Haßfurt
Einsatz

Sie sind Bessermacher statt Besserwisser

50 freiwillige Engagierte aus dem Landkreis Haßberge erhielten bei einer Feier in Haßfurt die Goldene Ehrenamtskarte.
Artikel drucken Artikel einbetten
Seit 48 Jahren engagiert sich Wolfgang Weppert aus Oberhohenried im Ehrenamt. Landrat Wilhelm Schneider (links) würdigte das Engagement mit einer Urkunde und der Goldenen Ehrenamtskarte. Christiane Reuther
Seit 48 Jahren engagiert sich Wolfgang Weppert aus Oberhohenried im Ehrenamt. Landrat Wilhelm Schneider (links) würdigte das Engagement mit einer Urkunde und der Goldenen Ehrenamtskarte. Christiane Reuther
+3 Bilder

"Es kann nicht jeder Egoist sein, sonst würde die Gemeinschaft nicht funktionieren", meint Wolfgang Weppert aus Oberhohenried. Er ist einer von 50 Botschaftern des Ehrenamts im Landkreis Haßberge, die am Dienstagabend während einer Feierstunde in der Stadthalle in Haßfurt im Rampenlicht standen. Landrat Wilhelm Schneider würdigte die Arbeit der Ehrenamtlichen, die sich in besonderem Maße für das Gemeinwohl einsetzen, und überreichte gemeinsam mit Juliane Freund vom Bayerischen Staatsministerium für Arbeit und Soziales eine Urkunde und die Goldene Ehrenamtskarte.

Das Ehrenamt hat viele Gesichter. Zum Beispiel bei der Feuerwehr. Dies trifft bei Wolfgang Weppert zu. Der 65-Jährige blickt auf insgesamt 48 Jahre aktive Dienstzeit bei der Feuerwehr Oberhohenried zurück; davon war er 18 Jahre lang als Kommandant tätig. Aber auch der Einsatz für Kinder und Jugendliche, für kranke und alte Menschen, für Natur, Umwelt, Kultur, Sport und Politik sowie für Vereine und Kirchen zählt in die Kategorie des Ehrenamts.

"Sie sorgen mit dafür, dass unsere Region lebens- und liebenswert ist und so viele Menschen gern und zufrieden bei uns leben", lobte Landrat Schneider. Es sei mittlerweile ein guter Brauch, einmal im Jahr die Neuinhaber der Goldenen Ehrenamtskarte einzuladen, um außergewöhnliches bürgerschaftliches Engagement in einem festlichen Rahmen zu würdigen. "Ehrenamt ist das Herz und der Puls unserer Gesellschaft", sagte der Landrat. Er bezeichnete das bürgerschaftliche Engagement als den Kitt, der die Gesellschaft zusammenhalte. Schneider brachte seine Hoffnung zum Ausdruck, dass sich viele andere Menschen anstecken lassen und dem Beispiel der ehrenamtlich Tätigen folgen.

Juliane Freund ist in ihrem Ministerium zuständig für das bürgerschaftliche Engagement und die Freiwilligenarbeit und eine ständige Begleiterin der Ehrenamtsaktion im Landkreis. Es ist ein wichtiger Aspekt, die Heimat mitzugestalten, wie sie in ihren Grußworten betonte. Freund verwies zudem auf die Akzeptanzpartner, von denen es im Landkreis mittlerweile 30 gibt. Die Ehrenamtlichen animierte sie, ihre Karte auch einzusetzen.

"Es gibt viele Besserwisser, aber nur wenige Bessermachen", bemerkte Landtagsabgeordneter Steffen Vogel in seinen Grußworten. Er dankte den Ehrenamtlichen für ihr Engagement, aber auch dem Landkreis für die Hilfestellung. Er verwies auf die Unterstützung durch den Freistaat, der das ehrenamtliche Engagement stärke.

Haßfurts Bürgermeister Günther Werner wandelte einen Ausspruch des römischen Philosophen Cicero ("keine Schuld ist dringender als die, Dank zu sagen") ein bisschen um. Werner sagte: "Ich halte keine Schuld für dringender, als denjenigen Dank zu sagen, die sich ehrenamtlich und unentgeltlich für ihre Mitmenschen und unsere Gesellschaft einsetzen." Das Ehrenamt bemesse sich, so der Bürgermeister, nicht in Geld. Deshalb gilt für ihn eine andere Währung: die Zeit und der persönliche Einsatz.

Vor sieben Jahren wurde die Bayerische Ehrenamtskarte als ein Zeichen der Wertschätzung eingeführt, von denen bisher 2174 ausgegeben wurden, darunter 670 Mal die Goldene und 1504 Mal die Blaue. Ansprechpartnerinnen für das Ehrenamt im Landkreis sind Monika Strätz-Stopfer und Andrea Tiessen-Lehmann vom Koordinierungszentrum bürgerschaftliches Engagement. Die Feierstunde umrahmten Petra Schlosser mit Musik und Gesang, Haßfurter Tänzer von der Ballettschule "On Point" sowie das Akrobatik-Duo "Firlefanz" aus Schweinfurt.

Neue Inhaber der Ehrenamtskarte sind: Andreas Franz, Markus Grader, Stefan Lüdecke, Sebastian Fey (Feuerwehr Ermershausen); Wolfgang Brühl (BRK-Rettungsdienst); Georg Lindner (Katholische Kirchenstiftung Kleinsteinach); Albert Kuhn (Katholisches Pfarramt Ebern); Traudlinde Hendrich, Anne Grimmer, Barbara Geißler, (BRK-Bereitschaft Hofheim/Königsberg); Konrad Appel, (BRK-Bereitschaft Untermerzbach); Stefan Schneider (BRK-Wasserwacht Haßfurt); Stefan Funck, Thomas Behr (BRK-Bereitschaft Eltmann); Thomas Klemm, Jürgen Arneth, Dieter Schmitt, Oliver Möslein (Feuerwehr Jesserndorf); Wilfried Bauer (Feuerwehr Manau); Elke und Gerd Heusinger (Feuerwehr Kleinsteinach); Elfriede Kerker (VdK Haßfurt); Ralf Sonnefeld, Johannes Rennebohm, Joachim Wiesmann, Michael Wüstenberg (Feuerwehr Ebern); Rosl Pflaum (Arbeiterwohlfahrt und Deutsche Rentenversicherung); Matthias Weinfurthner (DLRG Ebern); Thomas Lauer, Karin Bergmann, Antonie Bergmann, Kilian Dütsch, Manfred Bergmann, Peter Kuhn, Johannes Rennert (BRK-Wasserwacht Zeil/Sand); Wolfgang Weppert (Feuerwehr Oberhohenried); Maria Johannes, Johanna Strache (katholische Kirchenstiftung Kreuzthal); Markus Schröder, Manfred Roth (Feuerwehr Kimmelsbach); Tobias Marquardt, Jonas Schierling, Peter Friedrich, Alexander Kuhla, Manuel März (THW Haßfurt); Roman Lehmann, Herbert Leidner, Thomas Lehmann, Dirk Martin, Uwe Köhler (Feuerwehr Rabelsdorf); Bernhard Krieger (Jugendarbeit); Steffen Vogel (Feuerwehr Wasmuthausen). Neue Akzeptanzpartner sind die Hypovereinsbank, Kino Schneyer (Zeil) und die Volkshochschule Landkreis Haßberge.

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren