Eltmann
Volleyball-Bundesliga

Den Eltmannern fehlt die Zeit zum Aufarbeiten

Nach der 0:3-Schlappe gegen Rottenburg sind die Eltmanner Heitec Volleys in Herrsching gefordert.
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Irfan Hamzagic (rechts) brachte noch die beste Leistung in einem schlechten Heimspiel der Heitec-Volleyballer gegen den TV Rottenburg. Foto: Daniel Löb
Irfan Hamzagic (rechts) brachte noch die beste Leistung in einem schlechten Heimspiel der Heitec-Volleyballer gegen den TV Rottenburg. Foto: Daniel Löb

0:3 (22:25, 23:25, 18:25) im Kellerderby der Bundesliga gegen den TV Rottenburg: Die Volleyballer des Aufsteigers Heitec Volleys werden etwas bieten müssen, um wieder mehr Zuschauer in die Bamberger Brose-Arena zu locken als die rund 850 zuletzt. Zeit, um die Schlappe tiefgreifend aufzuarbeiten, bleibt nicht. Am Samstag (19 Uhr) ist das neue Tabellenschlusslicht bei den WWK Volleys Herrsching (7.) gefordert.

Wie man mit einer solchen Klatsche wie gegen den TV Rottenburg umgeht? Trainer Marco Donat fällt die Antwort am Tag nach dem "Katastrophenspiel", wie er sagt, nicht leicht. Das liegt nicht daran, dass ihm Informationen fehlen würden: Man brauchte als Zuschauer und Volleyball-Laie keine Statistiken, um zu sehen, dass die Heitec Volleys völlig von der Rolle waren, kopflos agierten und total verkrampft wirkten - das Ganze sichtbar in viel zu wenigen Emotionen, stattdessen überwogen ratlose Gesichter und eine erschreckend schwache Körpersprache. Und fehlte es an Cleverness: Statt den Aufschlagdruck zu reduzieren, wollte die Mannschaft mit Gewalt durch die eigentlich offene Tür ins Spiel. 30 Prozent betrug die Fehlerquote bei den Aufschlägen, 19 Services wurden verschlagen. Die Gäste aus dem Schwabenland mussten nur noch die Punkte einsammeln, die ihnen allzu großzügig ins Netz geworfen wurden.

Donat sucht nach den richtigen Worten, um mit seiner Mannschaft hart ins Gericht zu gehen, aber gleichzeitig den Weg zur richtigen Reaktion zu weisen. Denn die muss schnell kommen, steht mit dem Samstagsspiel in Herrsching doch schon die nächste Bewährungsprobe ins Haus. Der für seinen Klartext bekannte Coach aus Bottrop sagt: "Wir haben jetzt acht Spiele hinter uns. In den ersten beiden Spielen hatten wir ein Annahmeproblem und gleich die großen Klubs als Gegner. Bei den Netzhoppers haben wir unsere Chance zum Sieg nicht genutzt. Wir liefern dann vier sehr gute Spiele in Folge ab, was bedeutet, dass die Mannschaft mit der neuen Libero-Konstellation Potenzial hat und es auch abruft. Das macht die enttäuschende Niederlage vom Mittwoch nur noch unverständlicher. Wir haben als Team versagt. Und auch ich war am Ende ratlos, weil die Leistung auf dem Feld nichts mehr mit Volleyball zu tun hatte."

Einzelgespräche mit den Spielern

Mit den Spielern wurden bereits am Abend der Niederlage erste Einzelgespräche geführt, um zu verstehen, warum das Team nie in Fahrt gekommen ist. Die Mannschaftsbesprechung und die Vorgaben für das Wochenende standen am Donnerstagabend auf dem Plan. Und hier zeigt sich Donat kompromisslos: "Ich erwarte eine deutliche Trotzreaktion von allen Spielern. Ob die Herrschinger Halle zu klein, zu laut und zu eng ist, das spielt keine Rolle." Der VCE-Coach erwartet wie gegen Giesen und in Friedrichshafen deutlich sichtbare Spielfreude und die entsprechende Körpersprache. In Herrsching müsse man "Eier haben" und dürfe sich nicht einschüchtern lassen. Donat: "Wir sind Profis und haben eine Verantwortung gegenüber unseren Fans und den Sponsoren. Wer diese Challenge nicht annehmen und mit dem Druck eines wichtigen Sechs-Punkte-Spiels nicht umgehen kann, der muss sich dringend hinterfragen. Den Welpenschutz als Neuling haben wir ausgereizt, seit Mittwoch heißt es nur noch beißen und kämpfen, im Training und auf dem Spielfeld."

Noch deutlicher wird der Eltmanner Macher Rolf Werner: "Das Desaster gegen Rottenburg sehe ich als einmaligen kollektiven Aussetzer. Denn bisher haben die Jungs im Training und auf dem Spielfeld gut gearbeitet. Aber als Vereinsführung erwarten wir eine deutliche Reaktion, wir haben viel an Boden verloren und müssen daher Vollgas geben. Die Schonfrist ist vorbei, was zählt, ist nur die Leistung eines jeden Einzelnen und des Teams." Am Ende gehe es um Wiedergutmachung in Herrsching, für die Fans, aber auch für das Eltmanner Team selbst. Werner glaubt, dass es ein Match gegen eine Mannschaft auf Augenhöhe werde. "Wir haben in der Vorbereitung gegen Herrsching gewonnen, wir wissen, dass wir bessere Spiele abliefern können, und das müssen wir am Samstag auf die Platte bringen."

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