Haßfurt
Eishockey

Bayernliga ist nur noch Theorie - Letztes Spiel für Trainer Martin Reichert

Nach der Niederlage des ESC Haßfurt gegen den ESC Vilshofen ist der Aufstieg in die Eishockey-Bayernliga sehr unwahrscheinlich geworden.
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Zum vermutlich letzten Mal in dieser Saison werden sich die Haßfurter Hawks kurz vor dem Anpfiff der Heimpartie gegen die "Wild Lions" des ERSC Amberger (Sonntag, 18 Uhr) gegenseitig einschwören. Mit einem Sieg soll die Sommerpause eingeleitet werden, nachdem die Chancen auf den Aufstieg nur noch theoretische Natur sind.  Foto: Ralf Naumann
Zum vermutlich letzten Mal in dieser Saison werden sich die Haßfurter Hawks kurz vor dem Anpfiff der Heimpartie gegen die "Wild Lions" des ERSC Amberger (Sonntag, 18 Uhr) gegenseitig einschwören. Mit einem Sieg soll die Sommerpause eingeleitet werden, nachdem die Chancen auf den Aufstieg nur noch theoretische Natur sind. Foto: Ralf Naumann

Ein Sieg ist für den ESC Haßfurt (8./3) gegen die Wild Lions des ERSC Amberg (5./17) Pflicht. Am besten mit drei Toren Unterschied, damit der direkte Vergleich nach der 7:5-Hinspielniederlage an die Hawks geht. Alle anderen notwendigen Bedingungen, um doch noch den Bayernligaaufstieg zu verwirklichen, liegen nicht in ihrer Hand. Bully am Faschingssonntag ist um 18 Uhr. ESC Haßfurt - ERSC Amberg "Realistisch betrachtet ist das Thema Aufstieg seit unserer Niederlage in Vilshofen vorbei. Es wird jedenfalls schwer und ist aus eigener Kraft nicht mehr zu erreichen", sagt ESC-Trainer Martin Reichert und hofft dabei in erster Linie auf einen erfolgreichen Ausklang einer langen Saison.

Aufstieg theoretisch noch möglich

Recht hat er, denn selbst bei einem deutlichen Erfolg gegen die Oberpfälzer, die am Freitagabend beim ESV Buchloe noch eine Nachholpartie zu bestreiten haben, sind die Chancen der Hawks auf einen Platz unter den ersten Drei in der Endabrechnung nur noch theoretischer Natur.

Erst recht, nachdem die zweite Nachholpartie der Wild Lions bei der EA Schongau (die Oberpfälzer sagten wegen zu vieler kranker Spieler ab), mittlerweile für die Schongauer Mammuts gewertet wurde, die deshalb laut offizieller Tabelle neben den punktgleichen Geretsriedern den Klassenerhalt in der Tasche haben.

"So viele ‚zudem müsste noch'-Situationen wird es nicht geben", sagt Reichert. In seinem letzten Spiel als langjähriger Chef-Coach (siehe Bericht unten) freut er sich auf einen "fairen und unterhaltsamen" Abschluss, der diesmal bereits um 18 Uhr beginnt.

"Haben Unterstützung verdient"

"Die Mannschaft hat uns in den vergangenen Wochen und Monaten sehr viel Freude bereitet. Es ist sicher bitter, dass wir ausgerechnet kurz vor der Ziellinie noch einmal ins Straucheln geraten sind. Aber das ist Hockey", gibt sich der 55-Jährige als fairer Sportsmann und bittet die Fans, noch einmal zahlreich ins Stadion zu kommen. "Die Jungs haben es verdient, noch einmal unterstützt zu werden."

Unterstützung vor Ort gibt es zudem von einer Abordnung von Brose Bamberg. Nachdem die Mannschaft am Sonntag spielfrei ist, wollen sich einige Verantwortliche und eventuell auch Spieler aufgrund der Zusammenarbeit mit dem ESC Haßfurt bei schulischen Veranstaltungen ein Heimspiel live anschauen. Definitiv nicht im Kader steht derweil Georg Lang, bei dem unter der Woche ein Innenbandriss im Knie diagnostiziert wurde.

ESC Haßfurt: Martin Hildenbrand, Jung - Hora, Ribarik, Stahl, Max Hildenbrand, Marx, Rambacher, Bates - Kurz, Trübenekr, Babkovic, Franek, Sramek, Hümmer, Dietrich, Stach, Zösch, Kratschmer, Breyer, Vollert

Trainer Martin Reichert hört auf

Für Martin Reichert ist die Begegnung am Sonntagabend gegen den ERSC Amberg eine besondere. Es wird aller Voraussicht nach seine letzte als Chefcoach des Eishockey-Landesligisten ESC Haßfurt sein.

Ursprünglich war es 2016 anders geplant, doch aufgrund der kurzfristigen Absage des damals fest eingeplanten Trainers Volker Hartmann, erklärte sich Reichert, der bereits in der Bayernligasaison 2013/2014 für die "Erste" im Einsatz war, nochmals zur Verantwortung auf der Bank bereit. Am Freitagabend soll nun Ende sein.

Als Hauptgründe nennt der Diplomingenieur zum einen den hohen Zeitaufwand sowie die enorme Belastung, die für ihn Überhand genommen habe. Andererseits benötige die Mannschaft seiner Überzeugung nach wieder eine Veränderung auf dem Trainerposten. "Wir möchten, dass die Rücksichtnahme auf Haßfurter Spieler keine Rolle mehr spielt. Das ist mir natürlich aufgrund der Historie immer schwer gefallen", sagt er.

Sein Nachfolger solle zukünftig dennoch "einzig und alleine nach Leistung bewerten und entsprechend handeln können, damit die Mannschaft in ihrer Leistung einen Schritt nach vorne gehen kann." Einen konkreten Namen gibt es laut Andreas Kurz noch nicht. "Schade, dass Martin als Trainer nicht mehr zur Verfügung steht. Die letzten drei Jahre waren nicht nur in sportlicher Hinsicht äußerst erfolgreich", bedauert der Gesamtvorstandssprecher. "Allerdings akzeptieren wir seine Entscheidung. Martin und ich sind uns auch einig, dass wir zur weiteren Entwicklung der Mannschaft und des Vereins diesen Schritt gemeinsam gehen müssen. Außerdem bleibt er uns als sportlicher Leiter und Vorstand weiter erhalten."

Der neue Trainer müsse "natürlich einige Kriterien erfüllen. Wir haben da schon ein Anforderungsprofil erstellt", sagt Kurz. Mit den Spielern gab es bereits unterdessen die ersten Gespräche zu Vertragsverlängerungen. "Noch ist aber nichts konkretes zu vermelden."

Einen Wunsch hat Martin Reichert noch: "Es muss endlich eine Entscheidung bezüglich der Regelung mit transferkartenpflichtigen Spieler geben. Der BEV braucht eine Lösung, die eine gesetzliche Grundlage hat und sich durch alle Alters- und Spielklassen hinweg einheitlich präsentiert."

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