Eltmann

VC Eltmann blick auf herausragendes Jahr

Der VC Eltmann liegt in der 2. Volleyball-Liga Süd klar auf Meisterschaftskurs und fährt den Lohn für seine intensive Vorbereitung ein.
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Ob die Spieler der Oshino Volleys nun ihren Trainer Milan Maric (mit dem Rücken zur Kamera) feiern oder sich selbst nach einem überragenden Sieg über die TGM Mainz-Gonsenheim zum Abschluss eines glanzvollen Jahres - sie tun es mit Recht, denn 2016 haben sie insgesamt nur zwei Pflichtspiele verloren.
Ob die Spieler der Oshino Volleys nun ihren Trainer Milan Maric (mit dem Rücken zur Kamera) feiern oder sich selbst nach einem überragenden Sieg über die TGM Mainz-Gonsenheim zum Abschluss eines glanzvollen Jahres - sie tun es mit Recht, denn 2016 haben sie insgesamt nur zwei Pflichtspiele verloren.
Im Alter von 15 Jahren ist Christian Nowak ans Volleyball-Internat Frankfurt gewechselt, seit 22 Jahren also spielt er auf Top-Niveau. Aber selbst für den routinierten Mittelblocker im Dress des VC Eltmann ist ein Jahr wie das nun zu Ende gehende eine neue Erfahrung. Nur zwei Niederlagen in einem Jahr, "das hatte ich in dieser Zeit noch nie", sagte er. Nur ein Punktspiel mussten die Eltmanner seit Januar 2016 in der 2. Liga Süd abgeben und sich im Pokalwettbewerb dem Erstligisten Inger-soll Bühl nach einer 2:0-Führung noch im Tiebreak beugen. Mit 33 Punkten, sechs mehr als Verfolger SV Schwaig und noch einer Partie weniger als die meisten Konkurrenten, liegen die Oshino Volleys klar auf Meisterschaftskurs. Ganze acht Sätze haben sie in zwölf Begegnungen verloren und fegten im letzten Spiel des Jahres den Fünften TGM Mainz-Gonsenheim, dem sie im Hinspiel mit 2:3 unterlegen gewesen waren, förmlich aus der Georg-Schäfer-Halle.

Leicht sah das aus, das 3:0 am Vorabend des vierten Advent, aber Sportvorsitzender und Manager Rolf Werner weiß auch: "Die Vorrunde in der 2. Liga war lang und hat viel Kraft gekostet. Die Frequenz der Massagen und physiotherapeutischen Anwendungen ist in den vergangenen Wochen nach oben gegangen." In dieser Hinsicht kam die Weihnachtspause den Eltmannern durchaus gelegen. "Wir müssen aber die Balance finden zwischen Pause machen und unsere Form konservieren."


Feiern, aber fit bleiben

Genauso sieht es Trainer Milan Maric. "Die Spieler sollen jetzt feiern, aber auch fit bleiben", gibt er vor. Große Bedenken hat er nicht, denn seine Akteure "sind im Kopf sehr professionell, auch wenn sie arbeiten oder studieren". Denn darin sind sich alle Eltmanner einig: Wenn sie nach der Vizemeisterschaft in der Vorsaison diesmal als Erster durchs Ziel gehen wollen, darf es kein Nachlassen geben. Vor allem ihre Serie zu Hause, wo sie in Punktspielen seit über einem Jahr ungeschlagen sind, wollen die Oshino Volleys halten und dafür sorgen, dass die Zuschauer - mit einem Schnitt von gut 500 pro Partie zeigte sich Werner durchaus zufrieden - weiter Grund zum Feiern haben.

"Unsere Mannschaft hat eine reife Spielweise, sie weiß, was sie kann, und hat auch das Selbstvertrauen, um kritische Phasen meist zu überwinden", sagt Werner über das Team. Kapitän Sebastian Richter antwortet auf die Frage, was sein Team stärker mache als die Konkurrenz: "Wir sind motiviert und heiß auf jedes Spiel. Wir betreiben mehr Aufwand, spielen intensiv und wollen jede Partie gewinnen, um uns für unseren Aufwand zu belohnen."

