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Königsberg in Bayern
Fußball

Ein Torhüter mit Torjäger-Qualitäten

Matthias Schlosser spielt seit seinem achten Lebensjahr für die DJK Fürnbach. Der inzwischen 40-Jährige ist eine Institution im Verein.
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Mehr als die Hälfte seines bisherigen Lebens ist Matthias Schlosser (l.) bereits Torwart in der Ersten der DJK Fürnbach.  Foto: Ralf Naumann
Mehr als die Hälfte seines bisherigen Lebens ist Matthias Schlosser (l.) bereits Torwart in der Ersten der DJK Fürnbach. Foto: Ralf Naumann
Dass torgefährliche Fußballer auch einmal einen Hattrick erzielen, also drei Tore hintereinander, ist nichts Außergewöhnliches. Wenn einem Torhüter dieses Kunststück gelingt, dann allerdings schon. In einem Punktspiel gegen den TV Königsberg gelangen Matthias Schlosser sogar vier Treffer - alle per Elfmeter: Der Schlussmann der DJK Fürnbach verwandelte jeweils sicher und hatte deshalb maßgeblichen Anteil am 8:0-Kantersieg.
Das ist zwar schon über 16 Jahre her. Doch die unangefochtene "Nummer 1" im Kasten der Steigerwälder erinnert sich noch gerne an die Partie zurück. Ohnehin hat Schlosser in seiner Karriere schon viel erlebt - und zwar immer bei und mit seinem Heimatverein. Seit seinem achten Lebensjahr ist der heute 40-Jährige fester Bestandteil der Schüler-, Jugend- und seit über zwei Jahrzehnten der Ersten Mannschaft. So etwas nennt man Vereinstreue.

Dennoch wollte sich Matthias Schlosser Ende Mai in den - nach so langer Zeit zugegebenermaßen verdienten - "Torwart"-Ruhestand begeben. Doch das Sprichwort "erstens kommt es anders, und zweitens, als man denkt", trifft auch auf ihn zu. "Ja, ich wollte wirklich aufhören", beteuert der Schlussmann. Dass er nun ein weiteres Jahr anhängt, "verdankt" er dem plötzlichen Rückzug des potenziellen Nachfolgers Ende Juni, obwohl der besagte Jugendspieler bereits im April seine Zusage gegeben hatte. "Ich bin dann nach dem Urlaub vom Vorstand angesprochen worden, ob ich nicht doch weitermache." Erst nach einer einwöchigen Bedenkzeit stand sein Entschluss fest, sich auch in der Saison 2014/2015 zwischen die Pfosten zu stellen - sehr zur Freude der DJK-Verantwortlichen.
Dass Matthias Schlosser nicht mehr im Fürnbacher Trikot aufläuft, ist schwer vorstellbar. Er ist eine Institution im Verein. "Einmal DJK, immer DJK", lautet sein Motto. Zwar gab es immer wieder einmal Anfragen und konkrete Angebote, darunter auch verlockende. "Der Reiz, einmal höherklassig zu spielen, war bei mir sicher vorhanden", räumt er ein. Doch mit seiner Schichtarbeit hätte sich vieles nicht vereinbaren lassen. Deswegen kam ein Wechsel letztlich nicht in Frage. Vielleicht war dies auch gut so für Schlosser, schließlich waren und sind "Kameradschaft und der Zusammenhalt in Fürnbach einfach wahnsinnig toll", wie er versichert.
Die DJK spielte - das ist auch ein große Leistung für den kleinen Dorfverein - niemals niedriger als in der ehemaligen B-Klasse, danach Kreisklasse. "Wir sind bereits nach einem Jahr, als ich in der ersten Mannschaft gespielt habe, in die damalige A-Klasse (heute Kreisliga, Anm. d. Red.) aufgestiegen." Das war in der Saison 1992/1993. Und der damals jugendliche Schlosser hat dabei viel erlebt. "Das war eine tolle Erfahrung, weil Vereine wie Mellrichstadt, Oberstreu, Poppenlauer, Irmelshausen, Aidhausen, Stetten, Saal an der Saale oder Hollstadt in unserer Gruppe waren. Damals", erinnert er sich "fuhren wir aufgrund der weiten Strecken oft mit dem Bus."

Immer ehrenamtlich unterwegs

Für seine zahlreichen Partien, für seine unzähligen Trainingseinheiten oder für seine vielen freiwilligen Helferstunden für die DJK Fürnbach bekam Matthias Schlosser, ebenso wie seine Teamkollegen, niemals Geld. "Darüber bin ich sehr stolz, dass wir trotzdem über all die Jahre diesen Erfolg geschafft haben. Ich zweifele, ob das im Landkreis Haßberge noch ein Verein nachweisen kann", lobt er nicht nur die einzelnen Mannschaften, sondern den ganzen Verein. "Mein Vorsatz war immer, nie für Geld Fußball zu spielen."
Eine Einschätzung, wo seine DJK Fürnbach Ende Mai 2015 in der Kreisklassen-Tabelle zu finden sein wird, sei "recht schwierig. Wir haben mit Michael Kanz einen neuen Trainer. Mal schauen, was er in den letzten Wochen aus uns gemacht hat", lacht der 40-Jährige.
Ach ja: Matthias Schlosser hat als Torwart nicht nur einen "Hattrick" erzielt. In einer Pflichtpartie gegen die SG Eltmann, das mit 3:1 gewonnen wurde, schaffte er zudem das Kunststück eines regulären Feldtores. Beim Stand von 1:1 schoss er den Ball bei einem Abschlag aus der Hand über das gesamte Spielfeld zum 2:1 in die Maschen.
Fakt ist, dass nicht nur seine Mannschaftskameraden dafür dankbar sind, dass Hubert Friedrich und der aus Fürnbach stammende Spielgruppenleiter Gerald Makowski (Ebelsbach) das Talent des damals achtjährigen Schlosser erkannten und ihn zum Fußball brachten - zu seiner DJK Fürnbach.


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