Ebern
Neujahrsempfang

Signale aus Ebern in die weite Welt

Beim Festakt in Ebern stand die Ausstellung über das Schicksal von Judenkindern, die von Gymnasiasten erstellt wurde, im Mittelpunkt
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Jürgen Schorn beim Eintrag ins goldene Buch der Stadt.
Jürgen Schorn beim Eintrag ins goldene Buch der Stadt.
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Von Ebern hinaus in die Welt bzw. bei Weltmeisterschaften zu Ehren gelangt. So ließe sich der Neujahrsempfang der Stadt überschreiben, der am Donnerstagabend in der voll besetzten Frauengrundhalle stattfand. Es ging um Weltmeister und eine Wanderausstellung, die schon in den USA gezeigt wurde, bald auch in Portugal. Aber auch der Mini-Kosmos einer Kleinstadt spielte eine Rolle.

So gab Bürgermeister Jürgen Hennemann (SPD) in seiner Rückschau die Losung aus: "Lasst uns vernetzen, in Europa und in der Region." Gemeint die anstehende Vereinsgründung der Baunach-Allianz wie auch eine angestrebte Städtepartnerschaft mit Trun in der Normandie.

Als größtes Projekt stellte er den Bezug des neuen Betreuungsgebäude für Grundschulkinder heraus, erwähnte aber auch Kleinigkeiten:"Wir haben Gras gemäht, Schnee geräumt, Hecken geschnitten. Ein Haushalt wurde erstellt, die Finanzplanung vorgenommen. Einnahmen und Ausgaben verbucht."
Neben diesen eigentlichen Pflichtaufgaben fand Hennemann: "Wir haben viel bewegt."

Und die Arbeit geht nicht aus. Was bringt 2018? Der Bürgermeister hofft auf "gutes Wetter" (wegen des Freibades) und den Kauf des Xaver-Mayr-Hauses, für das die Stadt einen kleineren fünfstelligen Betrag geboten hat.

Des Weiteren kündigte das Stadtoberhaupt den Bau einer neuen Kindertagesstätte an, um damit den Bedarf an Plätzen zu 100 Prozent abzudecken und Lösungen für die Bramberger Schule zu Wohn- und Vereinszwecken.

"Es ist also wieder viel los", las Hennemann aus dem eigenen wie auch dem Veranstaltungskalender heraus. "Reden wir nicht länger, packen wir's an."

Stellvertretend für die Vielfalt des Ehrenamtes und das Engagement in der Stadt ehrte Bürgermeister mehrere Vertreter aus den Bereichen Sport, Wirtschaft und Kultur/Geschichte. So die erfolgreichen Kickboxer der Kampfsportschule Rögner und des SV 2000 Ebern, die es in ihren Verbänden und Wettkampfkategorien bis zu Weltmeister-Titeln geschafft haben.

Dabei kamen die auch die kleinsten Kämpfer (unter 1,35 Meter) zu Ehren wie auch die beiden Protagonisten Harald Rögner und Jürgen Schorn als Kämpfer und Trainer. In Worten und Film stellte Henenmann dabei den Weg von Schorn als Funktionär zum Präsidenten seines Bundesverbandes heraus, der die Aufnahme in den Deutschen Olympischen Sportbund schaffte.


Überregionale Erfolge

Ebenfalls für Leistungen im Funktionärs- wie sportlichen Bereich samt überregionalen Erfolgen wurden die Schützen Gerhard Einwag und Helmut Stubenrauch ausgezeichnet, ebenso wie Jürgen Stahl, dessen Frankenstuben erneut eine Sterne-Auszeichnung erhielten.

Schließlich würdigte Hennemann noch die Leistung aller Beteiligten des Friedrich-Rückert-Gymnasiums, die an der Erstellung der Ausstellung über das Schicksal jüdischer Kinder aus der Gegend beteiligt waren, womit das Lebenswerk von Cordula Kappner abgerundet worden sei. "Ein Stück Erinnerungskultur", das der Bürgermeister gerne auch bei künftigen Volkstrauertagen einfließen lassen möchte.

Projektleiter Daniel Heß berichtete, dass die Ausstellung 2017 an acht Orten gezeigt wurde. Auch in den USA "Für 2018 sind schon sechs Termine weg." Einer davon im Parlament von Lissabon/Portugal. Auch nach Haifa/Israel gebe es Kontakte.

Heß bedankte sich bei allen Unterstützern, die die Ausstellung in der nun bestehenden Form möglich gemacht hätten. "Mit unseren 300 Euro, die wir zur Verfügung hatten, wären wir nicht weit gekommen."

Das P-Seminar mache bei der Abiturnote 30 von 900 möglichen Punkten aus. "Also wegen der Note kann das Engagement der Schüler nicht groß gewesen sein", stellte Heß in seiner Rückschau fest, was auch einige Schülersprecher bestätigten. "Diese Arbeit hat mich menschlich weitergebracht und eine andere Einsicht über eine schlimme Zeit gegeben", bekannte eine Schülerin. Ihre Freundin fand, dass "mir bewusst wurde, wie wichtig Kinder- und Menschenrechte sind, weswegen sie mit aller Kraft verteidigt werden müssen, womit jeder bei sich selbst anfangen muss, in dem er überlegt, was Menschlichkeit eigentlich bedeutet".

Die gemeinsame Arbeit habe gezeigt, so ein weiterer Ex-Gymnasiast, wohin Antisemitismus und Rassismus führen können und dass man etwas dagegen tun muss. "Als kleine Schüler aus Ebern haben wir gelernt, dass wir viel bewegen können. Sogar Menschen in Amerika", lautete eine weitere Meinung. Die Ausstellung sei ein Mahnmal, dass so etwas nie wieder passiert. "Für uns als Gruppe bleiben gute Erinnerung und die Zufriedenheit, dass wir das Lebenswerk von Cordula Kappner möglich gemacht haben", schloss eine Schülersprecherin.

Die Geehrten beim Neujahrsempfang

SV 2000 Ebern: Jürgen Schorn, Jochen Greul, Jule Greul, Stefan Güßbacher, Vincent Schorn, Jannik Viesmann, Dominique Zeitler, Max Matuschek, Darius Strätz, Johanna Zeitler, Ferdinand Klehr, Alea Genslein, Jan Uwe Sauerteig, Max Schmitt, Jannik Spinler, Nicolas Hübner, Svenja Dietze, Fabian Bombelka, Luca Bäuerlein, Moritz Schrempf;

Kampfsportschule Rögner:
Harald Rögner, Petra Barth, Beate Otto, Laura Klopf, Norbert Höchner, Leon Meier, Günter Schönrock, Harun Veysel-Elkol;

Schießsport: Gerhard Einwag, Helmut Stubenrauch;

Gesellschaftl P-Seminar zur Ausstellung "Vergissmeinnicht": Alina Beierlieb, Celine Ebert, Johanna Demling. Johannes Fischer, Angela Münch, Marie Ratzke, Louis Reitz, Julian Zöcklein, Leiter Daniel Heß, Vanessa Dietz, Jakob Hager, Zeynep Karacam, Charlotte Kühnel, Jannik Maisch, Maximilian Riemer, Marie Schmitt. Jessica Stark;

Gastronomie: Jürgen Stahl.
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