LKR Haßberge
Wirtschaft

Sparkasse Schweinfurt-Haßberge: Gottwald sucht Unterstützer für Rückabwicklung der Fusion

Sparkassen-Kritiker Rainer Gottwald versucht sich durch eine Petition ein Bild davon zu machen, wie viel Rückhalt sein Vorhaben in der Bevölkerung hat.
Artikel drucken Artikel einbetten
+1 Bild
Es ist sein nächster Schritt in Richtung "Rückabwicklung der Fusion" zwischen den bis Ende des vergangenen Jahres noch eigenständig agierenden Sparkassen Ostunterfranken und Schweinfurt: Der pensionierte Betriebswirt Rainer Gottwald hat eine Online-Petition gestartet, mit deren Hilfe er feststellen will, wie stark der Rückhalt der Bevölkerung im Kreis Haßberge für sein Anliegen ist. "Das Ganze soll ein Stimmungsbarometer sein: Wie viele Leute interessieren sich dafür und machen mit?", erklärte er am Mittwoch (21. Februar 2018) im Telefongespräch mit infranken.de.

Derzeit ist der aktuelle Stand der Petition noch nicht aussagekräftig, denn sie wurde gerade erst gestartet: Fünf Personen haben sich bislang (Stand Mittwoch 15 Uhr) eingetragen. Laut Gottwald soll in den kommenden Tagen der Link zur Petition über Soziale Netzwerke wie Facebook verbreitet werden und so an die Zielgruppe (Bürger des Landkreises Haßberge) gelangen. Außerdem würden durch die Berichte in lokalen/regionalen Medien wie etwa Tageszeitung, Radio oder Fernsehen weitere Landkreis-Bürger auf die Petition aufmerksam gemacht. "Ich warte jetzt noch etwa 14 Tage ab, wie die Resonanz ist", sagte Gottwald. "Wenn sich bis dahin nur 20 bis 30 Leute eintragen, kann man überlegen: Das lassen wir, das ist vergebene Liebesmüh." Sollten sich aber weitaus mehr Bürger für das Thema interessieren (Gottwald strebt online etwa 500 Unterstützer an), lässt er den nächsten Schritt folgen: Eine Unterschriftensammlung vor Ort. Dazu will sich Gottwald und sein Unterstützerteam etwa in Haßfurt, Königsberg, Zeil, Sand, Hofheim und Eltmann in Stellung bringen und direkt mit den Interessierten über das Thema sprechen und Unterschriften sammeln.

Mit diesem Bürgerbegehren, das rund 4500 Unterschriften der Wahlberechtigten im Landkreis benötigt, könnte dann ein Bürgerentscheid in die Wege geleitet werden, auf dessen Basis die Rückabwicklung der Sparkassen-Fusion erfolgen soll, wie Gottwald erläutert. Weiterhin bestünde laut dem 72-Jährigen auch die Möglichkeit, dass der Landkreis Haßberge oder die Stadt Königsberg (die früheren Anteilseigner der Sparkasse Ostunterfranken) bereits ein erfolgreiches Bürgerbegehren (also die Sammlung der etwa 4500 Unterschriften) zum Anlass nähmen, die Fusion rückgängig zu machen.

Gottwald stammt aus dem oberbayerischen Landsberg am Lech und hat in den vergangenen Jahren in Bayern und darüber hinaus mehrere Sparkassenfusionen kritisch begleitet, da diese aus seiner Sicht selten dem eigentlich gemeinnützigen Zweck der Sparkassen dienten, sondern viel mehr den Interessen der Vorstandsmitglieder, frei nach dem Motto: Größere Sparkasse, größere Vorstandsgehälter, höhere Pensionsansprüche und zugleich Personaleinsparungen auf mittlerer und unterer Sparkassenebene. Im Falle der Sparkasse Ostunterfranken, die seit Januar dieses Jahres gemeinsam mit der Sparkasse Schweinfurt die neue Sparkasse Schweinfurt-Haßberge bildet, kritisierte Gottwald vor allem die ungleiche wirtschaftliche Vitalität der beiden Häuser: Die Fusion sei unnötig, eher nachteilig aus Sicht der Sparkasse Ostunterfranken. Deren Zahlen seien nämlich so gut, dass das Haus wesentlich zukunftssicherer aufgestellt sei als der westliche Nachbar. "Die Schweinfurter haben es bitter nötig zu fusionieren, Sie nicht. Sie sind quasi die Melkkuh", hatte er im vergangenen November bei einem Vortrag im Ratssaal des Knetzgauer Rathauses gesagt, wo er erstmals im Kreis Haßberge öffentlich in Erscheinung trat.
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren