LKR Haßberge
Landtagswahl

Schafft Josef Demar noch den Sprung nach München?

Josef Demar, Bürgermeister von Großbardorf, könnte über die CSU-Liste den Sprung in den Landtag schaffen. Für die anderen Bewerber aus den Kreisen Haßberge und Rhön-Grabfeld wird es wohl nichts mit einem Mandat für München.
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Er hat Chancen auf ein Landtagsmandat: Josef Demar, der Bürgermeister von Großbardorf, könnte den Einzug über die unterfränkische CSU-Liste schaffen. Das stand gestern allerdings noch nicht fest.  Foto: dpa
Er hat Chancen auf ein Landtagsmandat: Josef Demar, der Bürgermeister von Großbardorf, könnte den Einzug über die unterfränkische CSU-Liste schaffen. Das stand gestern allerdings noch nicht fest. Foto: dpa
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Steffen Vogel hatte schon am Sonntagabend allen Grund zur Freude - und am Montag gleich noch einmal. Nachdem der 39-Jährige aus Theres am Sonntag kurz nach 18 Uhr erfahren hatte, dass er das Landtags-Direktmandat für den Stimmkreis Haßberge/Rhön-Grabfeld souverän gewonnen hatte, gab es am Montag noch eine gute Nachricht für den künftigen Parlamentarier.

Die CSU in Unterfranken hat nämlich die Zahl ihrer Sitze im Landtag von elf auf zwölf steigern können. Zehn Mandate bekommen die zehn Gewinner der Stimmkreise, alle von der CSU, und zwei Abgeordnete schickt die Unterfranken-CSU zusätzlich über die Liste. Das ist sicher die Landtagspräsidentin Barbara Stamm, und der zwölfte Abgeordnete der Union könnte aus dem Stimmkreis Haßberge/Rhön-Grabfeld kommen: Josef Demar, der Bürgermeister von Großbardorf. "Das ist die beste Nachricht heute", freute sich Steffen Vogel für seine Partei und für seinen Parteifreund.


Noch nicht sicher

Ob Demar den Sprung nach München schafft, war gestern aber noch nicht sicher. Demar ist nur über die Liste angetreten, er hatte keinen Stimmkreis. Er müsste das zweitbeste Listenergebnis seiner Partei in Unterfranken bekommen. Dann wäre er drin. Ersten Angaben aus dem Landratsamt Haßberge zufolge erhielt Demar 8490 Zweitstimmen. Ob das reicht?

Demar stand auf dem guten Platz drei der CSU-Liste. Hinter Barbara Stamm und Gerhard Eck. Der Innen-Staatssekretär aus Donnersdorf im Landkreis Schweinfurt wäre für Demar kein Konkurrent, denn Eck kommt über den Stimmkreis (Direktmandat) nach München. Wie viele Zweitstimmen holen die CSU-Bewerber auf den Listenplätzen hinter Demar - das ist die entscheidende Frage. Wenn kein anderer CSU-Kandidat besser ist, dann ist der Großbardorfer Bürgermeister drin.


Die FDP ist weg

Die Zahl der Sitze für die anderen Parteien und Wählergruppen in Unterfranken bleibt unverändert. Die SPD schickt vier Abgeordnete, die Freien Wähler sowie die Grünen jeweils zwei Abgeordnete. Die FDP (bisher ein Sitz) ist draußen; den Sitz hat die CSU bekommen.

Eine Wackelpartie ist die Landtagswahl nach wie vor für den SPD-Kandidaten Matthias Kihn aus Mellrichstadt. Das Direktmandat hat er klar verpasst (gegen Steffen Vogel), aber über die Liste gibt es noch eine Chance, wenn auch nur eine kleine. Ob er den Sprung in den Landtag schafft oder nicht, stand für den 32-Jährigen gestern Nachmittag "noch nicht ganz fest".

Eigenen Angaben zufolge hat er Platz fünf bei den Erststimmen behauptet, aber er müsste unter die ersten Vier rutschen, um nach München zu kommen. "Die Wahrscheinlichkeit ist nicht hoch", räumte er ein, aber "ich hoffe noch". Knapp ist es. Einige hundert Stimmen werden für Kihn wohl den Ausschlag geben, ob er Landtagsabgeordneter wird oder nicht.

Die Aussicht auf einen Sitz im Landtag hat Gerald Pittner von den Freien Wählern schon aufgegeben. Der Richter aus Bad Neustadt ist enttäuscht über sein eigenes Abschneiden, das unter dem Durchschnitt der Freien Wähler liegt. "Kein schönes Ergebnis", sagte er gestern. Er hat gehofft, dass die Freien Wähler und er selbst mehr erreichen.

Der Platz vier auf der Unterfrankenliste der Freien Wähler wird ihm nicht helfen. Weil Kandidaten in anderen Stimmkreisen besser abgeschnitten haben, "mache ich mir keine Hoffnung" auf einen der beiden Sitze, erklärte der Kreisvorsitzende der Freien Wähler im Nachbarkreis Rhön-Grabfeld.


Doch nicht so schlecht

Das gilt auch für den Grünen Matthias Lewin. Den Sitz im Landtag hat der 48-Jährige aus Knetzgau abgeschrieben. Er stand auf Platz acht der Grünen-Liste in Unterfranken. Zwei Sitze bekommt die Partei.
Nach der ersten Enttäuschung über sein Abschneiden und über das Resultat der Grünen insgesamt ist Lewin mittlerweile etwas zufriedener geworden. Er hat das Grünen-Resultat im Stimmkreis gesteigert, mehr Erst- als Zweitstimmen erhalten (für einen Grünen eher die Ausnahme), und mit insgesamt über 5000 Stimmen liegt er gar nicht so schlecht. Trotzdem hatte er sich natürlich mehr erhofft.

Alle Ergebnisse der Landtagswahl zum Nachlesen finden Sie auf bei unsauf wahlen.infranken.de.
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