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Haßfurt
Vorhaben

Radwegplan löst Verwunderung in Haßfurt aus

Der Landkreis will im Westen von Haßfurt eine Radler-Trasse errichten - der Stadtrat zeigt sich erstaunt darüber.
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Der Landkreis will einen Fahrradweg vom Kreisel am Distelfeld in Haßfurt bis zum Kreisbauhof bauen. Eine mögliche Trasse ist auf der östlichen Fahrbahnseite der Kreisstraße bereits abgesteckt. Christian Licha
Der Landkreis will einen Fahrradweg vom Kreisel am Distelfeld in Haßfurt bis zum Kreisbauhof bauen. Eine mögliche Trasse ist auf der östlichen Fahrbahnseite der Kreisstraße bereits abgesteckt. Christian Licha

Eigentlich ging es in der Sitzung des Haßfurter Stadtrates am Dienstag nur um einen Punkt. Die Aufstellung des Bebauungsplanes "Wohn- und Verwaltungszentrum Caritas" im Bereich des Grundstücks Brüder-Becker-Straße 42 in Haßfurt wurde vom Gremium einstimmig beschlossen. Dem voraus ging die Erläuterung zur Stellungnahme des Landratsamtes Haßberge in Sachen Immissionsschutz. Aufgrund des angrenzenden Gewerbegebietes im Süden empfiehlt die Behörde, Wohn- und Schlafräume vom Gewerbegebiet abzuwenden und architektonische Maßnahmen zum Schallschutz vorzusehen. Dieser Hinweis wird an den Bauherrn weitergegeben.

Nach dem Punkt wurden weitere Themen angesprochen. Für etwas Verwunderung und auch Aufregung unter den Stadträten sorgte die Nachricht, dass der Landkreis einen Fahrradweg von Haßfurt in Richtung Uchenhofen bauen will. Bürgermeister Günther Werner (WG) stellte den Sachverhalt klar. Wie er von Alfons Schanz, dem Leiter der Tiefbauverwaltung des Landkreises, erfahren hat, wird derzeit überprüft, ob vom Kreisel am Distelfeld bis zum Kreisbauhof ein Fahrradweg gebaut werden kann. Auch wenn derzeit auf der östlichen Seite der Kreisstraße eine Trasse mit Pflöcken abgesteckt ist, steht noch nicht endgültig fest, ob der Weg nicht vielleicht doch auf der anderen Seite gebaut werden kann. Die benötigten Grundstücke gehören dem Landkreis, der auf eigene Kosten bauen will. Wenn konkrete Planungen vorliegen, werde die Stadt Haßfurt einbezogen, sagte Werner.

Stadtrat Manfred Stühler (SPD) war empört, dass der Fahrradweg geplant werde, ohne vorher die Stadträte zu unterrichten. Auch sei der Unmut der Anlieger groß, so Stühler. Norbert Geier (CSU) konnte sich eine kleine Randbemerkung nicht verkneifen. "Wenn der Bauhof nach Uchenhofen verlegt wird, hätten wir einen kompletten Fahrradweg", meinte der Stadtrat augenzwinkernd. Auch vom ersten Wertstoffhof mit eigenem Fahrradweganschluss war humorvoll die Rede im Gremium.

Aber auch ein ernstes Thema sprach Geier an. Vor knapp einem Jahr wurde das Leitbild für Haßfurt beschlossen, und es habe sich diesbezüglich noch nichts getan, erklärte der Stadtrat. Man müsse endlich aktiv werden, denn vor allem Photovoltaikanlagen auf Hausdächern in der Altstadt seien ein großes Thema. Die Kohlendioxid-Einsparungen, die die große Politik fordere, müsse man auch in der Kernstadt umsetzten können, verlangte er.

Auf Anfrage von Stadtrat Michael Schlegelmilch (CSU) erklärte Bürgermeister Werner, dass die Pflasterarbeiten am Unteren Turm sowie in der Engelmeßgasse und Lucengasse bis voraussichtlich Ende Mai abgeschlossen sein werden.

Annette Marquardt und Helene Rümer, die beiden Stadträtinnen von den Grünen, stellten den Antrag, um den Marktplatz und in der Hauptstraße zwischen den Türmen einen verkehrsberuhigten Bereich einzuführen. Zur Erläuterung erklärte Rümer: "In verkehrsberuhigten Bereichen werden Fußgängern besondere Recht eingeräumt, andere Verkehrsarten sind grundsätzlich zugelassen. Fahrzeuge und auch Fahrradfahrer, die diesen Bereich durchfahren, müssen Schrittgeschwindigkeit (vier bis sieben Stundenkilometer) fahren und das Gebot der gegenseitigen Rücksichtnahme im besonderen Maße beachten." Mit dieser Maßnahme soll nach ihrer Auffassung die Aufenthaltsqualität in der Innenstadt genauso verbessert werden wie die Verkehrssicherheit und eine Reduktion von Emissionen des motorisierten Verkehrs. Bürgermeister Werner sagte zu, das Anliegen mit dem Bauamt besprechen zu wollen. Die Verwaltung wird das Thema dann für eine der nächsten Stadtratssitzungen aufarbeiten.

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