Gleisenau
Sommerfest

Rosi auf dem roten Stuhl

Im Mittelpunkt des Sommerfestes des evangelischen Kindergartens standen dieses Mal die Erzieherinnen.
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Rosel Laubender (auf dem roten Stuhl) wurde nach 46 Dienstjahren von den Kindern und Erzieherinnen mir roten Rosen und Liedern in den Ruhestand verabschiedet. Foto: Günther Geiling
Rosel Laubender (auf dem roten Stuhl) wurde nach 46 Dienstjahren von den Kindern und Erzieherinnen mir roten Rosen und Liedern in den Ruhestand verabschiedet. Foto: Günther Geiling
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Nicht Märchen, eine Indianergeschichte oder ein Musical standen diesmal im Mittelpunkt des Sommerfestes des evangelischen Kindergartens, sondern die Buben und Mädchen stellten unter dem Motto "Wir Kinder packen aus" einmal ihre Erzieherinnen in den Fokus und beschrieben sie in musikalischen Ohrwürmern. Dies mündete in den Höhepunkt, dass sie Erzieherin Rosel Laubender nach 46 Jahren in den Ruhestand verabschiedeten.

Namens des Elternbeirates konnte Nicole Geuß viele Eltern, Großeltern und Gäste begrüßen und anschließend packten die Kinder ein großes Paket aus, aus dem dann acht mit Helium gefüllte Luftballons hochflogen. "Wisst ihr, dass in diesem Hausen acht Frauen wohnen?" fragten sie und verrieten auch, dass damit die Erzieherinnen Ina, Selina, Heike, Gaby, Carina, Rosi, Nicole und Isabell gemeint seien. "Die sind früh da, wenn ich komm' und die sind auch noch da, wenn ich abends gehe." Die Chefin sei dabei "unsere Ina, die hat immer alles im Griff, und für alle ist die Ina wie eine Mama."
Dann mussten alle Erzieherinnen nacheinander auf den "roten Stuhl" und ließen das Prozedere sicherlich gerne über sich ergehen, denn die Buben und Mädchen kehrten das Besondere an ihren Erzieherinnen mit bekannten Melodien oder Schlagern heraus. Nach einer Melodie von Rolf Zuckowski hieß es bei der Leiterin Ina Bauer "in Gleisenau, da ist die Ina ganz weit vorn. Seit vielen Jahren arbeitet sie im Kindergarten schon." Über Erzieherin Nicole meinten Emilia und Milan. "Nicole ist unsere Spitzenmama, ihre Ideen sind immer der Hammer. Sie ist so lieb, spielt mit uns und erfüllt uns jeden Wunsch."


"Spatzenkinder"

Die "neue Isabell" empfanden die "Spatzenkinder" bei ihrem Tanz wie eine Wolke und Leo brachte es auf den Punkt: "Musik mit ihr, das groovt total. Nicht mir ihr zu singen, wäre echt fatal." Erzieherin Selina sei gerne unterwegs und da passte natürlich das Lied "Ich fand sie irgendwo, allein in Mexico, Selina." Bei Erzieherin Heike sangen die "Mäusekinder" nach der bekannten Melodie von "Heidi" mit Begeisterung "Heike, Heike, deine Welt das ist Gleisenau." Und dann gab es auch noch das "Zeiler Mädla Carina", die jeden Tag mit ihrem Wagen ankomme. Das intonierte die Gruppe "Fuchsbau" mit dem Lied "Im Wagen vor mir fährt a Zeiler Mädla" Und schließlich musste noch Gabi auf den "roten Stuhl" und da ertönte es "für Gabi tu ich alles".


"Spider Murphy Gang"

Plötzlich kam Dennis auf die Bühne und meinte "jetzt habt ihr beinahe noch jemanden vergessen. Die Rosi ist fei schon am längsten in unserem Kindergarten, nämlich schon seit 46 Jahren". Deswegen habe man keine Kosten und Mühen gescheut um die "Spider Murphy Gang" zu verpflichten, die dann sang "Seit 46 Jahren schon, geht Rosi hier ans Telefon. Im Gleisenauer Kindergarten, lässt Rosi keine Kinder warten" bis hin zum Refrain "Skandal, in Rente, Skandal, Skandal um Rosi". Am Schluss überbrachte jedes Kind und jede Erzieherin eine "rote Rose" und Rosi war sichtlich bewegt mit Tränen in den Augen und meinte "ich habe mich hier wohlgefühlt. Danke für alles."
Pfarrer Volkmar Gregori gab seiner Freude Ausdruck über die tolle Aufführung. "Daran hätte ich nicht im Traum gedacht. Ihr habt heute euren Kindergarten und eure Erzieherinnen als Hauptperson in einer tollen Art und Weise präsentiert." Dazu falle ihm eine der schönsten Bibelstellen ein "und er herzte sie". Mit "er" sei Jesus gemeint und mit "sie" seien die Kinder angesprochen und Jesus wurde damals sogar zornig und sagte: "Lasset die Kinder zu mir kommen" - und herzte sie.
Dies könne man auch von Rosel Laubender sagen. Sie habe die Kinder immer wieder zu Herzen genommen und ihnen sehr viel Liebe und Zuwendung geschenkt.

Stellvertretender Bürgermeister Martin Horn stellte heraus, dass Rosel Laubender fast drei Generationen miterzogen habe. Er sprach den Dank der Gemeinde aus. "Für mich war es heute das letzte Mal als Vater, aber auch ein Enkel ist schon da." Er übergab traditionell die Eisgutscheine. Kindergartenleiterin Ina Bauer gestand ein, dass es ihr schon schwerfalle, eine so langjährige Mitarbeiterin in den Ruhestand verabschieden zu müssen. "46 Jahre - so alt bin ich ja noch nicht einmal - 46 Jahre beim gleichen Arbeitgeber, das bedeutet viel Mut und Durchhaltevermögen." Diesen Dankeswünschen schlossen sich auch viele ehemalige "Kindergartenkinder" an und für die Ehrenamtlichen sprach Petra Busch Worte der Anerkennung.


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