Natürlich hilft es, dass die meisten Eltmanner bereits Erfahrung in der 1. Liga gesammelt haben. "Wir sind auch sehr ausgeglichen und breit besetzt", erklärt der Manager. Dadurch können die Eltmanner Ausfälle meist gut wettmachen. Andererseits können nicht alle Akteure in jeder Partie zum Einsatz kommen. "Wir waren uns vor der Saison einig, dass wir Meister werden wollen. Deshalb gönnt es auch jeder dem anderen, wenn er spielt und Erfolg hat", versichert Richter.


In der Rolle des Gejagten

Die Eltmanner stellen sich darauf ein, dass sie nach der Weihnachtspause noch mehr als bisher in der Rolle des Gejagten sein werden. Werner setzt aber auf die Qualitäten des Teams. "Wir sind sehr breit aufgestellt, die Mannschaft tritt sehr geschlossen auf und hat eine niedrige Eigenfehlerquote", erklärt er. So sei es auch möglich gewesen, den Ausfall von Mittelblocker Nikola Poluga während fast der Hälfte der Vorrunde wettzumachen. Die beiden "Neuen" im Vergleich zur vergangenen Runde, Timon Schippmann und Heriberto Quero, "verbreitern nochmals unsere Möglichkeiten und sind absolut auf dem Niveau der Mannschaft. Sie haben bewiesen, dass sie Leistungsträger sein können." Gerade Quero, der ehemalige VCE-Spielertrainer und frühere venezolanische Nationalspieler, sorge für Entlastung, "denn mit Hansi Nürnberger hatten wir in der vergangenen Saison nur einen Diagonalangreifer".

Wenn es am 2. Januar wieder ins Training geht, wollen sich die Eltmanner mit der gleichen Akribie wie bisher auf jedes Spiel vorbereiten und jede Aufgabe mit voller Konzentration angehen, wie Werner versichert. "Und natürlich hoffen wir darauf, dass wir von weiteren Verletzungen verschont bleiben. Auch wenn wir gut besetzt sind: Wenn uns beispielsweise unser Zuspieler Merten Krüger ausfallen würde, wäre das schon schwierig aufzufangen."


Weichenstellung in Schwaig

Bereits im ersten Rückrundenmatch am 7. Januar beim Zweiten SV Schwaig steht eine wichtige Weichenstellung an. Den fränkischen Rivalen sowie die in der Tabelle folgenden Mannschaften aus Delitzsch und Freiburg sieht Trainer Milan Maric als schärfste Konkurrenten an, "aber man weiß nie, ob eine Mannschaft aus dem hinteren Bereich noch nach vorne stößt". Dass die Eltmanner zuversichtlich sind, ihren Vorsprung bis zum Saisonfinale am 22. April verteidigen zu können, bestreiten die Verantwortlichen aber nicht.

Wie es danach weitergeht, hängt nicht nur vom sportlichen Erfolg ab. "500 000 Euro, besser 600 000" sind nach Werners Rechnung nötig, um den Sprung in die Bundesliga wagen zu können. "Das heißt rein rechnerisch, dass jeder unserer Sponsoren sein Engagement um den Faktor 2,63 erhöhen müsste. Und ich weiß, dass einige das bestimmt nicht machen können", sagt der Manager. Somit geht es nun darum, neue Finanzquellen zu erschließen.

Am Vorlizenzierungsverfahren, der formellen Voraussetzung für den Aufstieg, haben die Eltmanner erneut teilgenommen, wie schon im Vorjahr. Am 1. April muss der Antrag auf eine Erstliga-Lizenz spätestens eingereicht werden, 14 Tage später sind dann 40 Prozent der erwarteten Einnahmen nachzuweisen. Darüber, wie die Chancen stehen, genug Geld einzusammeln, will der Manager nicht spekulieren, "das ist völlig offen", sagt er. "Da kommt noch sehr, sehr viel Arbeit auf uns zu."

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