Sand am Main
Bürgerversammlung

Sand muss Wohnraum schaffen

Die Gemeinde zwischen Steigerwald und Main sucht nach Wegen für die richtige innerörtliche Entwicklung.
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Eine Zustimmung des Gemeinderates vorausgesetzt, soll bald die gesetzliche Maximalhöhe von zwei Metern für die Einfriedung von Grundstücken in Sand gelten. Markus Burkard/Gemeinde Sand
Eine Zustimmung des Gemeinderates vorausgesetzt, soll bald die gesetzliche Maximalhöhe von zwei Metern für die Einfriedung von Grundstücken in Sand gelten. Markus Burkard/Gemeinde Sand

Die Ergebnisse einer Untersuchung zur Innenentwicklung des Ortes wurden am Dienstagabend bei der Bürgerversammlung in Sand vorgestellt. Rund 70 interessierte Bürger ließen sich aus erster Hand im Saal des Hotels Goger informieren.

Bertram Wegner und Cornelia Seifert vom Planungsbüro Wegner aus Veitshöchheim stellten die Eckpunkte des von ihnen erstellten Handlungskonzeptes vor. Es dient speziell zur Erfassung von Flächenpotenzial und zeigt Möglichkeiten der Aktivierung von Flächen auf.

Insgesamt gibt es in Sand 75 direkt bebaubare Wohngrundstücke, wie die beiden Architekten beschrieben. Momentan gebe es 1381 einzelne Wohnungen, deren Bedarf bis zum Jahr 2033 auf jeden Fall steigen werde. Bei einer angenommenen gleichbleibenden Bevölkerungszahl würden bis dahin 72 neue Wohnungen benötigt, während es bei einem einprozentigen Bevölkerungsanstieg schon 87 wären. Als Möglichkeit zur Optimierung der Innenentwicklung könne zum Beispiel mit der Reaktivierung von Einliegerwohnungen oder der Aufteilung von ungenutzter Wohnfläche in eine weitere Wohnung beitragen.

Bürgermeister Bernhard Ruß (SPD) rief dazu auf, vorhandene Grundstücke nicht liegen zu lassen, sondern einer Nutzung zuzuführen. Hierfür setze sich jetzt schon die Gemeinde ein und suche das Gespräch mit den Grundstückseigentümern. Aus dem Publikum kam die Anregung, eine Wohnanlage für ältere Mitbürger zu schaffen. Auch hier sei die Gemeinde schön tätig und habe bereits viele Gespräche geführt, so Ruß. Die Verhandlungen gingen jedoch nicht von Heute auf Morgen, würden jedoch intensiv weiterverfolgt, versicherte er.

Einverstanden schienen die Besucher der Bürgerversammlung mit dem Vorhaben des Gemeinderates zu sein, die Höhe der Einfriedung von Grundstücken neu zu regeln. Aufgrund der Veränderungen der Lebensweise in den letzten Jahrzehnten sieht es Bürgermeister Bernhard Ruß als sinnvoll an, die bestehende Beschränkung der Höhe von Zäunen und Mauern aufzuheben und künftig die in der bayerischen Bauordnung vorgegebene gesetzliche Höhe von maximal zwei Metern zuzulassen. Dies erspare viel Verwaltungsaufwand, die die bisherigen fallbezogenen Befreiungen gemacht haben. Gleichwohl appellierte Ruß daran, auch an die Umwelt zu denken: "Sinn und Zweck, auf dem Dorf zu leben, ist es nicht, dass sich jeder hinter einer Mauer verbarrikadiert."

Zum geplanten Allianz-Bad als Ersatz für das geschlossene Zeiler Hallenbad informierte Bürgermeister Ruß, dass das nun vorliegende Gutachten einen Umbau des Freibades in Eltmann in ein kombiniertes Hallen- und Freibad empfehle. Die Stadt Eltmann gebe nun zeitnah ein Planungskonzept mit Kostenschätzung in Auftrag. Ruß sieht auch die Stadt Haßfurt in der Pflicht, sich neben den zehn ILE-Gemeinden kostenmäßig an diesem Projekt zu beteiligen. Im Regionalplan Main-Rhön stehe nämlich festgeschrieben, dass die Kreisstadt unter anderem den Bau eines Hallenbades anstreben solle. Die Schulbad "Welle" am Schulzentrum zähle nicht als Hallenbad, weil es der Öffentlichkeit nicht zur Verfügung stehe, so der Sander Bürgermeister.

Für die zukünftige Querungshilfe am Rewe-Markt ist vorgesehen, im nächsten Jahr mit den Planungen zu beginnen. Hier müsse noch der genaue Standort gesucht werden, erklärte Bürgermeister Ruß. Für die Maßnahme, die auch die Geschwindigkeit auf der viel befahrenen Straße bremsen soll, werden dann voraussichtlich 2021 Gelder im Kreishaushalt eingeplant.

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