Eltmann
2. Volleyball-Liga Süd

Der Wettkampf ist Christian Nowaks Antrieb

Christian Nowak, der 37-jährige Routinier beim Volleyball-Zweitligisten VC Eschenbacher Eltmann, liebt den Wettkampf.
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Christian Nowak (links) gibt seinen Mitspielern wie Hansi Nürnberger (Mitte) und Merten Krüger (rechts) oft wertvolle Hinweise.
Christian Nowak (links) gibt seinen Mitspielern wie Hansi Nürnberger (Mitte) und Merten Krüger (rechts) oft wertvolle Hinweise.
Seine Kinder Lovis, Alma und Jul sind gemeinsam mit Frau Barbara meist an den Spieltagen dabei. Sie können stolz sein, denn ihr Papa Christian Nowak spielt mit seinen 37 Jahren nach wie vor auf hohem Niveau in der 2. Volleyballliga bei den Oshino Volleys des VC Eschenbacher Eltmann. Vielen Gegnern hat der Mittelblocker den Zahn gezogen. So oft er kann, so oft es nur geht, ist er beim Training dabei. Und dabei schnauft er manchmal weniger als manch Junger. Über seine Motivation und seine weitere Karriereplanung sprach er in einem Interview.

Frage: Wie lange wollen Sie Ihrem Körper die harte Knochenarbeit antun?
Christian Nowak: In meinem Alter und meiner Lebensphase denkt man natürlich sportlich nur noch von Jahr zu Jahr. Da es recht schnell zu Konstellationen kommen kann in der man mit dem höherklassigen Spielen aufhören muss, macht ein längerfristiges Planen an der Stelle auch keinen Sinn mehr.
Gleichwohl ist es schon so, dass ich selber nie gedacht hätte, in meinem jetzigen Alter noch zu spielen, und wer weiß, vielleicht beantworte ich die gleiche Frage in zwei, drei Jahren noch einmal.
Sie sind der Ratgeber des Teams.

Wenn etwas los ist, stehen die Jungs bei Ihnen. Mit welchen Fragen kommen sie eigentlich auf Sie zu?
Es ist eine Mischung aus gefragt werden und Hinweise oder Tipps geben. Das ist aber an sich eine normale Sache, die laufend passiert. Ich als erfahrener Spieler versuche, wenn ich beispielsweise beim Gegner etwas erkannt habe oder wenn ich sehe, dass Mitspieler bestimmte Dinge oder Absprachen nicht umsetzen, natürlich, dies anzusprechen und in gewisser Weise auch Einfluss zu nehmen. Vor allem in knappen Spielen sind es dann am Ende des Tages aber doch immer die einzelnen Spieler, die für sich selber in den entscheidenden Phasen einfach die richtigen Entscheidungen treffen müssen, und das ja in Sekundenbruchteilen und dann natürlich auch eigenverantwortlich.

Sie haben sich in der Nähe sesshaft gemacht und haben einen sagenhaften Job, sagen Ihre Kumpels. Erzählen Sie doch einmal von sich.
Gebürtig komme ich aus Bielefeld und habe dort auch, bis ich 16 Jahre alt, wurde Volleyball gespielt. Danach ging es dann im Jahr 1995 als Jugendnationalspieler nach Frankfurt auf das damals mit Berlin einzige Volleyball-Internat. Nach der Internatszeit hat es mich dann 1999 vor allem aus Studiengründen nach Freiburg gezogen. Dort habe ich dann nach drei Jahren mein Berufsakademiestudium abgeschlossen und direkt mein Universitätsstudium gestartet. Kurz vor Ende meines Grundstudiums an der Uni Freiburg kam es dann zum ersten Kontakt mit Rolf Werner und Milan Maric, damals haben Eltmann und Freiburg zusammen in der 2. Liga gespielt. Im Jahr 2005, ein Jahr später, bin ich dann tatsächlich nach Eltmann gegangen, um Bundesliga zu spielen und mein Volkswirtschaftslehre-Studium an der Uni Bamberg zu beenden. In Bamberg habe ich dann auch rasch meine Frau Barbara kennen gelernt. Beruflich habe ich das Glück bei einem großen mittelständischen Unternehmen, das in der Lebensmittel-/ und Pharma-Industrie aktiv ist zu arbeiten. Wir beschaffen, produzieren und verkaufen in der ganzen Welt, so dass es laufend vielschichtig komplexe und spannende Herausforderungen gibt. Auch wenn ich hierzu immer mal wieder international reisen muss, lässt sich dies aktuell zum Glück noch ganz vernünftig mit Volleyball verbinden. Glücklicher Weise habe ich dort ein ähnliches Werte- und Normen-Gefüge wie beim VC Eltmann gefunden, es herrscht ein guter Zusammenhalt und fühlt sich trotz aller Ambitionen und natürlich auch Leistungsorientierung fast ein bisschen an wie Familie.

Milan Maric ist ein Top-Trainer. Ist das auch die Verpflichtung auf Platz 1 in der kommenden Saison?
Milan ist erstmal ein Garant dafür, dass wir ein gutes Training haben werden, in dem junge, ambitionierte und eigenmotivierte Spieler viel lernen und sich optimal weiterentwickeln können. Weiter haben wir durch Milan die Garantie, dass wir in den Spielen einen sehr guten und erfahrenen Coach an der Linie haben, der Spiele gut lesen kann und somit häufig die richtige taktischen und individuellen Anweisungen geben kann. Ob wir am Ende dadurch mehr Spiele gewinnen als letztes Jahr, dass liegt dann aber - wie letztes Jahr auch - wieder nur an uns Spielern, denn wir stehen am Ende auf dem Feld und haben es dann in der eigenen Hand. Ein Trainer, egal wie gut, kann uns Spielern immer nur die Tür öffnen, hindurch gehen müssen wir dann doch immer noch alleine.

Wenn man so erfahren ist, gibt es da noch Wünsche und Ziele im Volleyball? Mit und gegen wen möchten Sie nochmal spielen?
Ich habe es die letzten Jahre sehr genossen, dass ich, bis auf die letzte Saison, beispielsweise noch mal mit einem außergewöhnlichen Spieler wie Herbie (Heriberto Quero, Anm. d. Red.) spielen durfte, gegen den ich ja viele Jahre in der 1. Liga angetreten bin. Ähnliches gilt auch für Kenny (Kenneth Blanca). Wir alten ,Profis' haben auch meistens alle den gleichen Schatten und wollen, wenn wir spielen, immer gewinnen, und quälen uns auch im hohen Alter teilweise immer noch wie die Gestörten. Mir geht es nicht mehr um das Erreichen eines konkreten sportlichen Zieles, sondern es ist einfach klasse, das Drumherum, den Ablauf und die Wettkämpfe noch mitzuerleben.

Jeder Volleyballer hat auch ein Hobby. Wie schaut es bei Ihnen aus?
Ich würde Volleyball als mein Hobby bezeichnen. Durch meinen doch recht stressigen Job und meine drei Kids ist meine persönliche freie Zeit natürlich immer relativ knapp, und ich nutze meine freie Zeit im Moment für Volleyball.
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