Haßfurt
Eishockey

Der ESC Haßfurt ist zufrieden und stellt Weichen

Die Verantwortlichen der Haßfurter "Hawks" blicken auf eine erfolgreich verlaufene Saison zurück.
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"Einer von uns". Der schwer verletzte Petr Krepelka, dem es laut eigener Nachricht "besser und besser" geht, war stets Bestandteil der "Hawks" und bei den Fans äußerst beliebt.
"Einer von uns". Der schwer verletzte Petr Krepelka, dem es laut eigener Nachricht "besser und besser" geht, war stets Bestandteil der "Hawks" und bei den Fans äußerst beliebt.
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Für die "Hawks" des ESC Haßfurt hat mit der Schlusssirene beim 9:6-Auswärtssieg in Amberg am letzten Sonntag nach sieben Vorbereitungs-, 22 Vorrunden- und 14 Aufstiegsrundenpartien die Sommerpause begonnen. Erst im September beginnt im Stadion Am Großen Anger die neue Saison. Ein Coup ist den sportlich Verantwortlichen schon jetzt gelungen: Die Weiterverpflichtung von Jakub Sramek, Daniel Hora, Jan Trübenekr und Michal Babkovic (siehe eigener Bericht). Unsere Zeitung unterhielt sich mit den Verantwortlichen.

Welches Fazit ziehen Sie nach der Saison 2017/18?
Sportvorstand Andreas Kurz: Ein sehr, sehr positives. Allerdings muss man in der Verzahnungsrunde Abstriche machen. Es ist einfach sehr, sehr schwer, in den Rhythmus zu kommen, wenn ständig mehrere Spieler krank oder verletzt sind. Die Verzahnungsrundenteilnehmer waren allesamt ja keine Laufkundschaft und haben sich bis auf uns und Amberg nochmals für die Play-offs verstärkt. Die Vorrunde allerdings war überragend. Selten habe ich in der Landesliga ein so starkes Team gesehen wie unseres. Und mit dem Zuschauerzuspruch von insgesamt knapp 10 000 in dieser Saison sind wir äußerst zufrieden.
Trainer Martin Reichert: Das von uns anvisierte Ziel Aufstiegsrunde wurde mit dem zweiten Platz in der Vorrunde und dem gezeigten Eishockey mehr als erreicht. Dass wir bereits nach dem ersten Aufstiegsrundenspiel nicht mehr unseren kompletten Kader einsetzen konnten, ist schade. Das hat uns im Endeffekt einen möglichen Aufstieg gekostet. Die Jungs haben dennoch das Maximale rausgeholt.

Was hat Sie in dieser Saison am meisten gefreut und am meisten geärgert?
Reichert: Geärgert hat mich zeitweise der erbärmliche Umgang und das Verhalten einiger Vereine und Menschen im Umgang mit unseren Krepelka-Aufwärmtrikots. Umso mehr erfreut hat mich andererseits der Zuspruch und die Anteilnahme vieler Vereine und auch die großartige Unterstützung, die wir dadurch Petrs Familie zukommen lassen konnten. Hier nochmals vielen Dank an alle. Was mich sportlich am meisten gefreut und überzeugt hat, war der Umstand, dass sich alle vier neuen Kontingentspieler als Glückstreffer erwiesen und toll in unsere Mannschaft gepasst haben. Das dadurch die Leistung der Mannschaft sowie das Eishockey in Haßfurt überhaupt deutlich verbessert und attraktiver wurden, war sehr gut zu erkennen. Die Mannschaft hat, egal welche Rückschläge wir in dieser Saison verdauen mussten, immer wieder den Blick nach vorne gerichtet und eine sehr gute Saison gespielt.
Kurz: Den Unfall von Petr haben wir alle noch nicht verarbeitet. Das war das negativste Erlebnis, seit ich hier beim ESC tätig bin. Geärgert ist das falsche Wort, wohl eher erstaunt war ich, dass so mancher ,Eishockeyfachmann‘ denkt, dass wir nach der Verletzung von Martin Hildenbrand einen gleichwertigen Torhüter so mal kurz aus dem Ärmel schütteln. Aber es ist wie es ist. So viele Telefonate wie in diesen paar zur Verfügung stehenden Tagen bis zum Ende der Wechselfrist hat vor allem unser Trainer wohl nicht mal beruflich geführt. Was mich derweil überaus gefreut hat, war die Tatsache, dass ich in dieser Saison eigentlich nur zwei Spiele gesehen habe, welche ich in die Kategorie ,naja‘ einordne: Das erste Auswärtsspiel in Königsbrunn, eine 1:8-Niederlage, und das zweite Heimspiel gegen Bad Kissingen - 3:9. Bei allen anderen Partien haben die Jungs immer 100 Prozent gegeben. Das zeugt davon, welche Moral und welcher Zusammenhalt in der Mannschaft herrschten. Ich persönlich hatte die Befürchtung, dass sie sich nach dem Heimspiel gegen Moosburg und dem unglücklichen Einstand von Michael Tscherepanow in diesem Spiel ein wenig aufgeben würde. Aber das Gegenteil ist passiert. Immer Vollgas bis zur letzten Minute. Respekt.

