Ebern
Tourismuseinrichtung

Lärm am Abend und in der Nacht: Saufgelage bringen Eberner Wohnmobilstellplatz in Verruf

Wegen Lärms in den Abend- und Nachtstunden sind Wohnmobilisten verärgert. Der Bauausschuss Ebern zieht daraus die Konsequenz, die Sitzgruppen zu entfernen.
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Die Sitzgruppen zwischen dem Wohnmobilstellplatz der Stadt Ebern und dem Fußweg, der vom Bahnhof zum Teegut-Kreisel führt, sollen entfernt werden, weil von dort Lärm zum Nachteil der Wohnmobilisten ausgehe, erläuterte Bürgermeister Jürgen Hennemann (vorne, Zweiter von rechts). Foto: Helmut Will
Die Sitzgruppen zwischen dem Wohnmobilstellplatz der Stadt Ebern und dem Fußweg, der vom Bahnhof zum Teegut-Kreisel führt, sollen entfernt werden, weil von dort Lärm zum Nachteil der Wohnmobilisten ausgehe, erläuterte Bürgermeister Jürgen Hennemann (vorne, Zweiter von rechts). Foto: Helmut Will
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Am Wohnmobilstellplatz in Ebern gibt es Ärger: Wohnmobilisten beschwerten sich wegen Lärms der in den Abend- und Nachtstunden von zechenden Personen ausgeht, die sich auf einer Sitzgruppe östlich des Stellplatzes, zwischen diesem und dem Fußweg, der vom Bahnhof zum Teegut-Kreisel führt, aufhalten. Auch unschöne Verunreinigungen und Schmierereien auf den Tischen sind vorhanden. Das war Anlass, dass sich der Bauausschuss mit Bürgermeister Jürgen Hennemann (SPD) bei seiner Sitzung am Mittwochnachmittag vor Ort einen Eindruck davon verschaffte.

Die Erkenntnis aus der Ortseinsicht war folgende: Der Wohnmobilstellplatz hat Priorität, die Sitzgruppen werden entfernt.

"Junge Erwachsenen zechen"

Zuvor hatten Hennemann, Helen Zwinkmann von der Tourist-Information Ebern und Bernd Ebert, zuständig im Stadtrat für den Fremdenverkehr, den Sachverhalt erläutert. Nach den Worten des Bürgermeisters sind Konflikte am Wohnmobilstellplatz entstanden. Hennemann machte deutlich, dass die Verursacher der Beschwerden nicht in der Jugend zu suchen seien, sondern eher bei wenigen "jungen Erwachsenen", die sich dort zum Zechen träfen.

"Wir haben den Wohnmobilstellplatz ja schon länger provisorisch mit einer Sichtblende abgegrenzt. Diese Aufgabe soll künftig eine bereits angelegte Bepflanzung übernehmen", sagte Hennemann.

Dass diese Stelle attraktiv ist, sieht der Bürgermeister auch darin, dass dort freies WLAN gut zu empfangen ist. Da Alkohol laut einer Satzung in der Anlage verboten ist, habe auch die Polizei schon öfters Kontrollen vorgenommen.

"Keine gute Werbung"

Helen Zwinkmann bekräftigte die Aussagen des Bürgermeisters: "Vom Platzwart und von Besuchern des Wohnmobilstellplatzes wurde uns gesagt, was wir auch selber schon feststellten, dass es dort zur Nachtzeit häufig sehr laut zugeht. Manche Wohnmobilisten haben den Platz deshalb auch schon in den Abendstunden verlassen und die Nacht auf dem Gelände einer Firma in Ebern verbracht, die mit Wohnmobilen handelt. Das kann nicht sein und ist für unseren Top-Platz keine gute Werbung", machte Helen Zwinkmann deutlich und forderte, dass die Sitzgruppen entfernt werden.

Ortssprecher Bernd Ebert wies darauf hin, dass deshalb im Internet schon negative Bewertungen auftauchten. "So was ist natürlich für den tollen Platz hier in Ebern nicht förderlich und stellt ihn in ein schlechtes Licht", sagte er.

Stadtrat Rainer Kaffer (JL) bedauerte das Ganze, da sich die Sitzgruppe an der besagten Stelle doch gut mache. Auch Stadtrat Markus Fausten (CSU) meinte, dass die Sitzgruppe einen guten Platz habe und bei Entfernung nur eine Verlagerung des Problems zur Folge hätte.

Wohin mit der Sitzgruppe?

Das Gremium war sich einig, dass der Wohnmobilstellplatz oberste Priorität haben sollte, und beschloss, die beiden Sitzgruppen entfernen zu lassen.

Aber wohin damit? Bürgermeister Hennemann nannte den Platz am Pavillon zwischen Altenheim und Realschule. Da hatte aber Stadtrat Manfred Fausten (CSU) so seine Bedenken. Er befürchtete, dass dann Beschwerden vom Altenheim kommen könnten. Rainer Kaffer nannte als möglichen künftigen Stellplatz die Eiswiese in Ebern. Helen Zwinkmann wies noch auf Schmierereien auf den Tischen hin. Davon, dass teilweise Verunreinigungen vorhanden sind, konnte sich das Gremium überzeugen.

Bebauungsplan gebilligt

Eine besser mit Rollstühlen befahrbare Möglichkeit soll zwischen Altenheim und der Realschule geschaffen werden.

Zur Photovoltaikfreiflächenanlage bei Fischbach, brachte der Vertreter eines Ingenieurbüros ausführliche Erläuterungen, so dass der Bauausschuss den vorgezogenen Bebauungsplan billigte. Unterlagen hierzu seien im Rathausinformationssystem eingestellt, sagte der Bürgermeister.

Vereinbarungen mit Landwirten

Das gemeindliche Einvernehmen erteilte das Gremium für eine Reihe von Bauanträgen.

Nach Mahnung durch das Landratsamt Haßberge wird von der Stadt die Verlängerung der wasserrechtlichen Erlaubnis für den Feuerlöschteich in Bischwind am Raueneck beantragt.

In Absprache mit anderen Kommunen sollen Vereinbarungen mit Landwirten getroffen werden, was die Düngung betrifft, um das Grundwasser vor Schadstoffeinträgen zu schützen. "Da gibt es für Landwirte einen finanziellen Ausgleich", sagte Hennemann. Am 8. Oktober ist dazu ab 8.30 Uhr im Ämtergebäude eine Informationsveranstaltung vorgesehen.

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