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Sand am Main
Sanierung

Sand muss in den Untergrund investieren

Der Gemeinderat Sand informierte sich über nötige Verbesserungen am Kanal- und Wasserleitungsnetz. Das Kostenvolumen wird auf drei Millionen Euro geschätzt.
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Das Campingplatzbüro und der gemeindliche Bauhof verfügen jetzt über eine direkte Glasfaseranbindung zum Rathaus. Christian Licha
Das Campingplatzbüro und der gemeindliche Bauhof verfügen jetzt über eine direkte Glasfaseranbindung zum Rathaus. Christian Licha

In der Gemeinde Sand steht eine Erneuerung der Wasserleitungen und des Kanals bevor. Dies erklärte Bürgermeister Bernhard Ruß (SPD) am Dienstagabend in der Gemeinderatssitzung. Mit der Kanalüberprüfung wurde das Büro ProTerra beauftragt, für die Wasserleitung das Technische Büro Werner (TBW).

Die Untersuchungen zur Abwasseranlage kommen dabei zu dem Ergebnis, dass für die vorhandenen Rohrleitungen sowohl aufgrund ihres Alters als auch baubedingt die Kanäle zu erneuern sind. Der Zustand der untersuchten Kanäle lässt keinen großen Spielraum zu. Da die Dichtheit der Kanäle nicht gegeben ist, sollten die Baumaßnahmen möglichst zeitnah beginnen.

Die Sanierung der Trinkwasserleitungen ist weniger zeitkritisch. Zwar kann es bei starker Entnahme im Wörth bereits heute zu Engpässen kommen, die Feuerlöschversorgung ist durch die nahe liegenden Seen und den Main aber gewährleistet. Es werde daher vorgeschlagen, die Sanierung der Wasserleitung in der Zeiler Straße mit dem Tiefbauamt des Landkreises Haßberge abzustimmen, so Bernhard Ruß.

Die Kosten für die gesamte Maßnahme werden auf 2,7 Millionen Euro beziffert. Dazu kommen noch die Baunebenkosten, so dass die Maßnahme unter dem Strich auf über drei Millionen Euro veranschlagt wird. Die Maßnahmen müssen noch im Detail erörtert und eine zeitliche Abfolge in Absprache mit dem Landratsamt Haßberge festgelegt werden.

Einen Grundsatzbeschluss fasste das Gremium zur Aufstellung eines Bebauungsplanes für Photovoltaikanlagen. Es sind bereits verschiedene Anfragen von privaten Unternehmen an die Gemeinde herangetragen worden, inwieweit Flächen zur Errichtung von Solarparks zur Verfügung stehen. Von einem Sander Bürger liege konkret ein Antrag vor, eine solche Freiflächen-Photovoltaikanlage zu errichten und einen Bebauungsplan für ein "Sondergebiet Photovoltaik" aufzustellen, teilte der Bürgermeister mit. Die Gemeindeverwaltung steht dem Antrag positiv gegenüber und sieht die Stromerzeugung aus Sonnenenergie als unterstützenswert an.

Allerdings sollte in diesem Zusammenhang nicht nur über einen Einzelantrag entschieden werden, sondern das Vorhaben in ein Gesamtkonzept eingebettet werden, damit die Anlagen konzentriert und eine Zerstückelung und Zersiedlung der Landschaft vermieden werden können. Aus diesem Grund sollte sich die Bauleitplanung der Gemeinde nicht nur auf ein einzelnes Vorhaben und Grundstück beziehen, sondern auf ein ganzes Gebiet ausgeweitet werden. Als mögliches Gebiet für die Sondernutzung Photovoltaik bietet sich eine Fläche entlang der Autobahn (A 70) an. Der Gesetzgeber sieht solche Flächen als besonders geeignet an und fördert die Maßnahmen derzeit auch bis auf einen Abstand von 110 Metern, wobei noch eine beidseitige Anbauverbotszone von 40 Meter um die Autobahn frei gehalten werden muss. Es verbleibt somit ein förderfähiger Bereich von 70 Metern.

Die Fläche, die von der westlichen Gemarkungsgrenze zur Gemeinde Knetzgau bis zu den Weinbergen und den Waldflächen des Hermannsbergs reicht, wäre für ein solches Vorhaben aufgrund der Entfernung zu den Ortschaften Sand, Knetzgau und Zell und der freien Sonneneinstrahlung geeignet. Ein weiterer Faktor ist, dass die Standorte durch vorhandene Einrichtungen "vorbelastet" sind. Neben der A 70 sind dies die 380-Kilovolt-Stromleitung sowie eine betriebene und eine wiederverfüllte Bauschuttdeponie.

Das Campingplatzbüro und der gemeindliche Bauhof wurden über ein Glasfaserkabel mit dem Rathaus verbunden, um einen sicheren Datenaustausch zu gewährleisten und Zugriff auf den im Rathaus befindlichen Server zu ermöglichen. Zu diesem Zweck wurden bereits beim Ausbau der Pappelallee Leerrohre für das spätere Einblasen der Glasfaserkabel verbaut. Die Arbeiten führte die Überlandzentrale Mainfranken vor einigen Tagen aus. Laut Angebot belaufen sich die Kosten hierfür auf rund 10 000 Euro.

Unter dem Vorsitz von Bürgermeister Bernhard Ruß sind Oliver Gottschalk, Ute Lutz, Jörg Kümmel, Paul Hümmer und Gabriele Braun Mitglieder im Haupt- Verwaltungs-, Personal- und Finanzausschuss des Gemeinderates. Dies wurde ebenso beschlossen wie die Besetzung des Rechnungsprüfungsausschusses, dem Ute Lutz, Gerhard Zösch, Christian Lorz, Matthias Naumann und Gabriele Braun angehören.

Die Auswirkungen der Coronakrise auf das Gewerbesteueraufkommen erläuterte Bürgermeister Ruß. Bisher sind Anträge auf Reduzierung in Höhe von 350 000 Euro eingegangen. Die Kämmerei erwartet noch weitere Anträge, die aber als nicht so gravierend eingeschätzt werden. Für den Haushalt waren ursprünglich 500 000 Euro Gewerbesteuereinnahmen geplant.Der neue Ansatz beträgt nun 200 000 Euro. Eine ausführliche Diskussion über das Thema werden der Finanzausschuss und der Gemeinderat bei der Verabschiedung des Haushalts führen.

Der FC Sand erhielt erneut die Genehmigung, im Jahr 2022 die Bewirtung des Kirchweihzeltes zu übernehmen. Ebenso darf die Feuerwehr Sand im Januar 2021 ihre Faschings-Warm-Up-Party und der Kegelclub Alle Neun Sand im Februar 2021 seine Faschingsveranstaltung in der Sport- und Kulturhalle abhalten. Für alle Veranstaltungen gelten die üblichen Auflagen.