Haßfurt
Eishockey-Bayernliga

"Hawks" sind enttäuscht, aber nicht entmutigt

Dass die Saison in der Eishockey-Bayernliga kein Zuckerschlecken wird, war und ist allen Beteiligten klar. Dass sich die "Hawks" des ESC Haßfurt aber auf einem solch steinigen sportlichen Weg mit teilweise unüberwindbaren Hindernissen beziehungsweise Gegnern befinden, war so vielleicht nicht zu erwarten.
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Neuzugang Martin Oertel, aus Bad Kissingen gekommen, ist einer von nur fünf Feldspielern, die bislang alle acht Saisonbegegnungen bestritten haben. Der Angreifer ist außerdem mit acht Punkten, davon sieben Beihilfen, interner Topscorer bei den "Hawks".
Neuzugang Martin Oertel, aus Bad Kissingen gekommen, ist einer von nur fünf Feldspielern, die bislang alle acht Saisonbegegnungen bestritten haben. Der Angreifer ist außerdem mit acht Punkten, davon sieben Beihilfen, interner Topscorer bei den "Hawks".
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Nach den ersten acht von 30 Vorrundenpartien und vor der ersten von zwei zweiwöchigen Pausen in der Saison liegt die Mannschaft von Trainer Doug Kacharvich auf dem 16. und damit letzten Tabellenplatz. Das hatten sich die Verantwortlichen beim Verein, die nach wie vor nur "designiert" im Amt sind, "natürlich anders vorgestellt", wie Abteilungsvorstand Peter Vogel einräumt. "Ich bin genauso enttäuscht über den bisherigen Verlauf der Saison", sagt der 53-Jährige. "Aber", so ergänzt er, "alle haben doch gewusst, wie schwer es wird. Auch unsere Fans."

Er weist zudem darauf hin, dass es die "Hawks" in den bisherigen Partien sechs Mal mit Mannschaften zu tun hatten, die jetzt schon in der ersten Tabellenhälfte stehen und vermutlich am Saisonende oben rangieren werden. Bis auf den Tabellenzweiten EV Lindau bekamen es die Unterfranken bereits mit den "Top 5" der Liga zu tun. Und dass es gegen den Spitzenreiter EHC Waldkraiburg, den EC Pfaffenhofen, den TSV Peißenberg, den ERC Sonthofen und den ESC Dorfen "sehr schwer bis unmöglich wird zu gewinnen", sollte jedem Realisten klar sein. "Hinzu kommt noch unsere personelle Situation", sagt Vogel, der "nicht jammern, sondern darauf hinweisen" will.

Viele Ausfälle tun den Haßfurtern weh

Eigentlich stehen drei Torhüter und 19 Feldspieler zur Verfügung - offiziell. Doch bis auf die Eröffnungspartie gegen Pfaffenhofen, als immerhin 18 "Hawks" auf dem Spielberichtsbogen aufgelistet waren, konnte Trainer Kacharvich oftmals nicht mehr als zwei Reihen aufbieten. Die Gründe für die Minimalbesetzung sind dabei vielschichtig: Verletzungen, Krankheiten, berufliche oder private Verhinderungen. Fakt ist, dass nur sieben Akteure, darunter die beiden Torhüter Martin Hildenbrand und Timo Jung, alle acht Partien absolviert haben.

Vor allem der Ausfall von Jan Michalek nach seinem Innenbandriss im ersten Spiel schmerzt die "Hawks" sehr. Aber auch andere als Leistungsträger eingeplante Akteure wie Ales Stribny und Eugen Nold konnten zuletzt nicht auflaufen. Dass es noch nicht rund läuft, liegt allerdings nicht nur an den fehlenden Spielern. Manche können die in sie gesetzten Erwartungen (noch) nicht erfüllen, wie etwa Kontingentspieler Zoltan Revak oder der junge Patrik Dzemla. "Das ist sicher alles unbefriedigend", stimmt Peter Vogel zu.

Gegen Regen sind die ersten drei Punkte Pflicht

Sei es, wie es will: Die bisherige Bilanz ist völlig unzureichend. Die Haßfurter Puckjäger weisen derzeit ein Torverhältnis von 14:48 auf - nur der ebenfalls noch punktlose Mitaufsteiger ERC Regen ist noch schlechter (9:50). Ausgerechnet beide Mannschaften treffen am kommenden Freitag aufeinander, wenn die "Hawks" in ihren "Wochen der Wahrheit" mit vier Heimspielen in Folge starten. "Natürlich müssen wir dann die ersten drei Punkte einfahren", weiß Peter Vogel. "Alles andere wäre eine ganz herbe Enttäuschung."

Nicht nur für ihn, denn es steht zu befürchten, dass bei einer Niederlage gegen die "Red Dragons" weitere Fans der Mannschaft den Rücken kehren würden. Schon jetzt liegt die Besucherzahl hinter den Erwartungen zurück. Um die Zuschauerränge wieder einigermaßen voll zu bekommen, wollen sich die "Hawks" gerade gegen direkte Abstiegskandidaten demnach keine Blöße geben. Zwei Tage nach Regen gastiert nämlich der dritte Aufsteiger EHC Mitterteich (13. Platz) am großen Anger, ehe am 22. November dann der EHC Nürnberg (14.) seine Visitenkarte abgibt. Abgeschlossen wird die Heimspielserie mit der Partie gegen den EV Lindau.

"Ich glaube fest daran, dass wir wieder in ruhigere Fahrwasser kommen", erklärt Peter Vogel. "Keineswegs" habe er die Hoffnung verloren und warnt alle davor, jetzt schon den Kopf in den Sand zu stecken: "Die Saison ist noch sehr lang." Diese Meinung vertritt auch Trainer Doug Kacharvich, der am Wochenende in München bei einem Kurs seinen Trainerschein (A-Lizenz) erneuert, was alle zwei Jahre geschehen muss. "Wenn alle Spieler im Kader gesund und einsatzbereit sind, dann können wir unser Ziel erreichen", sagt der Kanadier, der Klassenerhalt sei nach wie vor kein Wunschdenken. "Ich bin davon fest überzeugt."

Verständnis nötig

Er ist sich aber gleichzeitig sicher, dass die Bayernliga für die "Hawks" bis zum letzten Spieltag "ein harter Kampf" sein werde. "Es ist wichtig, dass die Fans dies verstehen und die Erwartungen dementsprechend anpassen. Man muss immer realistisch sein. Wir haben in unserem Kader nur fünf Spieler, die bereits höher gespielt haben. Ich wünsche mir wirklich, dass uns die Fans weiter unterstützen und hinter uns stehen."

Möglicherweise gibt es noch Neuzugänge

Jetzt ist er erst einmal froh über die kleine Pause. Nach dem Training am Donnerstagabend haben die Spieler bis zum Dienstag frei, ehe die Vorbereitungen auf die beiden wichtigen Heimpartien gegen Regen und Mitterteich beginnen. Es ist gut möglich, dass sich die "Hawks" ab Dezember, wenn die zweite Wechselfrist beginnt, verstärken oder sich anderen Veränderungen ergeben. Hinter den Kulissen würden derzeit Gespräche mit potenziellen Neuzugängen geführt, spruchreif sei aber noch nichts, sagte Peter Vogel.
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