Haßfurt
Bürgerversammlung

Probebetrieb für den Stadtstrand in Haßfurt

Die Haßfurter erfuhren viel Neues über Projekte in der Kreisstadt. Ein Schwerpunkt ist die Energieversorgung.
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Im kommenden Frühjahr wird es erstmals einen Probebetrieb für den Stadtstrand am Haßfurter Hafen geben. Bürgermeister Günther Werner stellte das Modell in der Bürgerversammlung vor. Ulrike Langer
Im kommenden Frühjahr wird es erstmals einen Probebetrieb für den Stadtstrand am Haßfurter Hafen geben. Bürgermeister Günther Werner stellte das Modell in der Bürgerversammlung vor. Ulrike Langer
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Nur gut 50 Bürger waren zur Bürgerversammlung am Donnerstagabend in die FC-Stadiongaststätte gekommen. Sie äußerten auch nur wenige Wünsche, hörten aber den Ausführungen von Bürgermeister Günther Werner und Felix Zösch vom Stadtwerk Haßfurt aufmerksam zu.

So stellte Felix Zösch den Energienutzungsplan vor, mit dem das Stadtwerk und die Stadt zusammen mit den Bürgern der Stadt und der Stadtteile den Energieverbrauch senken, die Effizienz steigern und die Nutzung regenerativer Energien erhöhen möchten. So werden zunächst eine Analyse zur Energieinfrastruktur und zu den Erzeugungsanlagen, eine Energie- und eine Kohlendioxid-Bilanz sowie ein Wärmekataster erstellt. Danach soll eruiert werden, welche Möglichkeiten es gibt, Energie einzusparen und die Effizienz zu steigern und wo erneuerbare Energien einen Sinn machen.

Anschließend wird eine Strategie entwickelt, welche Projekte sinnvoll wären, und schließlich soll die Planung umgesetzt werden. "Dabei helfen wir Ihnen", versprach Felix Zösch. Bürgermeister Günther Werner (WG) betonte, dass Klimaschutz wichtig sei und jeder seinen Beitrag dazu leisten sollte. "Jeder Bürger soll mitgenommen werden und in einer Umfrage in Papierform oder digital seine Ideen mitteilen können", sagte er.

Er gab auch bekannt, dass das Stadtwerk 2018 rund 89 Millionen Kilowattstunden regenerativen Strom produziert habe, während die Kunden nur 41 Millionen Kilowattstunden benötigt hätten. Er zeigte sich stolz auf das Stadtwerk, das wegen seiner innovativen Ideen von Vertretern aus der ganzen Welt, darunter aus Japan, Taiwan, Korea oder der Schweiz, besucht wird. "Zu dem vorhandenen Großbatterienspeicher werden wir noch einen Acht-Megawatt- und einen Zwei-Megawattspeicher an der Biogasanlage und im Gewerbegebiet Ost errichten", kündigte er an.

Auch sei geplant, eine weitere Erdgastankstelle mit zwei Säulen in der Augsfelder Straße kurz vor der Einmündung der Straße "Am Hainich" zu errichten. Das Wasserstoff- Blockheizkraftwerk befinde sich gerade in der Testphase. "Mit 13 Stromtankstellen im Stadtgebiet sind wir ebenfalls Vorreiter", so der Bürgermeister. Er teilte mit, dass das Stadtwerk autark sei und für den Fall, dass überall der Strom ausfällt, seine Stromversorgung aufrecht erhalten könne. Dafür gab es ebenso Applaus aus der Versammlung wie für die Information, dass das Stadtwerk ab 1. Januar 2020 ausschließlich "grünen" Strom aus regenerativen Erzeugungsanlagen anbieten werde.

Werner erläuterte die notwendigen Sanierungen im Freizeitzentrum und berichtete, dass man in dem Wall entlang der Kläranlage eine Klärschlammentwässerungs- und Klärschlammtrocknungsanlage errichten werde. Dadurch könne der Hochwasserschutz weiter verbessert werden. Der Bürgermeister stellte den neuen Werbefilm der Stadt Haßfurt vor, der auf der Homepage der Stadt angesehen werden kann. Was die Sporthalle betreffe, so seien bereits die Förderanträge gestellt worden. Sobald die Zusagen vorlägen, werde der Bauantrag gestellt und die Ausschreibung vorgenommen, kündigte er an. "Dass am Wertstoffhof in der Uchenhofer Straße immer noch Materialien des Naturparks Haßfurt lagern, wurmt mich", sagte Werner. "Ich hoffe aber, dass sich das bald erledigt." Er berichtete, dass zur Gestaltung des Bahnhofsumfeldes ein Wettbewerb ausgeschrieben worden sei und am 30. November der Gewinner bekannt gegeben werde. Ab dem 2. Dezember könnten sich dann die Bürger die zwölf eingereichten Modelle im "Kunsthaus" ansehen.

