Breitbrunn
Planungen

Sandsteinmuseum wird konkreter

Das Interesse an der Mitarbeit zur Einrichtung eines Sandsteinmuseums im Landkreis wächst weiter.
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In der Liste der Baudenkmäler von Breitbrunn ist die katholische Kirche St. Matthäus als Sandsteinquaderbau verzeichnet. Beim Bau der Kirche fand heimischer Sandstein aus dem ehemaligen Kellerbruch bei Breitbrunn Verwendung. Das Gelände dieses mittlerweile still gelegten Steinbruchs soll nach dem Willen des Arbeitskreises für die "Erlebniswelt Fränkischer Sandstein" genutzt werden.  Fotos: Sabine Meißner
In der Liste der Baudenkmäler von Breitbrunn ist die katholische Kirche St. Matthäus als Sandsteinquaderbau verzeichnet. Beim Bau der Kirche fand heimischer Sandstein aus dem ehemaligen Kellerbruch bei Breitbrunn Verwendung. Das Gelände dieses mittlerweile still gelegten Steinbruchs soll nach dem Willen des Arbeitskreises für die "Erlebniswelt Fränkischer Sandstein" genutzt werden. Fotos: Sabine Meißner
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Bürgermeisterin Gertrud Bühl (FW) gab bekannt, dass Holger Weininger, Geschäftsführer der VHS Hassberge, und Jürgen Thein vom Büro für Faunistik und Umweltbildung in Haßfurt sich dem Arbeitskreis von mittlerweile 14 aktiv mitarbeitenden Experten anschließen werden. Das Ziel der Gruppe unter Federführung von Bürgermeisterin Bühl und dem Bamberger Unternehmer Martin Graser ist zunächst die Ausarbeitung eines Konzeptes zur Erlangung von Fördermitteln.

Auch der Ausschuss des Kreistages für Kultur und Sport interessiert sich für das Vorhaben und wird am Mittwoch, den 9. April, in Breitbrunn tagen. "Die Ausschussmitglieder möchten sich über unser Vorhaben informieren", teilt die Bürgermeisterin mit.
Neben allen bisherigen Ergebnissen des Arbeitskreises sollen bei der Zusammenkunft verschiedene Steinhauer-Werkzeuge, Bilder und weitere Reliquien der Steinhauertradition vorgestellt werden, die von Bürgern zur Verfügung gestellt worden sind.

Frage des Projektnamens

Einzelne Arbeitskreismitglieder werden ihre Gedanken und Recherchen präsentieren. Professor Reinhard Kulick, Wissenschaftler aus Mainz, hat sich im Vorfeld zur umstrittenen Frage des Projektnamens "Erlebniswelt Fränkischer Sandstein" geäußert und verweist befürwortend darauf, dass es die "Deutsche Weinstraße" gibt, die "lediglich im Bereich der Pfalz" verlaufe. Das "Europäische Brotmuseum" in Ebergötzen (bei Göttingen) zeige eine kulturhistorische "Sammlung über Korn und Brot, die in der Hauptsache Deutschland" betreffe.

Anhand gründlicher Erläuterungen zu den Sandsteinvorkommen im Maingebiet legt er dar, warum für ihn "der für Breitbrunn angedachte Name ‚Erlebniswelt Fränkischer Sandstein‘ nicht zu hoch gegriffen ist". Des Weiteren schlägt er vor, "veranstaltungsbezogenen Eintritt zu verlangen" und Gemeinnützigkeit anzustreben. Zur Realisierung der Gastronomie empfiehlt der Wissenschaftler aufgrund Mainzer Erfahrungen die wechselnde Einbeziehung von Winzern, Brauereien und regionalen Wirten, die "mit familiengerechten Angeboten" aufwarten sollten. Eine Veranstaltungsreihe "Stein und Wein" könne sich Kulick ebenso vorstellen wie geologische Wanderungen mit dem Ziel Kellerbruch, geologische Führungen im Steinbruch, visuelle Vorträge zum Thema Sandstein, etwa bei einbrechender Dunkelheit, oder "Kreativkurse" mit Betätigungsmöglichkeiten für Besucher.

Der Historiker Heinrich Weisel aus Zeil am Main hat ebenfalls schriftliche Ausarbeitungen an Gertrud Bühl übergeben. Darin geht es laut Weisel um Erkenntnisse seiner eigenen Forschungen, aber auch um historische Literatur. Die Niederschrift enthält Gedanken zu den Arbeitsvorschlägen von Professor Kulick zum Thema "Arbeitswelt Sandstein" sowie denen der Landkreis-Arbeitsgruppe Ulrike Schmidt, Veronika Jägler und Guntram Ulsamer zum Thema "Lebensumstände und Arbeitsalltag des Sandsteinabbaus".

An Kostenberechnungen arbeitet derzeit der Zweite Bürgermeister Thomas Schlee. Ihm und allen weiteren Arbeitsgruppenmitgliedern dankt Gertrud Bühl für die Mitarbeit im Arbeitskreis und stellt die nächste Beratung für einen Termin nach der Kommunalwahl in Aussicht.

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