Ebelsbach
Laienschauspiel

Rudi Klos schafft haarige Szenen auf der Bühne

Die Theatergruppe Ebelsbach führt ihr neues Stück auf: "Waschen - Schneiden - (Pf)legen" stammt erneut aus der Feder des Vorsitzenden.
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Rudi Klos - Autor, Schauspieler und Vorsitzender der Ebelsbacher Theatergruppe: Bei seinem Stück "Waschen - Schneiden  - (Pf)legen" mimt der 52-Jährige, hier in der Rolle des Philipp Mörle bei seiner vierten Komödie "Vorgezogene Weihnachten", den Haarstylisten Ruppert Flinke.  Ralf Naumann
Rudi Klos - Autor, Schauspieler und Vorsitzender der Ebelsbacher Theatergruppe: Bei seinem Stück "Waschen - Schneiden - (Pf)legen" mimt der 52-Jährige, hier in der Rolle des Philipp Mörle bei seiner vierten Komödie "Vorgezogene Weihnachten", den Haarstylisten Ruppert Flinke. Ralf Naumann
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Er hat es wieder getan. Vor allem nachts. Viele Stunden saß Rudi Klos in den letzten Wochen und Monaten an seinem Laptop. Der Ebelsbacher hat dabei viel nachgedacht und noch mehr getippt. Am Freitag, 25. Oktober, wird das Ergebnis zum ersten Mal präsentiert, wenn die Theatergruppe im Bürgersaal der Gemeinde ihre inzwischen sechste Komödie mit dem vielversprechenden Titel "Waschen - Schneiden - (Pf)legen" uraufführt. Eines vorweg: "Lachen ist garantiert", verspricht Klos.

Seit seinem ersten selbst geschriebenen Theaterstück "Ein Dachschaden mit Zwischenfällen" im Jahr 2009 folgten mit "Wahrsagen leicht gemacht" (2011), "Betteln Verboten! Hausieren erlaubt" (2013), "Vorgezogene Weihnachten " (2015) und "Wir sind wieder da" (2017) weitere Drei-Akter, die mittlerweile nicht nur in ganz Deutschland, sondern auch in Österreich und Luxemburg gezeigt werden. Und seiner ursprünglichen Idee blieb er stets treu: "Die Rollen schreibe ich den Mitspielern und Mitspielerinnen immer auf den Leib", sagt der 52-Jährige, der sich dabei natürlich miteinbezieht: Theater in Ebelsbach ist ohne Rudi Klos, seit einigen Monaten auch Vorsitzender des Vereins, auf der Bühne eigentlich nicht vorstellbar.

Diesmal verwandelt er sich in den Haarstylisten Ruppert Flinke. Es geht in "Waschen - Schneiden - (Pf)legen" also um einen Haarsalon. Und "schuld" daran ist die Maskenbildnerin der Theatergruppe, Sandra Karl. Warum? Die Friseurmeisterin aus Ebelsbach hat ihn für sein neuestes Werk inspiriert. "Sie sagte aus einer Laune heraus, ich könnte doch einmal ein Friseurstück schreiben. Die Idee fand ich glänzend und ging mir dann natürlich auch nicht mehr aus dem Kopf", sagt Klos lachend. "Relativ lange " werkelte er dann an dem Lustspiel. "In diesem Jahr hatte ich aus verschiedenen Gründen einfach nicht so viel Zeit zu schreiben. Aber", zieht er ein positives Fazit und zeigt sich mit dem Ergebnis zufrieden, "wenn es gut werden soll, dauert es eben auch seine Zeit."

Die Zuschauer dürfen sich nun auf den Friseurmeister Gernot Schenk (Heiko Braunreuter) freuen, für den es privat wie auch geschäftlich gar nicht gut läuft: Seine Frau Anna (Ronda Fleming) hat ihn verlassen und zu allem Überdruss geht das Geschäft immer schlechter. Als auch noch ein neuer Friseurladen im Ort öffnet und er deswegen Bedenken hat, dass noch mehr Kundschaft abspringen könnte, beschließt er spontan, seinen Laden, den er immerhin schon 30 Jahre führt, gründlich zu renovieren. Eine Feier zur Neueröffnung soll die Kunden wieder anlocken. In dem etwas überdrehten Freiberufler und Haarstylisten Ruppert Flinke glaubt er jemanden gefunden zu haben, der ihn bei seinem Vorhaben unterstützt und nebenbei auch für mehr Kundschaft sorgt.