In der Bürgerversammlung informierte Bürgermeister Günther Werner die Besucher über viele Vorhaben in der Stadt Haßfurt. So plant die Stadt derzeit einen neuen Wohnmobilstellplatz westlich des Parkplatzes am Gries. "Von den 30 Stellplätzen für Wohnmobile unterschiedlicher Größe sind vier behindertengerechte Plätze", sagte der Bürgermeister. Anhand von Bildern stellte er den geplanten Stadtstrand vor, der unterhalb der Waldorfschule am Haßfurter Hafen alljährlich zwischen Anfang Mai und Ende August geöffnet haben soll und im kommenden Frühjahr zunächst einmal einen Probebetrieb aufnehmen wird.

Zurzeit sieht der alte Friedhof an der Ritterkapelle "etwas trostlos" aus. "Es gibt immer mehr freie Flächen und ungepflegte Gräber und die Neugestaltung scheitert oft an den laufenden Ruhefristen", so Günther Werner. Auch könnten keine neuen Grabflächen mehr erworben werden. "Wir überlegen derzeit, ob wir neue Urnenbestattungen zulassen, eventuell eine Gemeinschaftsurnengrabanlage anlegen, Bäume und Sträucher pflanzen und Rasenflächen als Verweilorte anlegen", erläuterte er. Zudem werde überlegt, wer die Grabpflege übernehmen könnte.

Günther Werner ging auch auf den raschen Verkauf der 34 Grundstücke im Baugebiet "Westlich der Sailershäuser Straße" und die rege Bautätigkeit, die Pflasterarbeiten am Oberen Turm, den Bau eines Aufzugs im Rathaus, der im Dezember fertiggestellt sein soll, und den Mainausbau ein und erklärte, dass im kommenden Jahr das Pflaster am Unteren Turm sowie in der Lucen- und Engelmeßgasse ausgewechselt werde. Er stellte weiterhin das geplante Technologiezentrum für Kunststoff- und Wellrohrsysteme an der Berufsschule vor, das nun auch Hochschüler nach Haßfurt bringen wird.

Das Projekt "Smart City" bezeichnete er als Glücksfall, da Haßfurt damit als eine von zehn Kommunen deutschlandweit ein Modellprojekt für andere Städte sei. "Wir wollen alle Bürger mitnehmen, ob analog oder digital, und werden heuer noch eine Informationsveranstaltung dazu anbieten."

Ihm war wichtig, dass nach der Sanierung der Flutbrücke der Geh- und Radweg erhalten bleibt. So konnte er mitteilen, dass dieser Wunsch in Erfüllung gehen wird.

Bernd Reinhard lobte die Stadt dafür, dass im "Rathausboten" der Historiker und Archivar Thomas Schindler immer wieder Beiträge veröffentlichen könne. Er hätte sich aber gewünscht, dass auch einmal die Straßennamen im neuen Baugebiet "Westlich der Sailershäuser Straße" erklärt würden. Dazu sagte Bürgermeister Günther Werner, dass die Straßen nach Widerstandskämpfern im Dritten Reich benannt worden seien und noch erläutert würden. Bernd Reinhard regte an, die Beete im Osterfeldweg in blühende Wiesen umzuwandeln, da die Pflege der Rosen sehr aufwendig sei.

Manfred Krapf monierte, dass die Zufahrten zu einigen Geschäften im Gewerbegebiet Ost zu hohe Kanten hätten und für Radfahrer sehr ungünstig seien. Dazu teilte Wolfgang Braun, Leiter der Bauverwaltung, mit, dass die Gestaltung der Zufahrten Sache der Geschäfte sei.

Jürgen Gehrke beklagte, dass die Dr.-Ambundi Straße zur "Rennstrecke der Helikoptereltern" geworden sei und die Geschwindigkeit zu wenig kontrolliert werde. Doch der Bürgermeister gab an, dass auch dort geblitzt werde. Nur würden andere Autofahrer über WhatsApp vorzeitig gewarnt.

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