Knetzgau
Kunstausstellung

"Spitzenmäßiges" Gefühl für die Kunst

In der "Galerie im Saal" zeigen die Galeristen Schmidts-Stumpf Arbeiten der Kunstpreis-Trägerin Weinkauf.
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"Verwicklung" nennt Gabi Weinkauf verschiedene ihrer Objekte, die sie aus Spitze hergestellt hat.Ulrike Langer
"Verwicklung" nennt Gabi Weinkauf verschiedene ihrer Objekte, die sie aus Spitze hergestellt hat.Ulrike Langer
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Die Ausstellung von Gabi Weinkauf aus Güntersleben bei Würzburg in der "Galerie im Saal" in Eschenau trägt aus zwei Gründen den Titel "...spitzenmäßig...". Zum einen, weil die Künstlerin, die interdisziplinär arbeitet, die Arbeit mit der Spitze besonders liebt. Zum anderen, weil ihre Kunstwerke durchaus das Adjektiv "spitze" verdient haben. Doch bei der Vernissage am Samstag konnte die Galeristin Eleonore Schmidts-Stumpf den Besuchern noch eine weitere spitzenmäßige Mitteilung machen: Gabi Weinkauf ist seit letzte Woche die frisch gekürte Preisträgerin des Kunstpreises 2018 des Landkreises Haßberge.


Sie brennt für ihre Kunst

Gabi Weinkauf, geboren in Ochsenfurt und aufgewachsen in Zeil am Main, gelernte Erzieherin, verheiratet mit Jürgen Weinkauf aus Knetzgau und Mutter dreier Kinder, nahm nach der Babypause ein Studium der Bildenden Kunst in Essen auf. Wie Eleonore Schmidts-Stumpf berichtete, sei das Ausstellungsverzeichnis von Gabi Weinkauf seitdem zu stattlicher Länge angewachsen und werde noch länger werden. "Denn Gabi Weinkauf brennt für ihre Kunst, hat immer wieder neue Einfälle und Ideen und nutzt die sich ihr bietenden Ausstellungsmöglichkeiten mit Freude und Engagement".

Auch die Galeristen Eleonore und Egon Stumpf haben schon mehrfach Ausstellungen mit Gabi Weinkauf konfiguriert. "Sie holt sich ihre Anregungen permanent aus ihrem Haus, ihrem Garten, aus ihren literarischen Interessen und gesellschaftlichen Überzeugungen, aus ihren ästhetischen Reizmomenten, ihrer grenzenlosen Freude am Gestalten und transformiert alles unter einer neuen Perspektive. Damit ist die unglaubliche Breite der Künstlerin angedeutet, die sich nicht nur auf das Material, sondern ebenso auf die verwendeten Medien oder Techniken beziehen lässt", so Egon Stumpf.

"Wir zeigen jetzt nur einen Ausschnitt ihres Werkes: Arbeiten mit Spitzen und Weißwäsche, die durch die künstlerische Handlung verändert, in neue Welten hinüber bewegt werden." Dabei komponiere die Künstlerin Materialien und schaffe neue Gegenstände, ein Basisphänomen künstlerischen Tuns an sich. "Es ist ein Kernthema aller künstlerischen Arbeit, das im Werk von Gabi Weinkauf besondere Betonung und Verdeutlichung erfährt", betonte Egon Stumpf.

Für den Zweiten Bürgermeister Bernhard Jilke war es eine große Freude, dass mit Gabi Weinkauf eine Künstlerin aus der Region für die Ausstellung gewonnen werden konnte, die zudem noch die Preisträgerin des Kunstpreises 2018 des Landkreises Haßberge ist. "Ohne Egon und Eleonore Stumpf würden in unserer Gemeinde wahrscheinlich keine Ausstellungen stattfinden" sagte er und dankte dem Ehepaar für seine unermüdliche Arbeit.

Bei den Gesprächen mit Gabi Weinkauf im Anschluss konnten die Besucher erfahren, dass sie sowohl Bildhauerei als auch Grafik und Malerei studiert hat und sich schon im Studium nicht für eine Richtung entscheiden konnte. "Je nach Thema, Inspiration oder Material wähle ich meine Ausdrucksweise", erklärte sie. So offenbaren in der Ausstellung Gemälde, Objekte, Installationen und sogar bewegte Bilder die große Bandbreite der Künstlerin.

Seit 2010 stehen bei ihr die Weißwäsche und besonders die Spitze im Mittelpunkt, wobei die Farbe Weiß für sie sowohl die Unschuld verkörpert als auch eine leichte Erotik aufweist. Gleichzeitig interessieren sie Fragen wie "Wer bin ich, wo komme ich her, will ich hin?", die sie unterschwellig verarbeitet.

Weiterhin hat sie eine poetische Ader, so dass sie manchmal Texte in ihre Werke einfließen lässt oder sie damit beschreibt. So schenkt die spielerische Lust am Fabulieren mit Worten und vor allem mit Materialien von feiner Eleganz der Künstlerin jene Freude im täglichen Tun, die laut Egon Stumpf "aus ihren Arbeiten heraus strahlt in die Seele der Betrachter, so sie bereit sind, ihre Seelen zu öffnen."


Öffnungszeiten bis Mitte April


Die Ausstellung ist noch bis 15. April, sonn- und feiertags (außer Karfreitag), von 11 bis 17 Uhr sowie nach telefonischer Vereinbarung (09527/810501) zu sehen. Führungen finden sonntags um 11 Uhr statt. Die Finissage mit Künstlergespräch beginnt am Sonntag, 15. April, um 16 Uhr.


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