Sein Plan könnte auch aufgehen. Denn für die kleineren Probleme, wie einen verstopften Abfluss oder veraltete Stromkabel, hat er den Handwerker Torsten Kling (Lorenz Düsel) angestellt, der seine Arbeiten auch gut erledigt. Als aber die ehemaligen Stammkundinnen Helga Rostich (Christine Brauer) und Erna Ranzig (Margot Wittig), die trotz Hausverbots und gekränkter Eitelkeit mit ihrer Freundin Wilma Herzig (Regina Lang) bei der Neueröffnung erscheinen, fängt das eigentlich schon vorprogrammierte Chaos immer mehr an, Fahrt aufzunehmen. So sorgen die plötzlich angereisten Eltern von Gernot - Margarete Schleuderkeks (neu: Karin Djuhri) und der recht senile Vater (Dieter Kraft) - für unerwartete Verwirrungen. Pfarrer Valentin Klops (Ewald Moser), Landrat Ralf Proll (Georg Markert) und dessen Gattin Helma (Magda Schönauer) drehen das Chaoskarussell - nachdem sie unangemeldet auftauchen - immer schneller.

"Wir sind heuer zwölf Akteure auf und natürlich auch hinter der Bühne. Das alleine ist schon recht viel, wenn man bedenkt, dass hinter der Bühne der Platz begrenzt ist", macht Rudi Klos deutlich und weist noch auf eine weitere "Premiere" hin: "Heuer habe ich auch zum ersten Mal ein Stück mit zwei Bühnenbildern geschrieben." Es gibt demnach nicht nur zwei Kulissen, sondern auch doppelt so viele Möbel, Schränke und andere Requisiten wie üblich. Das alles muss erst einmal hinter der Bühne stehen, ehe es zum Einsatz kommt. Aber auch das werden wir hinbekommen", freut er sich trotz der Anspannung auf die Aufführungen.

Zurück zum Autor Rudi Klos. Seit Anfang Oktober ist sein Stück "Vorgezogene Weihnachten" im Deutschen Theaterverlag erhältlich mit dem neuen Titel "Jingle Bells in kurzen Hosen". "Man hat mich gefragt, ob ich mir einen anderen Titel für das Stück vorstellen könnte, da dieses Stück ja nicht nur in der Weihnachtszeit gespielt werden soll, sondern das ganze Jahr über", erklärt er die Umbenennung.

Bleibt noch eine Frage: Wie stolz ist er auf seine Theaterarbeit? "Es ist mir wichtig, den Menschen damit eine Freude zu machen. Wenn man über meine Geschichten, die ich mir ausdenke, herzhaft lachen kann, ist das für mich die größte Anerkennung", sagt Rudi Klos und will das Wort "stolz" zunächst nicht in den Mund nehmen. Wobei: "Wenn man das Jahr über hört, ‚hoffentlich kommt wieder ein Stück von dir', macht einen das schon auch stolz", erklärt er schmunzelnd.

Die Aufführungen des aufregenden Treibens sind freitags am 25. Oktober um 19.30 Uhr (Uraufführung) und 8. November (19 Uhr, jeweils mit Stühlen und Tischen) sowie samstags am 26. Oktober, 2. und 9. November (jeweils 19.30 Uhr). Dazu gibt es am Sonntag, 3. November, eine Nachmittagsvorstellung um 16 Uhr (ebenfalls mit Stühlen und Tischen).

Vorverkauf im Foyer des Bürgersaals im Ebelsbach-Zentrum am Sportgelände ist am Freitag, 11. Oktober (18 bis 20 Uhr), sowie am Samstagvormittag, 19. Oktober (10 bis 12 Uhr). Auch telefonisch können ab 12. Oktober (ab 18 Uhr) unter der Rufnummer 0178/9063289 Karten bestellt werden. Reservierungen sind im Internet möglich (www.theatergruppe-ebelsbach.de).

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