Haßfurt
Natur

See bekommt eine Belüftungsanlage

Die Stadt Haßfurt unterstützt einen Anglerverein bei seinem Bemühen, ein Fischsterben im Messelausee zu verhindern.
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Der Messelausee in der Gemarkung Hainert, der der Stadt Haßfurt gehört, ist ein Kleinod. Um zu verhindern, dass es hier wie schon 2018 zu einem massiven Fischsterben kommt, wollen die Anglerfreunde Nassachtal als Pächter eine strombetriebene Belüftungsanlage einbauen.  Ulrike Langer
Der Messelausee in der Gemarkung Hainert, der der Stadt Haßfurt gehört, ist ein Kleinod. Um zu verhindern, dass es hier wie schon 2018 zu einem massiven Fischsterben kommt, wollen die Anglerfreunde Nassachtal als Pächter eine strombetriebene Belüftungsanlage einbauen. Ulrike Langer

Immer öfter kommt es in Baggerseen im Landkreis aufgrund Sauerstoffmangels zu Fischsterben. So auch im vergangenen Jahr am Messelausee in der Gemarkung Hainert, den die Anglerfreunde Nassachtal aus Knetzgau von der Stadt Haßfurt gepachtet haben. Nun möchte der Verein eine strombetriebene Belüftungsanlage einbauen und bekommt dabei Unterstützung von der Stadt Haßfurt.

In der Sitzung des Finanz- und Hauptausschusses des Haßfurter Stadtrates berichtete Bürgermeister Günther Werner (WG), dass der Verein eine Belüftungsanlage für rund 7000 Euro in den See einbauen will. Weil er im Naturschutzgebiet "Mainaue bei Augsfeld" liegt, waren Absprachen insbesondere mit der Höheren Naturschutzbehörde (Regierung von Unterfranken in Würzburg) notwendig. Die Kosten für den Bau der Stromleitung bezifferte der Verein auf 9000 bis 10 000 Euro. "Die Anglerfreunde Nassachtal sind zwar kein Haßfurter Verein. Allerdings liegt es im Interesse der Stadt Haßfurt, dass sich unser Gewässer in einem guten Zustand befindet", so der Bürgermeister.

Das Veterinäramt habe darauf hingewiesen, dass es sich bei Fischen um Wirbeltiere handle, für die ein unnötiges Leiden unbedingt zu verhindern sei. Daher sollte die Stadt Haßfurt das notwendige Kabel, dessen Kosten sich auf maximal 3000 Euro belaufen würden, dem Verein zur Verfügung stellen. So würde die Stadt bei einem eventuellen Pächterwechsel Eigentümerin des Kabels bleiben.

"Eine Solaranlage zur Herstellung des Stroms ist nicht ausreichend", sagte Dietmar Will von der Bau- und Umweltverwaltung auf Nachfrage von Klaus Hammelbacher. "Denn die Belüftung sollte das ganze Jahr erfolgen, auch wenn keine Sonne scheint." Natürlich sei eine Belüftungsanlage nur ein "Notnagel". Da die Baggerseen künstlich geschaffen seien, werde sich die Natur irgendwann das Gelände zurückerobern, erklärte Will. Andererseits empfänden Fische durchaus Schmerzen, die verhindert werden müssten. Auch eine kurzzeitige Belüftung durch die Feuerwehr, wie von Eva-Maria Schwach vorgeschlagen, bringe keine Verbesserung.

Einige Stadträte mahnten, dass der Verein nicht zu viele Fische einsetzen sollte, da diese sich schnell vermehrten, und dass nicht auch noch zusätzlich gefüttert werden sollte. Will erklärte, dass das Problem "hochkompliziert" und es schwierig sei, den Pächter verantwortlich zu machen. Da der Messelausee ein "Kleinod" sei, sollte die Stadt das Vorhaben unterstützen. So beschloss der Ausschuss einstimmig, dem Verein das benötigte Stromkabel zur Verfügung zu stellen.

Auch den Zuschussantrag des TV Haßfurt beschieden die Stadträte positiv. Der Vereine möchte die Flutlichtanlage auf LED umstellen und jeweils zwei weitere Masten auf den Plätzen zwei und drei errichten, um den Spiel- und Trainingsbetrieb zu gewährleisten. Die Kosten liegen bei rund 87 000 Euro und nach Abzug der Vorsteuer liegt die Berechnungsgrundlage für den städtischen Zuschuss in Höhe von 20 Prozent bei rund 76 500 Euro. Somit gewährte der Ausschuss eine Förderung von maximal 15 300 Euro.

Weiterhin bewilligte der Ausschuss, dem 1. FC Haßfurt einen Zuschuss von 3000 Euro zum Kauf eines Rasenmähertraktors für 41 650 Euro. Voraussetzung ist, dass der Verein eine Versicherung gegen Diebstahl, Raub und vergleichbare Schäden abschließt. Manfred Stühler sprach sich zwar zunächst gegen diesen Passus aus. Allerdings erhält der Traktor ein Nummernschild, so dass die Absicherung über die Teilkaskoversicherung möglich ist. Der Beschluss fiel dann einstimmig aus.

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