Wie geht es Petr Krepelka derzeit?
Reichert: Ich hatte vor einigen Tagen wieder WhatsApp-Kontakt zu ihm. Er hat mir geschrieben, dass er sich besser und besser fühlt. Seine Fortschritte sind sehr gut und er kann beide Beine ein bisschen bewegen. Ich werde Petr demnächst wieder in Murnau sehen, danach weiß ich mehr. Auch ein Großteil der Mannschaft besucht ihn. Er freut sich schon sehr, und er dankt dem Verein sowie den Fans für die ganze Hilfe und die Unterstützung. Es ist, so hat er geschrieben, unglaublich, was sie tun.

Mit der Weiterverpflichtung der vier Kontingentspieler ist Ihnen bereits ein Kracher gelungen, der auch den Fans viel Vorfreude bereiten dürfte. Welche Spieler dürfen oder wollen zudem weiter bei den Hawks spielen? Wer verlässt den Verein, wer kommt?
Reichert: Zunächst möchte ich betonen, dass wir fünf Top-Ausländer hatten, da Petr ebenso wichtig für uns war wie alle anderen Spieler. Die Verpflichtungen von Jan, Daniel, Michal und Jakub waren ein logischer Schritt. Sie waren unbedingt nötig, um in dieser schwierigen Liga zu bestehen. Dass sich Haßfurt inzwischen zu einem guten Eishockey-Standort mit gutem Ruf entwickelt hat, zeigen sowohl die Vertragsverlängerung als auch die Anfragen von anderen Interessenten für die kommende Saison. Mit unseren einheimischen Spielern werden wir sprechen und hoffen, ebenso schnell Erfolgsmeldungen benennen zu können. Wir planen, nach heutigem Stand, die Neuverpflichtungen auf zwei bis drei Spieler für die kommende Saison zu begrenzen.

Herr Reichert, hängen Sie noch eine weitere Saison dran?
Reichert: Die Saison ist noch zu kurz zu Ende, als dass ich mir darüber schon wirklich Gedanken gemacht habe. Wir werden in den Monaten März und Mai die Planungen für die kommende Saison soweit auf den Weg bringen. Danach bereiten wir die Neuwahlen vor. Der neue Vorstand wird sich dann über den Trainer des ESC Haßfurt für die Saison 2018/19 Gedanken machen.


Dem ESC-Fan Bendel ist das Quartett 1000 Euro wert


"Das schafft ihr ja doch nicht", bekam Martin Reichert in den letzten Wochen öfter zu hören. Dabei ging es für viele Fans der Haßfurter "Hawks" um Michal Babkovic, Jakub Sramek, Daniel Hora und Jan Trübenekr, die mit insgesamt 280 Scorerpunkten (131 Tore) in den 36 Pflichtspielen maßgeblich zu der tollen Saison in der Landesliga beigetragen haben. Doch die ESC-Verantwortlichen haben es geschafft: Der Slowake und die drei Tschechen haben ihre Verträge für eine weitere Saison verlängert.
Auch Andreas Kurz zeigte sich nach der Vertragsunterschrift kurz vor der letzten Partie beim ERSC Amberg begeistert. "Jetzt haben wir Planungssicherheit und einen ganz großen Schritt für eine tolle Saison 2018/19 bereits gemacht", machte der Sportvorstand deutlich."Die Vertragsverlängerung von Jan, Daniel, Michal und Jakub zeigt, dass es in der Mannschaft gestimmt hat. Alle vier fühlen sich pudelwohl und haben wenig Zeit gebraucht, um sich weiter für die Hawks zu entscheiden." Es zeige zugleich, "dass unsere Vorgehensweise und unsere Arbeit der vergangenen Jahre Früchte trägt."
"Ist jemand bereit, 1000 Euro zu spenden, falls es uns doch gelingt, das Quartett weiter von Haßfurt zu überzeugen", fragte Martin Reichert unterdessen nach dem letzten Heimderby der "Hawks" gegen die in die Bayernliga aufgestiegenen Schweinfurter "Mighty Dogs" im "Hawks Inn". Die Antwort lautete für den treuen Fan Roland Bendel "Ja". Somit bleiben dem Landesligisten nicht nur vier symphytische Spieler enthalten, sondern die Vereinskasse wird jetzt auch noch um 1000 Euro aufgestockt.
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