Haßfurt
Eishockey

Der Aufstieg ist das Ziel der Haßfurter Hawks

Im Interview sprechen Martin Reichert und Volker Hartmann über die bisherige Saison des ESC Haßfurt. Außerdem blicken sie auf die anstehende Aufstiegsrunde voraus.
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Haßfurts Trainer Volker Hartmann hat die Aufstiegsrunde vor Augen. Ebenso wie Sportlicher Leiter Martin Reichert hofft er, dass die Hawks nicht nur erfolgreich starten, sondern am Ende den Aufstieg in die Bayernliga schaffen. Foto: Ralf Naumann
Haßfurts Trainer Volker Hartmann hat die Aufstiegsrunde vor Augen. Ebenso wie Sportlicher Leiter Martin Reichert hofft er, dass die Hawks nicht nur erfolgreich starten, sondern am Ende den Aufstieg in die Bayernliga schaffen. Foto: Ralf Naumann
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Das in erster Linie angestrebte Ziel "Aufstiegsrunde" haben die Haßfurter Hawks souverän erreicht. Platz 1 nach den 20 Vorrundenpartien ist aller Ehren wert. Dabei haben die Kreisstädter mit 150 Toren die meisten in den beiden Landesligagruppen 1 und 2 erzielt.

Ein großes Manko war jedoch die oftmals löchrige Hintermannschaft. Die Torhüter Timo Jung und Martin Hildenbrand mussten immerhin 85 Mal hinter sich greifen. Da konnte sich auch Topverteidiger Daniel Hora, mit aktuell 59 Scorerpunkten sogar bester Haßfurter, dagegenstemmen wie er wollte. Der Sportliche Leiter Martin Reichert und Trainer Volker Hartmann blicken auf die erste Saisonhälfte sowie die am Freitag beginnende Aufstiegsrunde und beantworten auch die Frage, ob sie die Bayernliga im Blickfeld haben. Wie lautet Ihr Fazit nach der sportlich erfolgreichen Vorrunde? Martin Reichert: "Unser erstes Ziel haben wir mit dem Erreichen der Zwischenrunde erfüllt. Dass die Vorrunde mit dem ersten Platz endete und zu Hause alle Spiele gewonnen wurden, ist für die Zuschauer und für uns alle ein tolles Ergebnis." Volker Hartmann: "Wir sind mit 50 Punkten Vorrunden-Meister geworden, haben alle Heimspiele gewonnen und nur drei Mal auswärts verloren. Ich bin deshalb hochzufrieden und gleichzeitig stolz auf die Jungs. Sie haben gut gearbeitet und alle gut mitgezogen. Dass wir am Ende fünf Punkte vor Amberg stehen, hätte ich vor der Runde nicht gedacht." Gab es auch etwas, was Ihnen nicht so gut gefallen hat? Hartmann: "Wir haben zwar viele Tore geschossen. Aber 85 Gegentore sind zu viel. Mir wäre es natürlich lieber gewesen, wenn wir vielleicht nur 120 Tore geschossen und dafür nur 50 kassiert hätten. Das Problem ist uns bewusst. Ich hoffe, dass jetzt in der Aufstiegsrunde auch einmal nur vier oder fünf Tore für einen Sieg reichen." Was muss sich konkret ab Freitag ändern? Hartmann: "Vor allem im eigenen Drittel müssen wir noch aggressiver und noch konzentrierter arbeiten, die Zweikämpfe annehmen. Meine Devise ist: Die Mannschaft, die im eigenen Drittel die meisten Zweikämpfe gewinnt, wird am Ende auch das Spiel gewinnen. Nach vorne brauche ich mir keine Sorgen machen. In der eigenen Zone muss jeder seinen Job zu 100 Prozent erledigen. Ich hoffe, die Jungs können sich diesbezüglich noch steigern." Kommen noch Verstärkungen für die Aufstiegsrunde, gerade im Abwehrbereich? Reichert: "Wir sind das ganze Jahr mit verschiedenen Spielern im Gespräch. Dies ist enorm wichtig. Zum einen muss ein neuer Spieler der Mannschaft weiterhelfen können und zum anderen in unser Budget passen. Ob wir noch einen solchen Spieler bis zum 15. Januar hinzubekommen, wird man sehen. Wir würden gerne noch den ein oder anderen Spieler verpflichten, wenn die Rahmenbedingungen passen." Hartmann: "Wir müssen einfach abwarten, ob sich noch etwas tut. Es stehen nicht viele Alternativen zur Verfügung. Leider haben sich manche vielversprechende Lösungen aus unterschiedlichen Gründen zerschlagen." Ist das Ziel trotzdem der Aufstieg in die Bayernliga? Reichert: "Natürlich wollen wir auch in der Zwischenrunde wieder unter die ersten Vier kommen, um damit bei den ‚Play-Offs' um den Aufstieg dabei zu sein. Dies bedeutet auch, wenn wir alle Spiele gewinnen wollen, dass am Ende der Aufstieg stehen würde. Also ja, wir wollen und werden, wenn wir uns sportlich qualifizieren, auch in die Bayernliga aufsteigen." Wäre dies machbar? Reichert: "Auch hier ein deutliches Ja. Die Mannschaft hat bewiesen, dass wir mit ein bis zwei Verstärkungen durchaus in der Bayernliga mithalten können." Welche Voraussetzungen müssten für nächstes Jahr vorhanden sein? Reichert: "Im wesentlichen möchten wir gerne die Mannschaft halten und würden uns freuen, wenn viele Spieler kommendes Jahr wieder bei uns sind. Von den Bedingungen im Stadion, im Verein und im Umfeld sind wir bereits bayernligafähig. Unser Budget ist leider bereits in der Landesliga nicht im Top-Bereich. Hier gibt es noch einige Mannschaften, denen größere Mittel zur Verfügung stehen. In der Bayernliga befindet sich unser Budget im absoluten unteren Bereich. Aber hier haben wir bereits in den letzten Jahren in der Landesliga bewiesen, was möglich ist. An einer Erhöhung unserer Einnahmen arbeiten wir, wie in jedem Jahr, genauso intensiv wie in allen anderen Bereichen."

