Haßfurt
Arbeitsjubiläum

Schifffahrt begleitet ihn bis nach Hause

Seit 50 Jahren arbeitet der Limbacher Hans Schnös bei der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung. Er kennt die Wasserstraße wie seine Westentasche.
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Hans Schnös an seinem Arbeitsplatz in der Leitzentrale für die Schleusen am Main zwischen Viereth und Ottendorf. Er hat die Arbeit im Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt von der Pike auf gelernt. Foto: privat
Hans Schnös an seinem Arbeitsplatz in der Leitzentrale für die Schleusen am Main zwischen Viereth und Ottendorf. Er hat die Arbeit im Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt von der Pike auf gelernt. Foto: privat
Früh, wenn Hans Schnös seinen Kaffee trinkt und zum Fenster hinausschaut, "weiß ich wie der Laden läuft", und abends hält er durchaus mal einen Ratsch mit denen, die täglich auf der großen Wasserstraße von der Donau bis zur Nordsee unterwegs sind. Der Limbacher ist seit 50 Jahren im Dienst der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes und im Besonderen der Betriebsstellenleiter der Leitzentrale für die Schleusen von Viereth bis Ottendorf.

Offiziell würdigte Amtsleiter Heinrich Schoppmann die "hervorragend geleistete Arbeit" von Hans Schnös und überreichte die Dankurkunde.
An seinen ersten Tag am 1. September 1967 kann sich Hans Schnös gut erinnern. Die Lehrzeit als Wasserbauwerker beim Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) Schweinfurt begann für den 14-Jährigen im Schweinfurter Hafen auf einem Schwimmbagger, wo er mithelfen musste, den Rost zu entfernen. Aber, erzählt er schmunzelnd, das Wetter passte, und die Kollegen auch - bis heute hält der herzliche Kontakt.
1972 folgte die Beamtenausbildung, Hans Schnös kam als junger Mann an alle Schleusen am Main zwischen Frankfurt und Nürnberg am Main-Donau-Kanal. Ab 1974 war er Schleusenwärter in Limbach, 1990 wurde er an der Schleuse Knetzgau Betriebsstellenleiter.


Seit 2007 in Haßfurter Zentrale

Seit der großen Umstrukturierung im März 2007, als in Haßfurt die Leitzentrale Haßfurt in Betrieb genommen wurde, ist Hans Schnös hier Betriebsstellenleiter. Von Haßfurt aus werden die Schleusen Viereth, Limbach, Knetzgau und Ottendorf ferngesteuert.
Die Flößer hat Hans Schnös zwar nicht mehr erlebt, gleichwohl aber eine immense Entwicklung in der Technik. "Fernsteuerung war früher nicht denkbar", erinnert er sich. In den 17 Jahren an der Schleuse Limbach und den 16 Jahren in Knetzgau hat er die Schiffer und ihre Familien, die Matrosen und die ganze Besatzung bis hin zum Schiffshund persönlich gekannt.

In den letzten zehn Jahren in der Leitzentrale ist das dem telefonischen und dem Funkkontakt gewichen: Die Hauptsprache auf dem Main ist deutsch, aber in den Ferngesprächen braucht man ein geübtes Ohr, um das internationale Personal, die Kapitäne und Besatzung aus Kroatien, Bulgarien, oft aus Donau-Anrainerstaaten, zu verstehen.


Auf Du und Du

Auf Du und Du mit den Menschen auf dem Main ist Hans Schnös immer noch, das bleibt ihm auch im Ruhestand: Er wohnt direkt an der Limbacher Schleuse, es ist eine Herzensverbindung, und nach Feierabend geht er schon mal vor die Tür zu einem Plausch mit den Schiffern, die in Limbach gerade Halt machen. "Man trinkt ein Bier oder einen Schoppen miteinander", meint Schnös. Holländer, Belgier, andere Nationalitäten, man redet über die Arbeit auf dem Wasser und über manches Problem, etwa wegen der Terminfracht.

Die Leitzentrale ist 24 Stunden am Tag 365 Tage im Jahr besetzt, die Schifffahrt ruht nie. "So mancher trauert dem Steuerrad im Führerhaus hinterher", weiß Schnös, es ist heute dem Joystick gewichen, der Raum ist vollgestopft mit Technik. Bei aller Arbeitserleichterung durch Radar und Elektronik ist es aber nicht wirklich so viel besser, denn die Arbeit fordert hohe Konzentration. Eines ist aber geblieben, das lieben die Binnenschiffer wie Hans Schnös: der Duft des Wassers, die Freiheit auf dem Fluss und die Schönheit der Landschaft. kra
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