"Wir wollen jetzt loslegen", erklärte Bürgermeister Michael Ziegler (CSU) am Donnerstag (9. Februar) in Roßstadt den Teilnehmern an einer außerordentlichen Bürgerversammlung, die sich ausschließlich mit der anstehenden Dorferneuerungsmaßnahme befasste. Auf gesamter Länge der Ortsdurchfahrt bekommt Roßstadt ein neues Gesicht, allerdings müssen die Einwohner auch mit einer Baustelle bis Ende 2013 leben.
Seit Jahren wird in Roßstadt die erste Dorferneuerungsmaßnahme vorbereitet, viele Bürgerinnen und Bürger haben sich mit Anregungen und Vorschlägen in die Konzeption eingebracht. Der erste wird gleichzeitig der größte Bauabschnitt, schließlich war von Beginn an klar, dass die rund 650 Meter lange Frankenstraße in einem Abschnitt ausgebaut und gestaltet werden sollte. Das bedeutet, dass auf gleicher Länge Kanal und Wasserleitung kontrolliert und wo nötig saniert werden, 57 Hausanschluss-Schieber sind auszuwechseln und auch der Oberflächenkanal zum Main wird mit einer größeren Dimension ausgebaut, um Rückstau bei Starkregen zu verhindern.
Bürgermeister Ziegler führte aus, dass im Vorfeld der Arbeiten auch Gespräche mit der Telekom stattfanden. Zwar werde es für Roßstadt vorerst kein Glasfaserkabel geben, doch werde die Stadt ein Leer-Rohr in die Straße legen. Die DSL-Versorgung werde sich dennoch verbessern, weil das Signal an der Übergabe vom Glasfaser- auf das Roßstadter Kupferkabel verstärkt wird. Auch die oberirdischen Stromleitungen werden unter die Erde verlegt, außerdem wird die Gasversorgung Unterfranken (GasUf) demnächst bei den Hausbesitzern anfragen, ob es neue Interessenten an Gasanschlüssen gibt.
Peter Ruck, der neue Inhaber des Technischen Büros Werner, und der Bauleiter der Roßstadter Maßnahme, Günther Hermsen, erläuterten den Bauzeitenplan. Der Kanal muss in der gesamten Frankenstraße erneuert werden, auch einige Seitenstränge gehören zum Bauumfang. Hermsen hofft, Anfang März mit den Arbeiten beginnen zu können, zunächst mit dem Entlastungskanal vom Main bis zur Ortsdurchfahrt.
Etwa Mitte April wird es dann im Dorf "ernst". Ende Juni soll die Baustelle die Ortsmitte erreicht haben, Ende August sollten die Tiefbauarbeiten in der gesamten Frankenstraße erledigt sein. Der Straßenbau wird so ausgeschrieben, dass er Anfang September beginnen kann. Dennoch wird der Straßenbau mit der Gestaltung von Seitenbereichen, Gehwegen und Parkplätzen das gesamte Jahr 2013 in Anspruch nehmen. Ziel ist es, den Anwohnern möglichst durchgängig die Zufahrt zu ihren Grundstücken zu ermöglichen. "Es kann aber natürlich nötig sein, dass Sie Ihr Auto mal für ein paar Tage anderswo abstellen müssen", so Bürgermeister Michael Ziegler.
Auch wird Roßstadt immer über eine der beiden Einfahrten der Frankenstraße von der B 26 her erreichbar sein, die kleine Einmündung an der Kirche soll nicht als "Ausweichstrecke" genutzt werden.
Einige Fragen wurden an die Planer gerichtet. Ob denn die Kleingärten am Ortseingang den dort geplanten zehn Parkplätzen zum Opfer fallen würden, wollte ein Hobbygärtner wissen. Er konnte beruhigt werden, lediglich ein halber Meter der Gartenfläche würde benötigt, um diese Parkplätze zu realisieren, so Peter Ruck. Ein anderer Bürger meinte, jetzt wäre die beste Gelegenheit, die B26 von Eltmann kommend mit einer Abbiegespur zu versehen. Dadurch, dass abbiegende Fahrzeuge auch den einmündenden Maintal-Radweg berücksichtigen müssen, komme es immer wieder zu gefährlichen Situationen, entweder durch zu starkes Abbremsen auf der Bundesstraße, oder dann im Einmündungsbereich mit den Radfahrern. Bürgermeister Michael Ziegler sagte zu, diesbezüglich Kontakt mit dem Straßenbauamt aufzunehmen, denn die Stadt kann natürlich die Bundesstraße nicht umbauen.

Rechtzeitig Anträge stellen


Als Vorsitzender der Teilnehmergemeinschaft stellte Raimund Wendel die Fördermöglichkeiten für Privatmaßnahmen vor. Für neue Fenster, Hoftore, die dorfgerechte Gestaltung von Hofraum und neuerdings sogar für ortsbildgemäße Neubauten gibt es mittlerweile Dorferneuerungs-Zuschüsse. Die Sätze liegen zwischen zehn und 30 Prozent, je nach Maßnahme, maximal gibt es 30 000 Euro je Anwesen. Wendel betonte, dass der Antrag auf jeden Fall vor Baubeginn gestellt werden muss. Auch eine Beratung durch die Planer der Dorferneuerung könne in Anspruch genommen werden, wenn man beispielsweise nicht genau wisse, wie man den Umbau der Scheune zu Wohnzwecken anpacken möchte. sw