LKR Haßberge
Seehofer-Debatte

"Solche Diskussionen sind müßig"

Das schlechte Abschneiden der CSU bei der Bundestagswahl hat eine Diskussion um den Parteivorsitz losgetreten. Was sagen Politiker im Kreis Haßberge dazu?
Artikel drucken Artikel einbetten
Horst Seehofer Archivfoto: Sven Hoppe/dpa
Horst Seehofer Archivfoto: Sven Hoppe/dpa
Wird es bald einen neuen Vorsitzenden für die CSU geben? Horst Seehofer ist wegen des schlechten Wahlergebnisses in die Kritik geraten. Was denken die örtlichen CSU-Vertreter? Unsere Zeitung fragte die Bundestagsabgeordnete Dorothee Bär und den Vorsitzenden der CSU-Fraktion im Kreistag Haßberge, Günther Geiling.
Dorothee Bär hat Zweifel, ob der CSU ein Personalwechsel an der Spitze in der aktuellen Diskussion hilft. "Ich weiß nicht, ob uns Personaldiskussionen weiterbringen. Solche Diskussionen sind müßig." Für sie gibt es momentan ein dringlicheres Ziel: "Wir müssen unsere Inhalte durchsetzen", sagt die Ebelsbacherin, die als Gewinnerin des Direktmandats in den neuen Bundestag einzieht. Mitte November ist der nächste Parteitag der CSU geplant - und zwar in Nürnberg.


Ein großer Schock

Günther Geiling holt in der Seehofer-Diskussion weit aus. Die Stimmeneinbußen bei der Wahl seien für die CSU ein großer Schock und deswegen könne man eigentlich nicht zur Tagesordnung übergehen, meint der Breitbrunner. In vielen Bereichen sei die strengere Haltung der CSU bei der Lösung des Asylproblems richtig gewesen, "zumal Bayern auch die größte Last aller Bundesländer zu tragen hatte. Der Wähler hatte es aber anscheinend satt, dass hier CSU und CDU nicht mit einer Sprache die Lösung angingen, sondern die CSU bis heute auf ihrer Obergrenze beharrt." Dass Seehofer hierbei immer wieder die Kanzlerin vor besondere Situationen stellte, teilweise gegen sie arbeitete und erst wenige Monate vor der Wahl einen Lückenschluss mit ihr suchte, war laut Geiling für manchen Wähler und auch für viele Parteimitglieder "nicht nachvollziehbar. Er hat deswegen eine Mitschuld an den Stimmeneinbußen", sagt Günther Geiling. Er wertet es als "eine taktische Frage, ob er deswegen jetzt die Konsequenzen ziehen sollte. Er hatte ja einmal seinen Rücktritt für 2018 angekündigt und es wäre sicher gut gewesen, wenn er hierfür auch schon die Weichen gestellt hätte. Dann könnte und müsste man jetzt den Generationswechsel vollziehen. Dies wäre für die jetzige Situation am besten. Jetzt steht man natürlich wegen der Landtagswahl unter Zeitdruck und Personaldiskussionen sind vor einer solchen Wahl für eine Partei immer schädlich", befürchtet der langjährige Fraktionsvorsitzende für die CSU im Kreistag Haßberge.


Stimmen werden lauter

Weiter meint Günther Geiling: "Wenn es zu einer einvernehmlichen Entscheidung des Vorsitzenden und der Partei kommen würde, könnte ich dies nur begrüßen. An unserer Basis werden die Stimmen dafür lauter, auch im Zusammenhang mit erneuten Bedingungen für einen Eintritt in eine Regierungskoalition und eine Jamaika-Lösung."
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren