Haßfurt
Eishockey

Das zweite Drittel total verpennt

Der ESC Haßfurt unterliegt dem EV Moosburg 6:7. Ausschlaggebend war das zweite Spieldrittel.
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Michael Breyer (links, im Duell mit dem Moosburger Vinzenz Maier) erzielte in der Schlussminute zwar den umjubelten 6:6-Ausgleich für seine Hawks. Am Ende musste sich Haßfurt nach einem weiteren Gegentreffer aber mit 6:7 geschlagen geben. Foto: Ralf Naumann
Michael Breyer (links, im Duell mit dem Moosburger Vinzenz Maier) erzielte in der Schlussminute zwar den umjubelten 6:6-Ausgleich für seine Hawks. Am Ende musste sich Haßfurt nach einem weiteren Gegentreffer aber mit 6:7 geschlagen geben. Foto: Ralf Naumann

Nach 40 Minuten waren die Haßfurter Hawks eigentlich schon mausetot. Der EV Moosburg lag mit 6:2 in Führung. Doch die 425 Zuschauer verwandelten das Stadion Am Großen Anger am Freitagabend bis zur Schlussminute wieder in ein Tollhaus. Das Weihnachtswunder blieb in dieser Partie der Eishockey-Landesliga aber aus.

ESC Haßfurt - EV Moosburg 6:7

(2:2, 0:4, 4:1)

Wer nach dem 6:6-Ausgleich durch Michael Breyer auf ein Happy End hoffte, wurde exakt sieben Sekunden vor der Schlusssirene enttäuscht. Der Kanadier Nolan Regan, neben Neuling Daniel Klinecky einer der beiden Moosburger Kontingentspieler, drosch den Puck an den linken Pfosten des ESC-Gehäuses, von wo er quer an Torwart Timo Jung, im letzten Drittel für Martin Hildenbrand eingewechselt, vorbeirutschte und dabei langsam hinter die Linie trudelte. 6:7. Aus, vorbei.

Der Haßfurter Trainer Martin Reichert schüttelte ungläubig seinen Kopf über die am Ende bittere Niederlage - die aufgrund des Mittelabschnittes aber vorhersehbar war. "Wir haben ein ganz schlechtes zweites Drittel gespielt", suchte der Sylbacher nicht nach Ausreden und brachte die Hauptursache für die dritte Heimniederlage mit wenigen Worte auf den Punkt.

Was war passiert? Nach einer schnellen 2:0-Führung durch einen Doppelschlag von Michal Babkovic und Jakub Sramek (jeweils 5.) fingen sich die Moosburger schnell wieder, auch wenn weitere ESC-Treffer angesichts der Großchancen durchaus drin gewesen wären. Stattdessen gab Markus Gröger Haßfurts Keeper Martin Hildenbrand gleich zwei Mal das Nachsehen (10./16.). Doch es kam noch schlimmer, denn nach dem ersten Seitenwechsel war der Spitzenreiter neben der Spur.

 

"Die Tore dürfen nicht passieren"

Knapp zwei Minuten dauerte es, ehe die Hawks mit 2:5 - auch aufgrund abgefälschter und so für den "Hexer" schwer haltbare Schüsse - im Hintertreffen lagen. Und als negativer Höhepunkt erzielte Moosburgs letzter Neuzugang Stefan Groß in seinem ersten Auftritt für die Grün-Gelben in Unterzahl den sechsten Treffer für den EV. "Da waren wir unkonzentriert, die Tore dürfen nicht passieren. Und wir müssen in dieser Phase besser nach vorne arbeiten", ärgerte sich Reichert über die Passivität seiner Mannschaft.

Zumindest die Moral des ESC stimmte beim letzten Spiel des Jahres wieder einmal. Der überragende Daniel Hora (44./56.), Georg Lang (49.) sowie Michael Breyer in Überzahl (60.) gelang nach einer grandiosen Aufholjagd in letzter Minute tatsächlich noch der Ausgleich. Die Freude darüber währte nur 47 Sekunden, ehe Nolan Regan zuschlug.

"Man kämpft sich wieder ran, findet wieder neue Motivation, die Mannschaft arbeitet zusammen und dann so ein Niederschlag wenige Sekunden vor Schluss. Das ist schon heftig", wirkte der erschöpfte ESC-Stürmer Georg Lang, der von einem "Durchhänger" während der zweiten 20 Minuten sprach, ziemlich niedergeschlagen. "Ich hoffe, die Fans waren nicht allzu enttäuscht von uns." Sein Blick richtete sich zu diesem Zeitpunkt aber wieder nach Vorne. "Wir müssen uns jetzt richtig vorbereiten für die Aufstiegsrunde."

ESC freut sich auf die Pause

"Natürlich war das sehr unschön für uns. Aber das ist Eishockey, da muss man durch", zeigte sich auch Reichert enttäuscht darüber, dass die Haßfurter Siegesserie im letzten Spiels des Jahres riss und sprach nach der tollen Aufholjagd mit dem "K.o." sieben Sekunden vor dem Ende von einem "harten Schlag". Anderseits ordnete er den "sehr komischen Verlauf" der Partie realistisch ein. "Das ging wellenartig hin und her, mit vielen Fehlern auf beiden Seiten. Trotzdem bis auf das Ergebnis irgendwie in Ordnung."

Nichtsdestotrotz freut er sich jetzt ebenso wie die Spieler und alle ESC-Verantwortlichen auf die Weihnachtspause, in der vor allem Regenration auf dem Programm steht. Bis zur letzten Vorrundenpartie am 6. Januar 2019 in Vilshofen stehen lediglich einige Trainingseinheiten auf dem Programm. Ob die Hawks dann immer noch Tabellenführer sind oder vom ERSC Amberg auf Rang 2 verdrängt werden, wird sich in den kommenden Tagen entscheiden. Sollten die "Wild Lions" ihre nächsten beiden Partien gegen Freising und Waldkirchen gewinnen, wäre die Wachablösung an der Spitze vollzogen.

ESC Haßfurt: Martin Hildenbrand, Jung - Hora, Stahl, Max Hildenbrand, Marco Hildenbrand, Rambacher, Bates - Kurz, Trübenekr, Lang, Babkovic, Sramek, Dietrich, Stach, Zösch, Kratschmer, Breyer, Vollert / SR: Beigel / Ayaz / Zuschauer: 425 / Tore für Haßfurt: 1:0 (5.) Babkovic (Kratschmer), 2:0 (5.) Sramek (Trübenekr, Hora), 3:6 (44.) Hora, 4:6 (49.) Lang (Babkovic), 5:6 (56.) Hora (Sramek), 6:6 (60.) Breyer (Hora) 5-4 / Strafzeiten: Haßfurt 10 / Moosburg 10

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