Untersteinbach
Dorfleben

Rauhenebrach nimmt Leerstände ins Visier

Der Gemeinderat beschloss, dass sich die Kommune um das Förderprogramm "Innen statt außen" bewerben soll.
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In das Programm "Innen statt außen" möchte die Gemeinde Rauhenebrach einsteigen. Im Blick auf eine geordnete Innenentwicklung hat die Gemeinde beispielsweise bereits das Raiffeisengebäude in Untersteinbach erworben; die Bank ist nur noch Mieter.  Sabine Weinbeer
In das Programm "Innen statt außen" möchte die Gemeinde Rauhenebrach einsteigen. Im Blick auf eine geordnete Innenentwicklung hat die Gemeinde beispielsweise bereits das Raiffeisengebäude in Untersteinbach erworben; die Bank ist nur noch Mieter. Sabine Weinbeer
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Die Gemeinde Rauhenebrach bewirbt sich um eine Aufnahme in die Förderinitiative "Innen statt Außen" des Amtes für ländliche Entwicklung. Das beschloss der Gemeinderat auf Vorschlag von Bürgermeister Matthias Bäuerlein (FW) am Dienstagabend in der Sitzung im Rathaus Untersteinbach einstimmig.

Wie andere Gemeinden bemüht sich die Gemeinde Rauhenebrach seit Jahren intensiv darum, Leerstände in den Innenorten zu vermeiden. Mit der neuen Förderinitiative bekommt sie dafür nun ein Förderinstrument an die Hand, wenn die Gemeinde leer stehende Gebäude erwirbt, überplant oder abbricht und das Gelände wieder bebaut wird. Fördermittel erhalten aus diesem Programm ausschließlich Kommunen für Maßnahmen in den Altorten im Rahmen der Dorferneuerung. Der Fördersatz beginnt bei 20 Prozent, kann aber bis auf 80 Prozent je nach Vorhaben erhöht werden.

Mit der Teilnahme an diesem Programm verpflichte sich die Gemeinde zwar, ihr Hauptaugenmerk auf die Innenentwicklung zu legen; es sei jedoch nicht ausgeschlossen, dass auch künftig noch neue Bauflächen ausgewiesen werden, wenn der Bedarf entsprechend nachgewiesen ist, erläuterte Bürgermeister Matthias Bäuerlein. Die Gemeinde sei jedoch schon seit Jahren zurückhaltend; die meisten Bebauungspläne, die zuletzt auf den Weg gebracht wurden, umfassen nach seinen Angaben wenige Bauparzellen, um eine organische Entwicklung der Dörfer zu gewährleisten.

Letztmals wird Rauhenebrach in diesem Jahr seinen Klärschlamm in Eigenregie entsorgen. Für die nächsten drei Jahre werde man wohl einen Vertrag mit "Südwasser" abschließen, so Bürgermeister Matthias Bäuerlein. Vielleicht sei bis dahin auch das kreisweite Konzept der GUT überarbeitet und umsetzungsreif, hoffen die Gemeinderatsmitglieder.

Die neuen Regelungen der Düngemittelverordnung machen ein Ausbringen des Klärschlamms auf landwirtschaftliche Flächen in den nächsten Jahren unmöglich. Die Acker-Lösung halten auch die Rauhenebracher Gemeinderatsmitglieder für nicht mehr zeitgemäß. Allerdings stoßen alle Kommunen kurzfristig auf einen Engpass bei der Klärschlammentsorgung, weil neue Kapazitäten zur Trocknung und Verbrennung erst aufgebaut werden. Matthias Bäuerlein ist nach verschiedenen Gesprächen, die er vor der Gemeinderatssitzung geführt hatte, zuversichtlich, dass sich dieser Engpass in wenigen Jahren auflösen wird, da viele Anbieter entsprechende Anlagen planen oder schon bauen.

Die neue Kläranlage für die Gemeinde in Prölsdorf wird am 1. Juni mit einem Tag der offenen Tür offiziell eingeweiht, das Rathaus ist saniert, die Kindergartensanierung in Untersteinbach läuft. Das nächste größere Projekt der Gemeinde wird wohl die Turnhalle der Grundschule werden, die auch von den Vereinen genutzt wird. Die Halle soll innen sicherheitstechnisch nachgerüstet werden. Dazu soll eine Prallschutz-Wandverkleidung angebracht werden. Darin versenkt werden die Sprossenwände und auch die Tore zu den Geräteräumen, wie das die Sicherheitsrichtlinien für moderne Hallen erfordern.

Bürgermeister Matthias Bäuerlein hat mit einem Fachmann eine Begehung der Halle vorgenommen und konnte dem Gemeinderat Vorher-nachher-Bilder einer vergleichbaren Turnhalle zeigen. "Unter 100 000 Euro ist das aber nicht zu machen", erklärte er dazu. Mit den Details und der konkreten Ausschreibung wird sich der Gemeinderat wohl im Sommer befassen, wenn der Bürgermeister auch alle Fördermöglichkeiten ausgelotet hat.

Zur Verlängerung stand der Strombezug mit der Überlandzentrale Lülsfeld an. 58 000 Euro zahlt die Gemeinde jährlich an Stromkosten einschließlich der Straßenbeleuchtung. Diesmal entschied sich eine Mehrheit im Gemeinderat für den Bezug von Naturstrom, was 1400 Euro Mehrkosten verursacht. Auch wenn dieser Naturstrom fast ausschließlich aus Wasserkraft kommt, die auch ihre negativen Seiten hat, meinten die Gemeinderatsmitglieder mehrheitlich, als Kommune müsse man ein Zeichen setzen für erneuerbare Energien. Schließlich hat auch das Rathausdach nach der Sanierung eine Photovoltaikanlage, und die Wärme produziert eine Pelletsheizung. Auch die Schule in Rauhenebrach wird mit Hackschnitzeln geheizt.

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