Oberschwappach
Ausstellung

Spannende Geschichten im Schloss Oberschwappach

Das Künstlerkollektiv "Wir - Gruppe Transform" präsentiert seine Arbeiten im Schloss Oberschwappach.
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Das Streben nach Licht hat eine wichtige Bedeutung in der Arbeit des fränkischen Künstlers Werner Kiesel. So trägt dieses Bild den Titel "Ereignis im Licht". Fotos: Ulrike Langer
Das Streben nach Licht hat eine wichtige Bedeutung in der Arbeit des fränkischen Künstlers Werner Kiesel. So trägt dieses Bild den Titel "Ereignis im Licht". Fotos: Ulrike Langer
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Eine vielseitige und anregende Kunstausstellung wurde am Samstag im Schloss Oberschwappach eröffnet. Dort präsentieren die Künstler Gerhard Nerowski, Werner Kiesel, Roland Schaller Cornelia Krug-Stührenberg, Magnus P. Kuhn und Irmtraud Klug-Berninger aus Franken, die sich in der "Wir - Gruppe Transform" zusammengefunden haben, Gemälde, Bronzeplastiken, Papierarbeiten und Installationen.

Knetzgaus Bürgermeister Stefan Paulus hat die Ausstellung in seinem Grußwort für den Begleitkatalog sehr treffend beschrieben: "Tolle Zeichnungen und großformatige Bilder, freche Skulpturen und hintersinnige Konstruktionen sowie raumfüllende Papierarbeiten, zwischen denen man sich verlieren kann". Auch der zweite Bürgermeister Bernhard Jilke lobte bei der Vernissage im Spiegelsaal die Unterschiede der künstlerischen Ausdrucksweise.


Leuchtkraft und Transparenz

Sie komme dadurch zustande, dass jeder Künstler der Gruppe seinen individuellen Weg beschreitet. "Ich finde das eine spannende Geschichte", sagte Jilke. Jetzt können sich die Besucher ebenfalls auf den Weg machen, um die Ausstellung zu erkunden. Dabei werden sie auf die von Farbe lebenden Gemälde von Cornelia Krug-Stührenberg aus Lohr am Main stoßen. Um diese Leuchtkraft, aber auch Transparenz zu erzeugen, trägt die Künstlerin Ölfarben lasierend übereinander auf. Teils fügt sie Sande und Naturpigmente hinzu.

In den geheimnisvollen Acryl-Gemälden von Roland Schaller aus Lohr am Main steht der Mensch im Zentrum. Allerdings teils deformiert oder expressionistisch übersteigert. Die Linien der Körper lösen sich auf, streben in den Raum und verbinden sich mit ihm. Die Figuren, Heron oder Götter, sind transparent gestaltet. "Die Helden und Götter der griechischen Mythologie standen für Kraft, Macht und Herrlichkeit. Aber sie hatten auch menschliche Züge, sie waren verletzlich und vergänglich, und diese Wechselwirkung interessiert mich sehr", erzählte der Künstler, der seinen Zeichengrund selbst präpariert. Graupappe wird collagiert, dann wird verdünnte Acrylfarbe mit einem Schwamm aufgetragen und wieder wegwischt, bis ein lebendiger Untergrund entsteht, der den Maler inspiriert.
Von großer Farbigkeit, Strahlkraft und Lebendigkeit sind die Acrylgemälde von Werner Kiesel aus Aschaffenburg. "Malerei ist mein Lebenselixier", teilte der Künstler mit, der aus Obertheres stammt.

So wirken seine Bilder lebensbejahend, aber nicht utopisch. "Ich bringe die Realität in eine harmonische Form, wobei sich meine Sinneseindrücke überlagern", sagte er. Zwar sind seine Arbeiten "komponiert", doch während des Malprozesses lässt er den Pinsel seinen Weg finden.
Das Metier von Irmtraud Klug-Berninger aus Obernburg ist das Papier und ihr Thema ist das Buch. So ist sie auch in der Buchkunst tätig und verbindet Texte im Bleisatz mit ihren Grafiken. Auch die Transparenz des Papiers - sie verwendet für ihre Papierarbeiten Japanpapier oder selbst geschöpftes Papier - ist für sie von großer Bedeutung. Zum einen zeigt sie ein begehbares Buch in Form eines Leporellos mit dem Gedicht "Nacht" von Paul Celan. Auch ihre anderen Papierarbeiten sind von großer Raumwirkung und können von vielen Seiten erlebt werden. "Ich habe Papiere mit Farben und Zeichnungen überlagert sowie gefaltet und so eine reale Tiefe geschaffen", erklärte sie.


Portion Humor

Eine gehörige Portion Humor wohnt den Arbeiten des Performers und Maschinendompteurs Magnus P. Kuhn aus Würzburg inne. "Mir gefällt die Bewegung und so erzeuge ich in meinen Installationen Bewegung", berichtete der Künstler, der viel mit Metall arbeitet.

Gerhard Nerowski aus Königsberg hat in seinen Bronzeplastiken Dinge, die ihn umgeben, ins Blickfeld genommen. "Bronze ist ein beständiges Material, das eine eigene Aura besitzt", sagt er. Verschiedene Plastiken von Tieren, aber auch ein Origami-Kranich in Bronze, weiß bemalt, und einige Porträts von Menschen offenbaren seine Kunst, die seine eigenständige Ausdrucksweise zeigen.
Die Ausstellung ist bis 26. August sonn- und feiertags von 14 bis 17 Uhr oder nach Vereinbarung (Telefon 09527/810501) zu sehen. Führungen finden zudem am 24. Juni um 14 Uhr und am 26. August um 16 Uhr statt.
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