Haßfurt
Eishockey-Landesliga, Gruppe 1

David Franek bleibt cool und sorgt für Haßfurter Sicherheit

Die "Hawks" schlagen den EV Dingolfing mit 9:5.
Artikel drucken Artikel einbetten
Das ging zu schnell für den Dingolfinger Schlussmann Christian Hamberger: Bei einem erneuten Break erzielt Michal Babkovic seinen zweiten Unterzahltreffer in Folge für die "Hawks". Der Slowake hat den Puck schon unter die Latte gelupft. Foto: Ralf Naumann
Das ging zu schnell für den Dingolfinger Schlussmann Christian Hamberger: Bei einem erneuten Break erzielt Michal Babkovic seinen zweiten Unterzahltreffer in Folge für die "Hawks". Der Slowake hat den Puck schon unter die Latte gelupft. Foto: Ralf Naumann

David Franek war in der 52. Spielminute die Ruhe selbst. Im Spiel seiner Haßfurter "Hawks" am Freitagabend wartete der Routinier vor dem Dingolfinger Gehäuse so lange mit dem Abschluss, bis Torwart Christian Hamberger langsam zu Boden ging und sich so breit machte, dass kein Haar mehr durchgepasst hätte. Und Franek? Er lupfte den Puck einfach schlitzohrig unter die Latte.

Mit seinem sehenswerten und wichtigen Treffer zum 7:4 sorgte der 34-Jährige für die Vorentscheidung in einer lange offenen Begegnung, die der Spitzenreiter der Landesliga, Gruppe 1, der ESC Haßfurt, mit 9:5 gegen den EV Dingolfing für sich entschied. "Ich glaube schon, dass wir am Ende verdient gewonnen haben", sagte Franek, der sich der vorangegangenen Mühe bewusst war: Der Gegner habe mit drei Mann Forechecking betrieben, und die "Hawks" hätten lange Zeit keine passende Antwort gefunden. "Es war nicht einfach. Gott sei Dank haben wir derzeit einen so guten Lauf, dass wir immer ein paar mehr Tore schießen als der Gegner." ESC Haßfurt - EV Dingolfing 9:5

(2:2, 2:2, 5:1) Dass mit dem EV Dingolfing keine Laufkundschaft ins Stadion am Großen Anger kommt, war allen Beteiligten im Vorfeld bewusst. Und die quasi mit "voller Kapelle" im eigenen Mannschaftsbus gekommenen "Isarrats" gingen durch Florian Meichel frühzeitig in Führung (4.). Die 418 Zuschauer, darunter eine Handvoll laustarker Gästefans, sahen bis zum Ende des zweiten Abschnittes ein Auf und Ab beider Mannschaften, die sich mit der Führung abwechselten. Doch vor allem in Überzahl lief an diesem Abend bis dato recht wenig auf Haßfurter Seite zusammen. Fünf Minuten am Stück hatte der Spitzenreiter etwa im ersten Drittel Zeit, nachdem Maximilian Ohr aufgrund eines völlig überzogenen Checks gegen Georg Lang frühzeitig zum Duschen geschickt worden war. Passiert ist jedoch nichts.

Anders in eigener Unterzahl: Gleich zweimal in Folge war Michal Babkovic bei Breaks erfolgreich und stellte so auch den wichtigen 4:4-Ausgleich vier Sekunden vor Ende des zweiten Spieldrittels her (40.). Gut, dass Timo Zürcher die mittlerweile ersatzgeschwächten "Hawks" - Verteidiger Lucas-Andreas Thebus hatte sich das Knie verdreht und konnte nicht mehr weiterspielen - mit einer tollen Einzelleistung kurz nach Beginn der letzten 20 Minuten wieder nach vorne brachte (44.) und Michal Babkovic mit seinem dritten Streich am Freitagabend (47.) für einen erstmaligen Zwei-Tore-Vorsprung sorgte.

"Vielleicht hatten wir da auch ein bisschen mehr Glück", kommentierte Franek, der mit seinem mittlerweile bereits zwölften Saisontreffer fünf Minuten später den neunten Saisonsieg der "Hawks" sozusagen eintütete. "Die zwei schnellen Tore haben uns sicher gutgetan." Tatsache ist, dass der Bann der "Flussratten" auch aufgrund einiger Undiszipliniertheiten gebrochen war und Jan Trübenekr auf 8:4 (53.) erhöhte.

Der 8:5-Anschluss, für den Daniel Schander 85 Sekunden vor dem Ende sorgte, veranlasste EV-Trainer Bill Trew zwar nochmals zur Herausnahme von Torwart Christian Hamberger für einen weiteren Feldspieler. Der Schuss ging jedoch nach hinten los: Pascal Marx traf zum 9:5-Endstand ins verwaiste Dingolfinger Gehäuse (60.) - die Heimweste der "Hawks" bleibt dank des sechsten "Dreiers" vor den eigenen Fans blütenweiß.

"Mir war klar, dass es kein Spaziergang wird. Man darf nicht vergessen: Dingolfing war da. Ein Team, das mit Sicherheit bis zum Schluss um den Einzug in die Top 4 mitspielt und wahrscheinlich auch reinkommt", zeigte sich der Haßfurter Trainer Volker Hartmann nach der Partie insgesamt zufrieden mit dem Ergebnis und zugleich erleichtert. "Wir haben uns zwei Drittel lang schwergetan, weil ein guter Gegner da war." Nichtsdestotrotz bemängelte er das Schussverhalten in den ersten 40 Minuten. "Das war zu wenig. Wir waren zu verspielt", kritisierte der Bayreuther, dass sich die "Hawks" das Leben selbst unnötig schwer gemacht hätten. Am Ende hätten Kapitän Christian Dietrich und Co. noch einmal "alles in die Waagschale geworfen" und "verdient gewonnen, weil wir die Chancen dann auch nutzten". ESC Haßfurt: Jung, Hildenbrand - Hora, Thebus, Hornak, Stahl, Marx - Stach, Trübenekr, Lang, Babkovic, Franek, Dietrich, Zürcher, Kratschmer, Breyer / SR: Markert - Bösl, Weigl / Zuschauer: 418 / Tore für Haßfurt: Babkovic (3), Franek (2), Trübenekr, Stach, Zürcher, Marx / Strafzeiten: Haßfurt 12 / Dingolfing 17 plus 20 gegen Ohr

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren