Stettfeld
Weihnachtsbäckerei

So wird die Adventszeit lecker: Tipps und Tricks zur Zubereitung und Lagerung von Plätzchen

Billhilde Pflaum aus Stettfeld verrät ihr Lieblingsrezept für leckere Vanillekipferl. Dazu gibt's die wichtigsten Tipps und Tricks rund um Zubereitung und Lagerung der Weihnachtsplätzchen.
Artikel drucken Artikel einbetten
Billhilde Pflaum aus Stettfeld sammelt Rezepte aus Magazinen und dem alten Rezeptbuch ihrer Stiefmutter. Sie testet sie aus, wandelt sie gegebenenfalls ab und schreibt diese in ihrem eigenen Buch auf.  Foto: Jutta Rudel
Billhilde Pflaum aus Stettfeld sammelt Rezepte aus Magazinen und dem alten Rezeptbuch ihrer Stiefmutter. Sie testet sie aus, wandelt sie gegebenenfalls ab und schreibt diese in ihrem eigenen Buch auf. Foto: Jutta Rudel

Natalie schalkMakronen, Vanillekipferl und Zimtsterne, Busserl und Ausstecherla: Juchu, es ist wieder Blätzlazeit! Schon die Kelten versüßten sich die dunkle Jahreszeit um die Wintersonnenwende herum mit rituellem Honiggebäck. Und das lange bevor Weihnachten gefeiert wurde. Im Mittelalter wurden in den Klöstern Leckereien mit kostbaren Gewürzen gebacken und Kranken zur Stärkung gegeben - die ersten Lebkuchen. Nicht nur sie werden heute in Franken in verschiedenen Varianten gebacken, auch sonst gibt es unzählige Blätzla-Rezepte: traditionelle und abgewandelte und ganz moderne, originelle. Und es gibt ein ganz Besonderes, das Billhilde Pflaum heute vorstellt.

So gelingen die Vanillekipferl

Ihre Lieblingsplätzchen sind die Vanillekipferl, ein Klassiker unter den Weihnachtsleckereien. Der Name geht auf die Kipfelform zurück. Um die Form zu erhalten, rollt Pflaum längliche Teigschlangen und teilt diese in kleine Stücke. Die einzelnen Stücke biegt sie dann in die angewinkelte Kipfelform. "Wenn der Teig zu lück ist, dann muss man ihn ruhen lassen", verrät sie. Zudem reduziert die Stettfelderin den Zuckeranteil und verwendet immer reine Butter. Das Rezept hat sie von Maria Bauer. Wer diese Frau ist, das weiß Bilhilde Pflaum nicht. Aber ihr ist es zu verdanken, dass Pflaum seit vielen Jahren die leckeren Kipferl backt. Bauer hatte das Rezept 1989 in einem Magazin abdrucken lassen, welches Pflaum noch heute im Regal verwahrt. "Mein Sohn hat es mir damals geschenkt."

Gebacken werden sie bei 180 Grad. "Bei einem Blech nehme ich Ober- und Unterhitze, bei zwei Blechen Umluft", sagt Pflaum.

Krebserregende Stoffe bei zu hoher Temperatur

Der Gesundheit zuliebe sollte der Ofen in der Weihnachtsbäckerei grundsätzlich nicht zu heiß eingestellt werden. Wenn kohlenhydratreiche Lebensmittel stark erhitzt werden, entsteht Acrylamid. Dem Bundeszentrum für Ernährung zufolge ist der Stoff mit hoher Wahrscheinlichkeit krebserregend. Seine Konzentration steigt bei einer Temperatur von 170 bis 180 Grad sprunghaft an. Deshalb sollte der Backofen maximal auf 180° C mit Umluft und 200° C ohne Umluft gestellt werden. Das reicht, damit die Blätzla schön goldbraun werden. Weil sie auf dem heißen Blech nachbacken, sollten sie sofort herunter genommen werden. Wichtig ist, dass sie gut auskühlen, bevor sie verpackt werden. Wären sie noch warm, wenn sie in die Dose kommen, würde sich Kondenswasser bilden. Auch die Dekoration muss getrocknet sein.

Bei den Vanillekipferl ist es wichtig, so Pflaum, sie nur kurz auskühlen zu lassen und im Vanillezucker zu wälzen, damit dieser auch an den Plätzchen hängen bleibt. "Die Vanillekipferl sind meine Lieblingsplätzchen, weil sie sehr schnell gehen und nicht lange verziert werden müssen", sagt sie. Und außerdem "schmecken sie allen".

Die richtige Lagerung

Auf den Plätzchenteller gehört nur, was gleich gegessen wird. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft weist darauf hin, dass bei falscher Lagerung knusprige Plätzchen wie Spekulatius weich und weiche Sorten wie Lebkuchen hart werden. Einige brauchen auch erst ein bis zwei Wochen, bis Geschmack und Konsistenz richtig gut sind.

Pfeffernüsse beispielsweise sind nach dem Backen hart wie Nüsse - damit sie weich werden, wurden sie früher in eine mit Butterbrotpapier ausgelegte Pappschachtel gelegt. Manch Gourmet schmeckt das Papp-Aroma heraus. Heute werden meist eher Plastikbehälter verwendet. Knusprige Blätzla sind in einer Metalldose am besten aufgehoben. Um das Aroma der Sorten zu erhalten, sollten sie in getrennt aufbewahrt werden. Wenn es nicht anders geht, können knusprige Blätzla mit Alu- und weiche mit Klarsichtfolie umwickelt und in eine Dose gelegt werden. Wer die Blätzla verschenkt, packt sie luftdicht in ein Zellophantütchen oder in ein Glas. Abgesehen von Konfekt und mit Creme gefüllten Sorten halten die meisten wochenlang.

Die Dosen sollten an einem kühlen, trockenen Ort wie dem Keller stehen. Auch das Schlafzimmer eignet sich - aber Vorsicht: Wenn die leckeren Vanillekipferl auf dem Kleiderschrank stehen, könnte nachts jemand Appetit bekommen.

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren