Altershausen
Kanalisation

Scheiben reinigen das Abwasser in Altershausen

Die Stadt Königsberg hat die neue Tauchörperkläranlage in Altershausen offiziell in Dienst gestellt.
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Ein Kernstück der neuen Anlage: In fünf Tauchbecken wird das Wasser mit Scheiben biologisch gereinigt. Gerold Snater
Ein Kernstück der neuen Anlage: In fünf Tauchbecken wird das Wasser mit Scheiben biologisch gereinigt. Gerold Snater
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Es ist noch keine 25 Jahre her, da spannte der damalige Bürgermeister von Königsberg, Kurt Sieber, seinen Amtskollegen aus der Nachbarstadt Zeil, Bürgermeister Christoph Winkler, hinter den Pflug, um die Rinnen für die Schilfpflanzen für die Wurzelraumkläranlage für Altershausen und Sechsthal, unter großer Beteiligung der Bevölkerung beider Stadtteile, zu in den Boden zu ziehen. Damals, 1996, als eine revolutionäre Einrichtung gepriesen, erwies sich diese Art der Abwasserreinigung in Altershausen nach einiger Zeit als ein Flop. Fehlplanungen und Baumängel führten dazu, dass die Anlage die vom Wasserwirtschaftsamt vorgegebenen Werte bald nicht mehr erfüllen konnte. Eine Verbesserung der Anlage scheiterte aus verschiedenen Gründen. Auch andere Möglichkeiten, wie der Anschluss an weit entfernte Kläranlagen, wurden als Ersatz verworfen. Letztendlich wurde entschieden, nachdem die Stadt Zeil für Sechsthal einen eigenen Weg eingeschlagen und Sechsthal an das zentrale Klärwerk in Zeil angeschlossen hat , in Altershausen eine Scheibentauchkörperanlage zu bauen. Diese Anlage wurde jetzt offiziell in Betrieb genommen.

Bürgermeister Claus Bittenbrünn ging in seiner Eingangsrede auf die Entstehungsgeschichte der neuen Anlage ein und zeichnete die Schwierigkeiten auf, die ständige Veränderungen der Vorgaben durch das Wasserwirtschaftsamt nach sich zogen. Im September 2016 wurde dann im Stadtrat von Königsberg eine mehrfach geänderte Bauplanung für den Bau einer Scheibentauchkörperanlage in Altershausen verabschiedet. Zusammenfassend stellte er fest: "Etwas allerdings darf nicht unerwähnt bleiben: Wir haben hier eine Einrichtung geschaffen, die den nötigen Anforderungen absolut genügt, sich durch hohe Leistungsfähigkeit auszeichnet und uns in der Abwasserfrage für die kommenden Jahrzehnte Problemfreiheit bescheren sollte."

Die Erläuterung der technischen Details überließ Bürgermeister Bittenbrünn Ingenieur Udo Weber vom Planungsbüro Kittner & Weber. Udo Weber erläuterte zunächst die Gründe, warum es seinerzeit nicht möglich war, die bestehende Wurzelraumkläranlage, die die vorgeschriebenen Reinigungswerte nicht erreichte, zu sanieren.

Ausführlich erläuterte Weber die Funktionsweise und die Vorteile der neuen Anlage, die auf einer biologischen Basis funktioniert. Diese Vorteile liegen unter anderem in den sehr günstigen Energie- und Betriebskosten, keiner Geräusch- und Geruchsbelästigung, einer sehr einfachen Betriebsweise, da die Kläranlage vollautomatisch arbeitet und sich selbstständig regelt, und sie sei sehr wartungsfreundlich, sagte er. Im neuen Klärwerk werden zuerst mit einem Spezialsiebrechen die groben Stoffe entfernt, bis das Abwasser in Wannen mit Tauchkörperwalzen fließt. Das sind kreisrunde Scheiben. Nach Inbetriebnahme wächst auf der Oberfläche der sich drehenden Scheiben innerhalb kurzer Zeit ein biologischer Rasen, der das Abwasser reinigt.

Das Tauchbecken der Anlage in Altershausen hat einen Rauminhalt von 28 Kubikmetern. Darin drehen sich in fünf Unterbecken 465 Scheiben mit einem Durchmesser von jeweils 2,70 Metern und einer Fläche von 11,45 Quadratmetern, was insgesamt 5325,25 Quadratmeter ergibt.

Udo Weber wies darauf hin, dass die Biologie in der Anlage zurzeit noch aufgebaut wird. Die wasserrechtlich nötigen Ablaufwerte seien noch nicht erreicht. Nach einer Einlaufphase von rund vier Monaten werde die Einhaltung der wasserrechtlich geforderten Ablaufwerte erwartet.

Bürgermeister Claus Bittenbrünn ergänzte: "Sicherlich kann eine solche Anlage nicht gleich 1a laufen. Es wird da und dort noch nachzubessern sein, die Biologie muss sich erst bilden. Mit unserer neuen Anlage liegen wir aber richtig, und ich hoffe, dass diese Kläranlage die durchaus großen Erwartungen zu erfüllen vermag."

Die Kosten für die neue Kläranlage belaufen sich auf über 1,1 Millionen Euro.

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