Haßfurt
Bildung

Sanierung sichert den Schulstandort Haßfurt

Der Landkreis gab den offiziellen Spatenstich für die 25 Millionen Euro teure Erneuerung der Berufsschule in Haßfurt.
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Schulleiterin Heidrun Görtler nahm zusammen mit Landrat Wilhelm Schneider als symbolischen Akt die Enthüllung der Bautafel vor.  Christian Licha
Schulleiterin Heidrun Görtler nahm zusammen mit Landrat Wilhelm Schneider als symbolischen Akt die Enthüllung der Bautafel vor. Christian Licha
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Rund 25 Millionen Euro werden in die Heinrich-Thein-Berufsschule in Haßfurt investiert, um das Gebäude fit für die Zukunft zu machen. Jetzt wurde offiziell der Baubeginn gefeiert. Anstatt eines sonst üblichen symbolischen Spatenstichs enthüllte Landrat Wilhelm Schneider (CSU) zusammen mit Schulleiterin Heidrun Görtler die Bautafel an der Hofheimer Straße.

"Wir wollen unseren Jugendlichen und Lehrkräften optimale Rahmenbedingungen für den Lernerfolg zur Verfügung stellen und ihnen eine hochwertige, wohnortnahe, moderne und attraktive Bildungseinrichtung bieten", sagte Landrat Schneider und betonte, dass die Sanierung weitgehend die Kernbauteile betrifft, also die Gebäude, die Ende der 1960er Jahre entstanden sind.

Eine lange Vorlaufphase mit vielen Abstimmungsprozessen waren für das Projekt erforderlich. Problem war, so der Landrat, dass dem ursprünglich bereits 2014 genehmigten Raumprogramm ein Neubau und keine Generalsanierung zugrunde gelegt war. Hier waren weder die vorhandene Gebäudestruktur noch die tatsächlich erforderlichen Flächen berücksichtigt. Die Nachverhandlungen mit der Regierung von Unterfranken (Würzburg) haben dann zu einem komplett neuen Raumprogramm geführt. Anstelle der ursprünglich geplanten 4268 Quadratmetern wurden nun 5384 Quadratmeter als förderfähig anerkannt.

Dies hat zur Folge, dass bei einer geschätzten Gesamtsumme von rund 25 Millionen Euro nun 21,44 Millionen Euro als förderfähige Kosten seitens der Regierung anerkannt werden. Hinsichtlich des Fördersatzes wurde sehr intensiv und erfolgreich mit der Regierung von Unterfranken verhandelt. "Wir konnten einen Fördersatz von 77 Prozent erzielen, so dass sich unser Eigenanteil auf rund 8,5 Millionen Euro beläuft", legte Schneider das Ergebnis der Verhandlungen dar. Seit Ende November liegt nun der vorzeitige Maßnahmenbeginn vor, so dass auch offiziell die bauliche Freigabe durch die Regierung von Unterfranken erfolgt ist.

Die Generalsanierung der Heinrich-Thein-Berufsschule erfolgt in vier Bauabschnitten. Die Ausführung des ersten Bauabschnitts mit Errichtung der Heizungszentrale und der Ver- und Entsorgungsanlagen ist bereits weitgehend abgeschlossen (die Arbeiten waren im Vorgriff möglich). Im Zuge der Ausführung des ersten Bauabschnitts wurden der D-Bau (ehemalige Bauhalle) und eine Teilfläche aus dem B-Bau (Werkstätten) zu Interimszwecken umgebaut, so dass für die Auslagerung von Schülern keine Klassencontainer aufgestellt werden müssen. Die Demontage- und Abbrucharbeiten im Innenbereich der Bauteile C (Hauswirtschaft) und E (ehemaliger Pausenverkauf und die Aula) werden bis Ende des Jahres abgeschlossen sein. Die nachfolgenden Gewerke werden im Anschluss mit ihren Arbeiten beginnen. Voraussichtlich wird der zweite Bauabschnitt bis Oktober 2020 abgeschlossen sein. Die Ausführungen des dritten Bauabschnitts (Hauptgebäude) und des vierten Bauabschnitts (Werkstätten) erfolgen unmittelbar im Anschluss, so dass die Gesamtfertigstellung bis voraussichtlich 2024 vorgesehen ist.

Schneider lobte die stets gute Zusammenarbeit mit dem Architekturbüro Baur Consult sowie der Schulleiterin Heidrun Görtler und ihrem Stellvertreter Jochen Brüggemann. Schon frühzeitig sei man auch an die Nachbarn herangetreten und habe das Gespräch gesucht. Für das entgegengebrachte Verständnis für die Unannehmlichkeiten, die Baumaßnahmen mit sich bringen, dankte der Landrat den Anliegern und versprach, schnelle Lösungen zu finden, falls Probleme auftreten sollten.

Als bedeutende Maßnahme für den gesamten Landkreis bezeichnete der stellvertretende Schulleiter Jochen Brüggemann die Sanierung, denn ohne eine gut funktionierende Berufsschule in einem modernen Gebäude mit einer zukunftsweisenden Technik würden die jungen Landkreisbewohner zur Berufsausbildung in die umliegenden Zentren fahren müssen. Dies dürfe nicht geschehen, denn gerade für den ländlichen Raum ist es nach seiner Ansicht wichtig, die ortsnahe Beschulung auf dem neuesten Stand der Technik zu ermöglichen.

Die Generalsanierung bietet nun die Möglichkeit, die bestehende Hülle neu zu strukturieren, so dass die über die Jahre entstandene Zersplitterung der Fachbereiche aufgehoben werden kann. Die Wege für Lehrer und Schüler werden verkürzt, was der Effektivität des Unterrichts dient und verhindert, dass bei widrigen Witterungsbedingungen andere Gebäudeteile aufgesucht werden müssen. Ein neuer Raumzuschnitt ermöglicht, neue und moderne Unterrichtsformen einzusetzen; so entstehen nun mehrere rund 95 Quadratmeter große integrierte Fachunterrichtsräume, in denen die Möglichkeit geschaffen wird, dass soeben Erlernte im gleichen Raum praktisch anzuwenden.



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