Würden die Spieler die Bayernliga mittragen? Reichert: "Diese Frage stellen wir so nicht wirklich, eine Veränderung innerhalb der Mannschaft findet nahezu jedes Jahr statt. Unabhängig davon, in welcher Liga wir spielen. Beruflich und privat verändern sich die Spieler und jedes Jahr beginnt eine neue Zeitrechnung, wer bleibt, wer geht oder wer aufhört. Grundsätzlich verändert sich die Anzahl der Spiele und Trainingszeiten von der Landesliga zur Bayernliga nicht wirklich. Dass die Spiele im Einzelnen anspruchsvoller werden, ist klar. Das Niveau ist höher und es wird noch einmal etwas intensiver. Die Aufstiegsrunde wird bereits ein kleiner Vorgeschmack in diese Richtung sein." Heißt der Trainer auch 2020/2021 Volker Hartmann? Hartmann: "Mir gefällt es natürlich gut. Ich habe ja vorher schon gewusst wo ich hingehe, nachdem ich damals sowohl für als auch gegen Haßfurt gespielt habe. Das Umfeld ist wirklich klasse. Und wenn das Umfeld stimmt, kann man auch gut arbeiten und Leistung bringen. Es ist so gekommen, wie ich es mir vorgestellt habe. Es ist optimal, es macht Spaß, ich komme mit Jedem gut aus. Wir werden demnächst miteinander sprechen. An mir liegt es nicht. Ich würde gerne weiter in Haßfurt bleiben. Die Segel will ich jedenfalls noch nicht streichen, egal, wie es jetzt ausgeht. Aber mal schauen, was die Zukunft bringt." Die Fragen stellte Ralf Naumann.

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