Laden...
Sand am Main
Fußball-Bayernliga Nord

Sander Erfolg mit Disziplin und Konzentration

Dass der FC Sand die Saison in der Fußball-Bayernliga Nord auf Platz 7 beenden würde, hat ihm im Vorfeld kaum jemand zugetraut.
Artikel drucken Artikel einbetten
Entschlossen und geschlossen: Nicht nur beim Kreis vor dem Anpfiff, auch in den Spielen selbst trat der FC Sand als Einheit auf und war nach einer kurzen Findungsphase für jeden Gegner schwer zu schlagen.
Entschlossen und geschlossen: Nicht nur beim Kreis vor dem Anpfiff, auch in den Spielen selbst trat der FC Sand als Einheit auf und war nach einer kurzen Findungsphase für jeden Gegner schwer zu schlagen.
Das Beispiel, um die Leistung seiner Mannschaft zu beschreiben, findet Egbert Mahr in der Fußball-Bundesliga und im Südwesten Deutschlands. "Das ist wie beim SC Freiburg", sagt der Präsident über den FC Sand. "Der ist als Aufsteiger Siebter geworden, weil die Mannschaft einen super Teamgeist hat - und der HSV, der einen viermal so hohen Etat hat, bringt nichts zustande." Als Siebter hat auch der FC Sand die Saison beendet, ein paar Nummern kleiner zwar, in der Bayernliga Nord, aber ebenso unerwartet.


Geduld war gefragt

Nach einem holprigen Start, als die in großen Teilen neu formierte Mannschaft sich erst finden musste, lief das Team um den ebenfalls neuen Trainer Uwe Ernst zu großer Form auf. Und erst als in der Schlussphase, als der angestrebte Klassenerhalt längst unter Dach und Fach war und die eine oder andere Verletzung auftrat, war die Luft raus. Die 50-Punkte-Marke war ein letztes kleines Ziel von Ernst und den Seinen, doch dass sie dies nicht mehr erreicht, sondern die Saison mit vier Niederlagen am Stück beendet haben, ist allenfalls ein kleiner Schönheitsfehler.

"Ich wusste, dass wir Geduld brauchen, aber dann hat sich schnell herauskristallisiert, dass wir eine gute Mannschaft haben", erklärt der Trainer. "Und wir hatten auch Glück, dass wir lange von Verletzungen verschont geblieben sind." Über mehrere Monate fiel nur Dominik Rippstein aus. Enger wurde das Personalkorsett dann nach der Winterpause. Lukas Wirth und Dinis Ribeiro, der zur kommenden Saison als Spielertrainer zum TSV Kirchaich wechselt, verließen den Verein, die eine oder andere Verletzung kam dazu, "da wurde es hinten heraus schon knapp", erinnert sich Ernst. Nach den ersten Spieltagen geriet der FC aber nie mehr in Gefahr, in die Abstiegszone abzurutschen. "Da sind wir noch näher zusammengerückt, und die Mannschaft hat gezeigt, dass sie Charakter hat", lobt Ernst sein Team.


"Tausendprozentig"

Dem Coach und seinem Team, dem spielenden Co-Trainer und Torwarttrainer Bernd Leuner, spricht wiederum Präsident Mahr ein Lob aus. "Die drei stehen tausendprozentig zum FC Sand und sind alle schon viele Jahre mit uns verbunden", sagt er. Sicherlich habe sich das Team erst an Ernsts Stil gewöhnen müssen, der etwas lockerer sei als der seines Vorgängers Bernd Eigner, "aber über Fußball kann Uwe Ernst niemand etwas erzählen". Dass Bernd Nöthling Teil der Mannschaft sei und im Team mit Kapitän Daniel Krüger, Andre Karmann, Florian Gundelsheimer und anderen auch "richtige Typen" stünden, die mal "auf den Tisch hauen, wenn es nötig ist", habe sich zudem als Vorteil erwiesen. Eine konzentrierte und disziplinierte Leistung in der Defensive sieht Ernst als wichtigen Faktor für den Erfolg an. "Bei der Chancenverwertung könnten wir uns aber noch verbessern."

Besonders freut sich Mahr darüber, dass der FC Sand zu Hause so erfolgreich war, "das ist gerade für einen kleinen Verein wichtig, damit die Zuschauer zufrieden sind". Elf seiner 17 Heimspiele hat der FC Sand gewonnen, das ist der viertbeste Wert in der Liga. Meister VfB Eichstätt hat nur zwei Heimsiege mehr. Gerade angesichts dessen ist der Präsident "schon enttäuscht", dass nicht mehr Zuschauer den Weg ins Seestadion gefunden haben. "Mehr als 180 zahlende pro Spiel waren es sicher nicht", sagt er. Der Rest seien Schiedsrichter oder Leute aus dem Verein gewesen, die keinen Eintritt entrichten müssen. Aber der Sander Präsident weiß auch, dass die Konkurrenz der Fußball-Übertragungen im Fernsehen den Amateurvereinen das Wasser abgräbt.


Zwei Neuzugänge stehen fest

Dass gerade der FC Sand jeden Euro brauchen kann, ist kein Geheimnis. Den Verein plagen Steuerschulden, ob es überhaupt weitergeht, stand auf der Kippe. Doch das "Aus" ist wohl abgewendet. Dass sich Trainerteam und Mannschaft in dieser Situation so klar für den Verein entschieden haben, macht Mahr Freude. Bis auf Torwart Sebastian Stober, der aus beruflichen Gründen weggeht, haben, wie Präsident und Trainer übereinstimmend erklären, alle Spieler für die kommende Runde zugesagt. Um mit einem Kader von 18 Feldspielern plus zwei Torhütern in die Vorbereitung gehen zu können, stehen mit Schlussmann Lars Medem (TSV Burgebrach, früher SV Memmelsdorf/Ofr.) und dem aus Sand stammenden Nachwuchsspieler Fabian Röder, der aus der U19 des FC Schweinfurt 05 kommt, zwei Neuzugänge fest.

Für talentierte und willige Spieler der Zweiten Mannschaft, Zweiter der Kreisliga, stehe zudem die Tür nach oben immer offen, und wenn sich weitere Fußballer aus der Region anböten, könnten durchaus noch ein, zwei Neuzugänge dazukommen, sagt der Präsident. "Das wird und muss unser Weg sein, dass wir auf Spieler aus dem eigenen Nachwuchs und der Region setzen." Darauf, dass alle vier Jugendteams von der D- bis zur A-Jugend in der kommenden Saison in der Bezirksoberliga antreten, ist er stolz, auch darauf, dass "wir 180 Jugendliche in 16 Mannschaften bei uns haben, und 50 Trainer und Betreuer dafür." Da der FC Sand auch eine Dritte Mannschaft in der Kreisklasse stellt, bietet sich für alle Spieler, die dem Nachwuchs entwachsen, die Möglichkeit, in Sand weiter Fußball zu spielen.

Dass die "Erste" das Aushängeschild ist und auch in der kommenden Saison in der Bayernliga eine gute Rolle spielen soll, ist aber klar. Ab dem 12. Juni läuft bereits wieder die Vorbereitung darauf. Den siebten Platz allerdings will Mahr nicht als Messlatte hernehmen. "Ob das alles nochmal so gut läuft, müssen wir abwarten", sagt Mahr. "Für uns kann das Ziel immer nur Klassenerhalt lauten."
Verwandte Artikel

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren