Eltmann
2. Volleyball-Liga Süd

Die Ziele des VC Eltmann bleiben ehrgeizig

Mit dem Verlauf der ersten Saisonhälfte in der 2. Volleyball-Liga Süd zeigt sich der Manager des VC Eschenbacher Eltmann, Rolf Werner, sehr zufrieden. Im neuen Jahr wollen die Oshino Volleys von Platz 4 weiter nach oben klettern. Über die Bundesliga denken die Eltmanner zumindest nach.
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Bester Laune gehen die Volleyballer des VC Eltmann, von links Mircea Peta (fast verdeckt), Hans-Peter Nürnberger, Tobias Werner, Christian Nowak, Johannes Engel, Sebastian Richter (fast verdeckt), Nico Bitsch und Sven Kellermann, in die zweite Saisonhälfte. Nach fünf Siegen hintereinander ist im Titelrennen alles drin.
Bester Laune gehen die Volleyballer des VC Eltmann, von links Mircea Peta (fast verdeckt), Hans-Peter Nürnberger, Tobias Werner, Christian Nowak, Johannes Engel, Sebastian Richter (fast verdeckt), Nico Bitsch und Sven Kellermann, in die zweite Saisonhälfte. Nach fünf Siegen hintereinander ist im Titelrennen alles drin.
Selbst vom Gegner gab es Komplimente. "Nicht wir haben das Spiel verloren, sondern Eltmann hat es gewonnen", sagte Christopher Howe, kanadischer Mittelblocker des SV Fellbach, über die Eltmanner Spielstärke, bevor sein Team, immerhin der Tabellenführer, mit 2:3 geschlagen die Heimfahrt antrat. Diese Partie am
5. Dezember, in der die Oshino Volleys des VC Eschenbacher Eltmann einen 0:2-Satzrückstand noch umbogen, war sicher einer der Höhepunkte ihres bisherigen Saisonverlaufs in der 2. Volleyball-Liga Süd, den Manager Rolf Werner als "sehr, sehr positiv" bewertet.

Besser als erwartet sei der vierte Tabellenplatz mit 26 Punkten, fünf weniger als die Fellbacher, aber auch nicht, macht er klar. Damit verweist Werner darauf, dass die Eltmanner mit hohen Zielen in die Saison gegangen sind. Und die verfolgen sie auch weiter - Aufstieg nicht ausgeschlossen.

"Wir haben alle Möglichkeiten", sagt der Manager mit Blick auf die zweite Saisonhälfte, die für den VC Eltmann am 16. Januar mit der Partie beim Schlusslicht TSV GA Stuttgart beginnt. Darauf bereitet er sich ab dem 4. Januar wieder konzentriert vor - bis dahin herrscht Weihnachtspause.


Zuletzt gelangen fünf Siege in Folge

Eine Serie von fünf Erfolgen hintereinander, drei davon auswärts, sorgt für Zufriedenheit bei Kapitän Sebastian Richter und seinen Kollegen. "Jede Mannschaft braucht ein bisschen Zeit, um sich zu finden", begründet Werner die Tatsache, dass sein Team drei der ersten sieben Begegnungen verloren hat. Hier machte sich bemerkbar, dass der VCE sechs neue Leute geholt hat, die meisten vom Bundesligisten VSG Coburg/Grub.

In dieser Phase war das Mannschaftsgefüge noch nicht stabil genug, um Rückschläge wegzustecken. So stand beispielsweise den Eltmannern beim 1:3 in Leipzig kein Libero zur Verfügung, da neben dem langzeitverletzten Thiago Welter (Bruch des rechten Zeigefingers) auch Maximilian Kolbe ausfiel. "Ein paar weniger widrige Umstände, und wir könnten noch ein, zwei Plätze besser stehen", sagt der Manager. Er zeigte sich jedoch besonders zufrieden damit, dass der VCE zu Hause alle Partien bisher gewonnen hat.

Dass die Eltmanner im oberen Tabellendrittel angreifen wollen, machten sie schon durch ihre Personalpolitik klar. Mit Welter, Nikola Poluga, Sven Kellermann, Hans-Peter Nürnberger und Merten Krüger stießen fünf Mann mit erheblicher Erstligaerfahrung dazu. Sechster "Neuer" ist der Slowake Rudi Dedic, ein Landsmann von Trainer Jozef Janosik.


Lob für den Trainer

"Er ist ein akribischer Arbeiter", lobt Werner seinen Coach, der Mitte der vergangenen Saison zunächst neben, dann für Spielertrainer Heriberto Quero die sportliche Verantwortung übernommen hat. Janosik habe erheblichen Anteil am Erfolg, "den hat er sich mit der Mannschaft auch hart erarbeitet". Die strategische Ausrichtung des Teams sei so, wie sich der Trainer dies vorstelle, "und auf diesem Niveau kann man auch nur Erfolg haben, wenn es zwischen Mannschaft und Trainer passt", sagt Werner. Janosik könne zwar auch einmal lauter werden, wenn ihm etwas nicht gefällt, sei aber im Grundsatz ein ruhiger Dirigent seines Ensembles. "Von Vereinsseite besteht ganz sicher Interesse, diese erfolgreiche Beziehung fortzusetzen, und auch er hat angedeutet, dass er an einer längerfristigen Zusammenarbeit interessiert ist", sagt der Manager.

Neben der unbestrittenen spielerischen Qualität lobt Werner vor allem den Kampfgeist und den Zusammenhalt der Zweitliga-Mannschaft, "das ist so, wie man es sich nur wünschen kann". Außerdem sei der eigene Antrieb der Spieler, das Bestmögliche zu erreichen, sehr ausgeprägt, "da muss man von außen gar nicht mehr viel machen". Natürlich könne aber jede Mannschaft jedes Element des Spiels immer noch weiter verbessern. Der Manager sieht bei seinem Team vor allem noch Steigerungspotenzial beim Aufschlag.

Ziel für die zweite Saisonhälfte ist es nun, "auf dem Niveau, das wir zuletzt erreicht haben, die Rückrunde durchzuspielen", kündigt der Manager an. Wenn dann nicht gravierendes Verletzungspech dazwischen komme, traue er seinem Team zu, weiter nach vorne zu rücken. "Bis auf Fellbach kommen alle Spitzenteams noch nach Eltmann", sagt er und baut da ganz auf die Heimstärke seiner Truppe, die voraussichtlich dann auch wieder auf Libero Welter zurückgreifen kann. "Max Kolbe hat seine Sache hervorragend gemacht, aber Thiago Welter ist sicher eine Bereicherung, und es ist auch beruhigend, wenn man auf dieser wichtigen Position eine Alternative hat", sagt Werner.


Gute Zuschauerkulisse

Die Fans in der Georg-Schäfer-Halle, die die Eltmanner getreu ihrem Motto aus der Fliegersprache, "Take off", gerne als "Hangar" bezeichnen, dürfen sich also auf eine spektakuläre zweite Saisonhälfte freuen. Gut 450 Zuschauer haben sich im Schnitt die Heimspiele des VC Eschenbacher Eltmann angesehen - damit ist der Manager zufrieden ("auch wenn es natürlich immer ein paar mehr sein könnten"), und damit liegt der VCE auch im Ligavergleich sehr gut. Doch nicht nur durch die Zuschauer, auch durch Sponsoren, den Fanclub und viele freiwillige Helfer fühlen sich die Eltmanner sehr gut unterstützt, "dafür möchte ich auch allen mal herzlich danken", sagt der Manager.

Er erwartet am Saisonende die vier Teams vorne, die derzeit ganz oben stehen, also den SV Fellbach, die L. E. Volleys Leipzig, Aufsteiger TV/DJK Hammelburg - und die Oshino Volleys. Nur die Fellbacher und die Eltmanner haben aus der 2. Liga Süd am Vorlizenzierungsverfahren der Volleyball-Bundesliga teilgenommen und damit die theoretische Möglichkeit aufzusteigen.


Wieder Bundesliga in Eltmann? - Möglichkeiten und Voraussetzungen

Wenn ein Zweitligist in die Bundesliga aufsteigen möchte, muss er am Saisonende einen der ersten drei Plätze belegen und zuvor am Vorlizenzierungsverfahren teilnehmen. In diesem Rahmen kommen Vertreter der Volleyball-Bundesliga zu den Vereinen, um die Möglichkeiten eines Aufstiegs abzuklopfen, vor allem in wirtschaftlicher und organisatorischer Hinsicht. Dies ist im Dezember in Eltmann der Fall gewesen. "Ich habe noch kein offizielles Feedback, aber ich denke, dass wir uns sehr gut präsentiert haben", sagt der Manager der Oshino Volleys Eltmann, Rolf Werner. "Wir haben schon deutlich gemacht, dass in Eltmann noch viel Erstliga-Know-how vorhanden ist und wir beispielsweise auch eine erstligataugliche Halle haben."

Um im "Konzert der Großen" mitmischen zu können, sei ein Saisonetat von mindestens 500 000 Euro erforderlich, sagt Werner. Dies sei mehr als doppelt so viel wie der momentane Finanzrahmen des VC Eltmann. Dieses Geld fließe dann nicht hauptsächlich in Spielergehälter, sondern in die Professionalisierung der Infrastruktur. "Alleine der Boden, der in der Bundesliga vorgeschrieben ist und den wir dann kaufen müssten, kostet 30 000 Euro", sagt er. Bereits im ersten Jahr zwingend verlangt seien zudem ein hauptamtlicher Trainer, ein hauptamtlicher Manager und eine Geschäftsstelle. Bleibt ein Verein länger in der Bundesliga, steigen diese Anforderungen noch, "am Ende braucht man dann wohl mindestens 700 000 Euro."


Was wollen die Sponsoren?

Erstliga-Volleyball steht und fällt neben der sportlichen Qualifikation wie erwähnt mit den finanziellen Möglichkeiten. Diese schaffen im überwiegenden Maße die Sponsoren. Werner: "Mit unseren Sponsoren müssen wir natürlich reden, müssen klären, ob sie Interesse haben, sich in der Bundesliga zu präsentieren" - und dann auch bereit wären, ihr finanzielles Engagement entsprechend auszuweiten.

"Falls wir die Möglichkeit hätten aufzusteigen, hätte die Mannschaft ein gewichtiges Wort mitzureden", sagt der Manager. "Wollen die Spieler das überhaupt?" Er habe nicht die Absicht "nur wegen der Bundesliga eine komplett neue Mannschaft zu holen. Dazu ist mir das Menschliche bei uns viel zu wichtig."

Bis Mitte März, so Werner, müssten die Eltmanner die organisatorischen und finanziellen Voraussetzungen für die Erste Liga gesichert haben, wenn sie 2016/17 dort spielen wollen. Der Manager sagt dazu: "Wenn überhaupt, ist die Bundesliga in der Saison 2017/18 wohl realistischer. Es ist vielleicht besser, einen langen Anlauf zu nehmen und erst einmal weiter zu wachsen. Aber noch ist alles offen."

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