nach der Rücknahme der vor einer Woche ausgesprochenen Suspendierung selbst nicht mehr weiter zum Thema äußern. Dafür Hartmann, der "sehr zufrieden" mit den erfolgreichen Gesprächen und dem positiven Ausgang ist. "Wir brauchen ihn, er ist ein erfahrener, guter Spieler. Ich bin froh, dass er wieder dabei ist. Der Vorfall ist erledigt."

Glück im Unglück hatte derweil Michael Breyer, der im zweiten Abschnitt einen aus kurzer Distanz abgefälschten Puck ins Gesicht bekam. Der 23-Jährige musste daraufhin zwar vom Eis, kehrte nach dem Seitenwechsel aber wieder zurück: Die Hartgummischeibe hatte das Auge knapp verfehlt. Er erlitt "nur" eine Prellung.

Statistik des Spiels

ESC Haßfurt: Jung, Hildenbrand - Hora, Thebus, Stahl, Köder, Cypas, Faust, Breyer - Hornak, Kohl, Trübenekr, Lang, Masel, Babkovic, Franek, Dietrich, Kratschmer / Zuschauer: 524 / Schiedsrichter: Feist - Bösl/Laudenbach / Tore: 0:1 (10.) Petrak (Ruf, Beslic) 4-5, 0:2 (12.) Krafczyk (Petrak, Wittmann), 1:2 (22.) Cypas (Babkovic, Dietrich) 5-4, 2:2 (37.) Babkovic (Masel, Franek), 3:2 (56.) Babkovic (Franek, Cypas) 5-4, 4:2 (60.) Franek (Masel, Breyer) - Empty net / Strafzeiten: Haßfurt 2 / Buchloe 10.

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