Sand am Main
Kommunalpolitik

Sand braucht die Kinderkrippe

Bei der Bürgerversammlung ging es um die Betreuung der Jüngsten ebenso wie um die Anliegen der Senioren. Was passiert mit dem Gemeindehaus?
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Über die Zukunft des Gemeindehauses in Sand wird demnächst im Gemeinderat entschieden.  Christian Licha
Über die Zukunft des Gemeindehauses in Sand wird demnächst im Gemeinderat entschieden. Christian Licha
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Auf die Zukunftsperspektiven für die Gemeinde ging Bürgermeister Bernhard Ruß (SPD) am Dienstagabend bei der Bürgerversammlung in Sand ein. Über 80 interessierte Bürger fanden sich dazu im Saal der Gastwirtschaft Goger ein.

"Vor zehn Jahren war so etwas noch verpönt, heute rennen uns die Eltern die Bude ein", sagte das Gemeindeoberhaupt zum geplanten Neubau einer Kinderkrippe. Eine hohe Geburtenrate, davon im Jahr 2017 ein Spitzenwert von 44 Kindern, fordere dieses Bauvorhaben, das im Frühjahr beginnen soll. Für Dezember 2019 sei die Inbetriebnahme geplant. Insgesamt sei Sand gut aufgestellt, fasste Ruß zusammen. Man habe alles, was man zum Leben brauche, und locke mit einem umfangreichen Kinderbetreuungsangebot auch junge Familien in die Winzergemeinde. Der Fortbestand der Grundschule in Sand sei ebenfalls auf lange Zeit gesichert, sagte Ruß.

Für die ältere Generation werde jedoch noch eine Tagespflegeeinrichtung benötigt. Hier sei man auf einem guten Weg, erklärte der Bürgermeister, denn ein Investor und ein Grundstücksbesitzer seien sich weitgehend handelseinig.

Wie es mit dem Gemeindehaus in der Zeiler Straße weitergehen soll, ist dagegen noch nicht sicher. Sowohl eine umfangreiche Sanierung des in die Jahre gekommenen Hauses als auch ein Neubau an gleicher Stelle stehen im Raum. Ruß sprach sich dafür aus, dass dort Wohnraum für höchstens zwei sozial schwache Familien geschaffen werden soll. In der Diskussion kamen auch Vorschläge, dass die alten Sandsteine in einen Neubau mit einbezogen werden sollen, da diese ein attraktives Erscheinungsbild hätten. Einen endgültigen Beschluss, wie verfahren wird, fällt der Gemeinderat noch in diesem Jahr.

Eine umfangreiche Diskussion löste das Thema "Gelbe Tonne" aus, für die es möglicherweise einen Bürgerentscheid gibt. Bernhard Ruß plädierte dafür, dass die Bürger mit dem Bürgerentscheid selbst bestimmen sollen. Er wolle keine Werbung dafür oder dagegen machen, jedoch forderte Ruß auf, die Informationen beider Seiten aufmerksam zu verfolgen und auch genau zu überdenken, wie die persönliche Lebenssituation sei. "Das Rennen ist noch offen", war die Meinung des Bürgermeisters, denn die von der Bürgerinitiative gesammelten knapp 10 000 Unterschriften garantierten noch lange nicht, dass die Befürworter der "Gelben Tonne" auch gewinnen.

Auf Anregung eines Bürgers will sich Ruß dafür einsetzen, dass von der Kreisverwaltung eine Broschüre erstellt wird, in der sachlich alle Pro- und Kontra-Punkte aufgeführt sind. Falls die "Gelbe Tonne" kommt und dann die Einnahmen des Landkreises vom Dualen System für die Vorsortierung entfallen, werden wohl die Öffnungszeiten der Wertstoffhöfe reduziert, aber angeblich keine Höfe geschlossen. Dies berichtete zumindest Zweiter Bürgermeister Gerhard Zösch (CSU), der die Information direkt vom Geschäftsführer des Abfallwirtschaftsbetriebes des Landkreises, Wilfried Neubauer, hat. Falls aber doch Wertstoffhöfe geschlossen werden müssten, wäre es wohl wahrscheinlich, dass dies im Maintal geschehen würde und Sand vielleicht betroffen sein könnte, vermutet Ruß.

Die Meinungen in der Diskussion gingen auf jeden Fall weit auseinander. Ein Zuschauer erntete Beifall mit seinem Vorschlag, der wohl eine Kompromisslösung erfordern würde: "Wer die ,Gelbe Tonne' will, soll sie selber bezahlen."

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